Der Sternfahrer – Freu[n]de, Modellbau und Spielzeug
Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann.
Francis Picabia (1879–1953) – Maler, Schriftsteller und zentrale Figur der Dada-Bewegung
ICE826 München – Köln/Bonn Flughafen – Köln Hbf
Es ist einer dieser Momente, in denen die Zeit für einen Augenblick stillzustehen scheint: irgendwo zwischen Siegburg und Troisdorf, auf freier Strecke, hält der ICE T 826 inne. Ein technischer Zwischenfall hat die Fahrt von München nach Köln unterbrochen – ein leiser Einschnitt im sonst so gleichmäßigen Fluss der Geschwindigkeit. Doch Stille ist im Bahnverkehr nie von Dauer. Kaum ist die Störung behoben, erwacht der Zug wieder zum Leben. Sanft setzt sich der ICE in Bewegung – genau hier beginnt unsere Mitfahrt im Train Simulator Classic. Ein kaum spürbares Rucken, dann gleitet der Zug wieder vorwärts, als hätte er nur kurz Luft geholt.
Über der gesamten Fahrt liegt jedoch ein besonderer Rahmen: Eine aktuelle, amtliche Unwetterwarnung zwingt den Zug zur Vorsicht. Die Geschwindigkeit ist begrenzt – mehr als 130 km/h sind heute nicht erlaubt. So wird aus der sonst so schnellen Reise eine bedächtigere, fast nachdenkliche Fahrt, in der jede Bewegung bewusster erscheint. Die Strecke öffnet sich, und mit ihr die Fahrt auf der Schnellbahntrasse. Troisdorf wird durchfahren, ein flüchtiger Blick auf Bahnsteige, Signale und wartende Züge – Momentaufnahmen, die im Rhythmus der gedämpften Geschwindigkeit langsamer wirken, greifbarer werden. Die Landschaft zieht vorbei, während sich der Zug seinem nächsten Abzweig nähert: Richtung Köln/Bonn Flughafen.
Es ist ein Abschnitt, der von Bewegung und Übergang erzählt. Die Gleise verzweigen sich, führen in neue Richtungen, als würde der Zug eine Entscheidung treffen. Dann verschwindet er im Tunnel – ein kurzes Eintauchen in Dunkelheit, ein Innehalten zwischen zwei Welten.Als das Licht zurückkehrt, öffnet sich der Blick auf den Flughafenbahnhof. Hier pulsiert das Leben anders: Rollkoffer, eilige Schritte, gespannte Blicke auf Anzeigetafeln. Flugreisende steigen zu, andere verlassen den Zug, ihre Reise in eine andere Richtung fortsetzend. Für einen Moment treffen hier Himmel und Schiene aufeinander.
Die Fahrt geht weiter, zielstrebig, beinahe ruhig. Der nächste Halt: Köln Messe/Deutz. Ein Ort des Ankommens und Aufbrechens zugleich. Während einige Fahrgäste aussteigen, vielleicht auf dem Weg zu einer Ausstellung oder einem Geschäftstermin, richtet sich der Blick anderer schon weiter: Tief im Bahnhof wartet bereits der Anschluss – ein ICE nach Amsterdam, bereit zur Abfahrt.
Dann folgt einer der ikonischsten Abschnitte der Strecke. Langsam rollt der Zug über die Hohenzollernbrücke. Der Rhein liegt ruhig darunter, und zur Linken erhebt sich majestätisch der Kölner Dom. Es ist kein Moment der Eile, sondern einer des Sehens – verstärkt durch die reduzierte Geschwindigkeit von 30 km/h, die dem Augenblick Raum gibt.
Schließlich erreicht der ICE den Kölner Hauptbahnhof. Doch für ihn ist die Reise noch nicht ganz zu Ende. Leer, ohne Fahrgäste, setzt er seinen Weg fort in den Betriebsbahnhof. Hier, fernab des Trubels, kehrt Ruhe ein. Der Zug wird abgestellt, vorbereitet, geprüft – bereit für das nächste Kapitel seiner Reise.
Und so endet diese Fahrt, nicht mit einem endgültigen Ziel, sondern mit einem leisen Übergang. Denn auf der Schiene bedeutet jedes Ankommen zugleich auch immer einen neuen Anfang.
Sherpa CR 3.4 – Heide Düne
Mit dem Absima Crawler Sherpa CR 3.4 geht es heute in die Düne, in die Heide mit ihrer Binnendüne.
Der Sand, durch den der Sherpa sich bewegt, erinnert an das Gefühl, in der Wüste unterwegs gewesen zu sein.
Der 4×4 schiebt sich zeitweise der Sonne entgegen. Sie steht bei blauem Himmel hoch, es ist heiß; zum Glück nicht ganz so wie in der Wüste.
Am Rand des Weges gibt es einiges zu sehen. Die Heide, ein geschützter Ort, an dem sich u.a. Libellen und Wasserfrösche zeigen. Der kleine Prinz ist hier nicht zu sehen, allerdings der Heidekönig1). Ein schöner Ort für eine Rast und ein kühles Getränk.
Fotos anklicken und vergrößern (1920 x 1080 px)
1) Website Waldwirtschaft Heidekönig https://www.der-heidekoenig.de/
Flying Bicycle – Le Aviette – Fliegendes Fahrrad #5
Flying Bicycle – Le Aviette – Fliegendes Fahrrad #5
Ein Micro-Servo ist erfolgreich zu einem per Fernsteuerung in Richtung und Geschwindigkeit stufenlos regelbaren Getriebemotor umgebaut. So können wir denn voller Hoffnung sein, dass die Fahrradpedalen und damit die Beine des Fahrradfahrers bzw. des Piloten in Bewegung gesetzt werden können.
