Der Sternfahrer – Freu[n]de, Modellbau und Spielzeug
Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann.
Francis Picabia (1879–1953) – Maler, Schriftsteller und zentrale Figur der Dada-Bewegung
Intermodellbau 2026 – Berlin Anhalter Bahnof
Teil 4 – Der verlorene Bahnhof – und seine Wiederkehr im Modell
Es gibt auf der INTERMODELLBAU Momente, da wird es plötzlich still. Nicht, weil weniger Menschen da wären – im Gegenteil. Sondern weil sie stehen bleiben. So ist es bei dem Modell des Anhalter Bahnhof, geschaffen von Goldschmiedemeister Gebhard Reitz. Kein blinkendes Spektakel. Kein hektisches Drehen, kein lautes Geräusch. Und doch zieht dieses Modell die Menschen an – fast ehrfürchtig.

Ein Bauwerk, das mehr war als ein Bahnhof
Der Anhalter Bahnhof war einst einer der bedeutendsten Orte Berlins – ein Tor zur Welt, ein Ausgangspunkt nach Süden, nach Wien, nach Rom. Seine gewaltige Halle, seine monumentale Fassade, das geschäftige Treiben von Reisenden – all das ist verschwunden. Zerstört, abgerissen, reduziert auf ein einziges Fragment aus Stein. Und doch lebt er weiter. Nicht nur in Archiven oder digitalen Rekonstruktionen, sondern in Miniatur – gebaut mit Händen, Geduld und einem fast unbeirrbaren Willen zur Erinnerung.
Ein Leben in einem Modell
Über 20 Jahre hat Gebhard Reitz an seinem Modell gearbeitet. Zwanzig Jahre – das ist keine Bauzeit mehr. Das ist eine Lebensphase. Man sieht es dem Modell an: Hier wurde nicht einfach etwas nachgebaut. Hier wurde etwas zurückgeholt. Die Proportionen stimmen, die Architektur atmet die Größe des Originals. Gleisfelder ziehen sich wie Linien einer verlorenen Zeit, Gebäude stehen in stiller Präzision. Und irgendwo dazwischen meint man fast, Bewegung zu sehen – obwohl nichts fährt.

Zwischen Geschichte und Gegenwart
Wer vor diesem Modell steht, sieht nicht nur einen Bahnhof. Er sieht Schichten von Zeit:
- die Eleganz des 19. Jahrhunderts
- das pulsierende Leben der 1920er
- die Brüche der Geschichte
- und schließlich die Leere danach

Der echte Bahnhof wurde nach dem Krieg schwer beschädigt und später abgetragen. Das Modell dagegen bleibt. Es widersetzt sich dem Vergessen.
Die besondere Kraft der Stille
Während an anderen Stellen der Messe Motoren surren und Lichter blinken, passiert hier etwas anderes: Die Menschen treten näher. Sie beugen sich leicht nach vorne. Sie sprechen leiser. Vielleicht, weil sie spüren, dass es hier nicht nur um Technik geht. Sondern um Erinnerung. Und vielleicht auch, weil dieses Modell etwas zeigt, das in unserer schnellen Zeit selten geworden ist: Geduld. Hingabe. Tiefe.

Ein letzter Gedanke
Man kann über eine Messe gehen, schauen, fotografieren, weitergehen. Oder man bleibt stehen – vor einem Modell wie diesem.
Modellbau kann mehr sein als ein Hobby: eine Form, Geschichte festzuhalten.
Nicht laut. Nicht aufdringlich. Sondern in aller Stille.
Intermodellbau 2026 – Faszinierende Kirmesmodelle
Teil 3 – Blinkende Lichter, drehende Welten – die Faszination der Kirmesmodelle

Mitten im Trubel der Hallen, zwischen Eisenbahnen, Flugshows und Hightech-Modellen, gibt es einen Bereich, der sofort auffällt – nicht durch Größe, sondern durch Wirkung: Kirmesmodelle. Schon von weitem zieht ein Flackern die Blicke an. Lichterketten blinken, Gondeln schwingen, ein Riesenrad dreht ruhig seine Runden. Dazu erklingen typische Jahrmarktsounds – und plötzlich steht man nicht mehr in einer Messehalle, sondern irgendwo zwischen Crêpes-Stand und Autoscooter. Dass solche Szenen auf der INTERMODELLBAU 2026 ihren Platz haben, ist kein Zufall: Die Messe lebt von der ganzen Bandbreite des Modellbaus – von klassischen Anlagen bis zu spektakulären Schauwelten, die Emotionen wecken und Geschichten erzählen.
Jahrmarkt im Maßstab – aber mit echtem Leben
Kirmesmodelle sind mehr als nur Miniaturen. Sie sind komplette Erlebniswelten im Kleinformat.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert Ralphs Showmodels. Hier wird nicht einfach ein Fahrgeschäft nachgebaut – hier entsteht ein ganzes Ensemble:
- Fahrgeschäfte mit Licht- und Soundeffekten
- originalgetreue Fassaden und Dekorationen
- Transportfahrzeuge, Wohnwagen und Schausteller-Details

