Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
Neuester Beitrag
Lokschuppen Irgendwo – Ein Baukasten für alle
Der kleine, einständige Lokschuppen für die Schmalspurbahn im Maßstab H0e ist nun vollständig konstruiert – ein kleines Bauwerk, das aus der eigenen Fantasie, aus digitalen Skizzen und präzisen Maßen heraus gewachsen ist, bis es schließlich in seiner endgültigen Form vor uns stand. Er liegt nun unter anderem als kompletter Baukasten vor, sorgfältig zerlegt in all seine Einzelteile, bereit für den 3D-Druck. Jedes Element wurde so gestaltet, dass es zuverlässig druckbar, stabil und dennoch fein genug ist, um die typische Leichtigkeit eines Schmalspurgebäudes einzufangen.
Ein besonderes kleines Detail befindet sich an der Front: Die beiden Flügeltore des Lokschuppens sind beweglich. Die Konstruktion sieht vor, durch die Scharnierteile der Wand und der Tore jeweils einen 0,5 mm starken Stahldraht zu schieben. Damit lassen sich die Tore sanft öffnen und schließen – eine winzige, aber wirkungsvolle Geste, die das Gebäude lebendig macht und den Blick auf das Innenleben freigibt.

Doch der Lokschuppen soll nicht nur in Irgendwo aufgebaut werden. Er ist von Beginn an so gedacht, dass er auch anderen Freude bereitet – Bastlern, Planern, Sammlern und allen, die ihre eigene kleine Welt bereichern möchten. Deshalb steht er hier für nicht-kommerzielle Zwecke kostenlos zum Download bereit.
Die Download-Datei ist eine ZIP-Datei (1.5 MB), klar strukturiert und angenehm übersichtlich. Sie enthält sieben Ordner, jeweils nach Baugruppen benannt, sowie ein zusätzliches Verzeichnis mit einer Dreiseitenansicht und den Gebäudemaßen in mm. In den Baugruppenordnern selbst befinden sich die STL-Dateien für den 3D-Druck. Die Bezeichnungen der Ordner und Dateien sind bewusst selbsterklärend gehalten – nichts Kryptisches, nichts, das Rätsel aufgibt. Wer drucken kann, kann bauen; wer drucken möchte, findet sich sofort zurecht.
Fenster und Türen sind passgenau gestaltet. Sie werden später von außen in die Aussparungen der Wände eingesetzt, ganz ohne Trimmen oder Nachfeilen. Einige Bauteile, etwa das filigrane Fachwerk, sind optional – wer es schlicht möchte, kann darauf verzichten; wer es detailverliebt mag, setzt es ein und verleiht dem Lokschuppen damit einen zusätzlichen Hauch Authentizität.
Nach dem Zusammenbau – oder besser gesagt nach dem ruhigen, wohlüberlegten Zusammenkleben – steht das kleine Gebäude bereit zur individuellen Ausgestaltung. Ob gealtert oder frisch gestrichen, ob mit Werkzeugen, Ölkannen, Beleuchtung oder winzigen Vegetationsspuren: Der Lokschuppen lädt dazu ein, ihm eine eigene Geschichte zu schenken.
So wird aus einem einfachen digitalen Modell ein Stück Persönlichkeit für die Modellbahnwelt – offen, teilbar und für jeden zugänglich, der Freude am Bauen hat.