Die ersten Versuche haben gezeigt, dass das nicht so einfach ist, wie zunächst gedacht.
Einfach ein paar Gliedmaßen, mit Briefklammer als Gelenke, wie bei einem Hampelmann, führt tatsächlich nur zu wilder, unkontrollierter Hampelei.
Es ist etwas mehr Aufwand nötig. Aber die weiteren Versuche zeigen einen zielführenden Weg, zunächst nur mit einem Bein, aber so klappt es.
Sherpa CR3.4 – Lüttelsiefen
Auf dem Agger-Sülz-Weg geht es kurz vor der Mündung der Sülz in die Agger am Fuß des Scharfeberg in den Lüttelsiefen mit seinem zwischen Farnen und Gräsern, über Steine und gebrochene Zweige fließenden Rinnsal.
Siefen, auch Siepen ist die Bezeichnung für ein enges, schluchtenartiges Waldtal mit kleinem Rinnsal, feuchtes Bachtal.1)
1) https://de.wikipedia.org/wiki/Siefen
Sailing – Bonn Rheinaue Auensee
Kalter Nordwind – kalte Hände – nasskalt – ungemütlich – und trotz alledem viel Sonntagmorgenfreude bei der Mannschaft
Ein Wasserturm für Irgendwo
Regen trommelt an das Fenster in Irgendwo – nicht heftig, aber beständig. Es ist usselig, der November zeigt sich wie ein alter Freund. Der Himmel hängt tief über dem Tal, und die Gleise glänzen matt, als hätten sie einen dünnen Film aus Erinnerung übergezogen bekommen. Das Wochenende steht vor der Tür, aber niemand eilt ihm entgegen. In Irgendwo nimmt man es wie es kommt: langsam, mit ruhiger Hand, mit einem stillen Nicken.
In der kleinen 3D-Design-Werkstatt, dort, wo der warme Schein der Schreibtischlampe einen goldenen Kreis auf die Tastatur malt, ist es wohlig warm. Der Regen draußen wird zum Rhythmus, der die Gedanken ordnet.
Und wie so oft in diesen stillen Stunden wandern die Gedanken zurück – zu diesem Trafohäuschen, diesem winzigen, fast unscheinbaren Bau. Noch immer sieht man die Spuren der Fingerabdrücke im Leim, die winzigen Unregelmäßigkeiten im Holz, und man spürt diese Mischung aus Stolz und leiser Überraschung, die jedes gelungen gebaute Detail mit sich bringt.

Heute steht es dort, an der Strecke, so selbstverständlich als wäre es schon immer da gewesen – und liefert den Strom, der Irgendwo zum Leben erweckt: für die Laternen am Bahnsteig, für das Summen der kleinen Motoren, für die Lichtkegel der Werkhalle. Doch es fehlt noch etwas. Man merkt es an kalten Tagen, wenn der Dampf schwer in der Luft hängt. Der Ort braucht Wasser – nicht nur für die Menschen, deren Eimer sich schnell leeren, sondern auch für die Dampfloks, die im Winter noch durstiger sind als im Sommer.
Ein Wasserturm muss her. Einer mit dem Gewicht alter Bahnromantik, mit ehrlicher Backsteinfassade, mit dieser ganz eigenen Mischung aus Zweckbau und heimlichem Wahrzeichen.
Vorbild ist der Wasserturm in Hennef-Heisterschoss, dessen Geschichte leise in den Ziegeln weiterlebt: Der große Speicherbehälter im oberen Teil des Turms wurde zwar längst stillgelegt und durch moderne Technik der Wasserversorgung ersetzt, doch die Form blieb – ein stummes Zeichen dafür, wie viel Vergangenheit ein Gebäude tragen kann, ohne seinem Zweck treu bleiben zu müssen.
Also sitzt man nun hier, am Laptop, während draußen die Wassertropfen gegeneinander antreten: manche rennen, manche rinnen langsam. Auf dem Bildschirm wächst Schritt für Schritt ein Gebäude, das sich an dieses Vorbild anlehnt.
Zuerst nur eine grobe Form, dann ein Quader, dann der Erker. In der Werkstatt nimmt das Modell langsam Gestalt an, wie ein Foto, das aus der Dunkelkammer auftaucht. Linien fügen sich zu Flächen, Flächen zu Wänden, Wände zu einem Turm, der in seiner Schlichtheit würdevoll wirkt, als wisse er längst, welchen Platz er in Irgendwo einnehmen wird.

Und während der Regen nicht nachlässt, sondern fein und geduldig gegen das Glas tickt, wächst das Gefühl, dass dies der richtige Moment ist: ein stiller Novembertag, eine dampfende Tasse Tee und das beruhigende Surren des Rechners, der die nächsten Platten berechnet.
Bald wird der Turm in die reale Werkstatt umziehen, in Holz und Karton und eine Prise Fantasie übersetzt werden. Und noch ein wenig später wird er in Irgendwo stehen – am Rand des Bahnhofs, wo die Loks anrollen, schwer atmend, durstig.
Usselwetter hin oder her: In Irgendwo entsteht immer etwas Neues. Und manchmal beginnt es mit nichts weiter als einem Regentropfen am Fenster.
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