Updates
- Version v1.1 – Ausschnitt für den Kamin im Dach geschnitten
- Version v1.2 – Wand und Tore Einfahrt Lokschuppen angepasst
- Version v1.3 – Dachstruktur, Kamin, Regenrinne, Fenster-/Türenausschnitte angepasst
- Version v1.4 – Dachsstreben detailierter, Balkenoptik
#modellbau #h0e #lokschuppen #3ddruck #fusion360 #irgendwo #basteln #miniaturbau #diorama #freeDownload #makercommunity
Aus dem Archiv
EP5 21534 – Ein Juwel der elektrischen Altbauära
Auf den Schienen der Vergangenheit rollt sie wie ein Gedicht aus Stahl und Kupfer: die EP5 21534. Schon ihr markanter Kastenbau, geprägt von kantigen Linien und robusten Flächen, erzählt Geschichten von einer Zeit, in der elektrische Lokomotiven noch Handwerkskunst und Ingenieursgeist in jedem Bolzen trugen. Für MSTS erwacht sie zum Leben – mit jedem Klick auf den Fahrhebel, bei jedem Licht, das durch die Fenster ihres Führerstands bricht.
Das Original dieser legendären Lokomotive ist heute im DB Museum Nürnberg als historisches Ausstellungsstück zu sehen und lässt dort die Ära der frühen elektrischen Traktion in Deutschland lebendig werden.
Die EP5 wurde 1925 gebaut, als schwere Personenzüge auf den elektrifizierten Strecken Bayerns neue Kraft benötigten. Sie entstand aus dem Bedürfnis der Bayerischen Eisenbahn, auch auf steilen, kurvigen Bergstrecken Züge sicher und kraftvoll zu bewegen – eine Maschine, die Leistung und Eleganz vereinte. Ursprünglich von der Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahn in Auftrag gegeben, erhielt sie bald Kultstatus und den liebevollen Spitznamen „Jumbo“. Die 21534 legte zwischen ihrem Dienstantritt 1925 und dem Ruhestand 1968 rund 1,7 Millionen Kilometer zurück – ein stolzes Lebenswerk auf Schienen.1)
Technische Daten des Originals:
- Baujahr: 1925
- Achsformel: 2′B B2′
- Länge über Puffer: 17.210 mm
- Dienstgewicht: ca. 140 t
- Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
- Leistung: ca. 2.200 kW (2.991 PS)
- Bremsen: Druckluftbremse
- Zugsicherung: Sifa (Totmann)
Für den MSTS-Fahrer wird die EP5 21534 zu einer Reise durch Zeit und Raum: Das sanfte Brummen der Motoren, das rhythmische Rollen über Schienen, das gedämpfte Knistern der Stromabnehmer auf der Oberleitung – all das verbindet Simulation und Historie in einem digitalen Abenteuer.



Diese Maschine ist mehr als nur eine Lokomotive. Sie ist ein fließendes Stück Geschichte, das auf den Gleisen von gestern auch die Züge von morgen zieht. Wer sie einmal in MSTS steuert, spürt den Pulsschlag der elektrischen Bahnen der ersten großen Epoche der elektrischen Traktion – mechanisch, elektrisch und poetisch zugleich.
Der Nachbau in 3D für MSTS wird hier für nicht-kommerzielle Zwecke zum kostenlosen Download als Relaunch in der Version 1.1 angeboten. Er enthält einen eigenen Führerstand von Manfred Kobstaedt (alias Trackman) und Sounddateien von Werner Spieker (alias Wespe). Für den kompletten Sound sollte die Acela des MSTS installiert sein. In dieser überarbeiteten Version 1.1 sind im Vergleich zur Version 1.0, die vor mehr als zwanzig Jahren veröffentlicht wurde, die ENG‑ und SMS‑Dateien für Steuerung und Sound der Lokomotive deutlich verbessert worden, was Fahrgefühl und Sound weiter verfeinern.

1) https://de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_E_52
Mit Volldampf in und durch das neue Jahr 2024
Mit Volldampf und Schwung geht es in und durch das neue Jahr 2024. Wie das gehen könnte, zeigt uns Herbert mit seiner Dampfmaschine, die er 1986 in einem der damals noch vorhandenen Modellbau- und Spielwarengeschäfte erworben hat.
Herbert macht Dampf und schreibt dazu:
Viele Jahre hat die Anlage zerlegt in einem Karton in der hintersten Ecke meiner Modellbauwerkstatt gelegen und vor sich hingeschlummert. In der Vorweihnachtszeit 2023 haben die mittlerweile erwachsenen Söhne gefragt, ob die Dampfmaschine noch da wäre. Und ob wir sie nochmals aufbauen könnten.
Ich habe mich der Sache angenommen und die Anlage auf ein passendes Brett montiert. Das Manometer, das Sicherheitsventil und die Pfeife wurden vor der Montage gereinigt und mit neuen Dichtungen versehen eingebaut. Alle beweglichen Teile wurden gut geölt, Wasser eingefüllt, der Witabs Trockenbrennoff nach Vorgabe angezündet und schon konnte es losgehen.
Der Kessel erhitzte auf gut 1 Bar Druck und die Mechanik lief wieder an, als wären keine dreißig Jahre vergangen. Dampf und der Geruch von Öl füllte den Raum. Alle vorhandenen Anbauteile habe ich nacheinander zugeschaltet. Alles läuft perfekt.
Dampfmaschine Wilesco D20 mit
- Transmission M57
- Karussell M70
- Bügelsäge M60
- Modellplatte M56 mit
- Kreissäge M53
- Schleifbock M52
- Bohrmaschine M51
Alle Teile stammen aus dem Hause Wilesco, Lüdenscheid. Auch heute noch bekommt man dort jedes Einzelteil / jedes einzelne Schräubchen als Ersatzteil.
Die Funktionsweise einer Dampfmaschine erklärt übrigens Peter Lustig auf der Internet-Seite von Wilesco sehr schön.