Alles ist darauf ausgelegt, beweglich und vorführbar zu sein – ganz wie im echten Schaustellerbetrieb. Das Ergebnis: Modelle, die nicht nur aussehen wie ihre großen Vorbilder, sondern sich auch so anfühlen. Wenn sich ein Breakdancer mit 16 Gondeln dreht oder das Riesenrad CASSANDRA langsam anläuft, entsteht genau dieser Moment, den man vom echten Rummel kennt.
Und mehr noch: Als Besucher kann man sich fast dabei ertappen, im Kopf mitzulaufen – im Takt der Musik von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft über den Jahrmarkt zu schlendern. Es fehlt eigentlich nur noch eines, um die Illusion perfekt zu machen: der typische Geruch von Backfisch, gerösteten Mandeln und frischer Zuckerwatte.
Technik trifft Nostalgie – und ein bisschen Wahnsinn
Besonders beeindruckend sind die Dimensionen, die selbst im Modell erreicht werden. So gibt es beispielsweise ein transportables Modellriesenrad im Maßstab 1:32 mit über zwei Metern Höhe und dutzenden Gondeln – inklusive kompletter Logistik für Auf- und Abbau.
Was hier betrieben wird, ist Modellbau an der Grenze zur Inszenierung:
- Elektronik für Lichtprogramme
- Motoren für realistische Bewegungsabläufe
- Soundsysteme für die typische Kirmes-Atmosphäre
Und natürlich: unzählige Stunden Handarbeit.

Warum gerade Kirmesmodelle die Besucher magisch anziehen
Während viele Modelle bewundert werden, werden Kirmesmodelle erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass jeder eine eigene Erinnerung mitbringt: den ersten Autoscooter, die Fahrt im Riesenrad, der Kuss in der Raupe, das Gedränge auf dem Jahrmarkt. Diese Modelle sprechen nicht nur den Verstand an, sondern direkt das Gefühl.

Genau deshalb gehören sie zu den Bereichen, in denen sich die Besucher besonders lange aufhalten – oft mit einem Lächeln, manchmal einfach nur staunend. Und ganz nebenbei zeigen sie, was Modellbau ausmacht: Nicht nur Präzision und Technik, sondern Atmosphäre.
Ein Seitenhieb – mit Zuckerwatte-Geschmack
Es ist schon ein merkwürdiger Kontrast: Da stehen Menschen minutenlang vor einem Mini-Riesenrad, beobachten jede Bewegung, jedes Licht – und kommen miteinander ins Gespräch. Fremde erklären sich gegenseitig Details, lachen, erinnern sich. Und draußen? Da wird der echte Jahrmarkt oft nur noch durchgescrollt: Eventkalender auf dem Smartphone, schnell ein Foto, weiter zum nächsten Programmpunkt. Hier drin dagegen nimmt man sich Zeit. Für ein Modell. Für ein Gespräch. Für einen Moment. Vielleicht ist das die eigentliche Stärke dieser kleinen Kirmeswelten: Sie zeigen, wie viel mehr ein Erlebnis wird, wenn es nicht nur konsumiert, sondern geteilt wird.
Website Ralphs Showmodels
Grunau Baby III Bau-Doku Teil 9
In dieser Folge der Bau-Doku der beiden Grunau Baby, 3 m Spannweite, Eigenbau, geht es um den Bau der Flächen, den Einbau der Bremsklappen und die Beplankung bei dem Modell D-5364 Xanten.
Segler – 2m-Allrounder Eigenkonstruktion Erstflug
Einen weiteren 2m-Allrounder Segler, eine Eigenkonstruktion haben Montagsflieger Dieter und Ralf in den letzten Monaten gebaut. Das Modell geht am einzigen sonnigen Montag des letzten Monats im Jahr, Mitte Dezember 2023 an ein Hochstartseil zu seinem Erstflug und landet in kletschnasser Wiese.
Dieter beschreibt im Video Einzelheiten zu der Teamarbeit und technische Details zum Eigenbau mit 2m Spannweite sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Modells.
Weiterer 2m-Allrounder
Die neue Brücke
In der Kaldauer Grube ist für Crawler das neue Brückenbauwerk „Borkenkäfer“ im Bau.
Ein Großteil der Querungstrasse und der Stützpfeiler sind gebaut. Eine Belastungsprobe war erfolgreich und ein erster Fahrversuch zumindest in Teilen.
Der westliche Teil der Holzkonstruktion muss nachgebessert werden, damit Fahrzeuge dort nicht in die Tiefe abrutschen.
Pommes statt Dampf: Emma als schwimmende Imbissbude
Emma macht Pause – jetzt kommt Calli mit dem „Fritten Schälchen“ – Am Teich herrschte an diesem Tag schon beste Stimmung, doch als die Zuschauer die neue Konstruktion sahen, rieben sie sich die Augen: Aus der kleinen schwimmenden Lok Emma war ein schwimmender Imbissstand geworden! Der Dampfkessel mit dem Dampfdom war verschwunden, der Schornstein auch – stattdessen thronte ein gelb-weiß gestreiftes Dach, unter dem knusprige Pommes-Spieße und Mayotuben auf Kundschaft warteten.
Am Steuer: Fritten Calli, der neue Imbiss-Kapitän mit roter Wollmütze und stattlichem Bart. Neben ihm kreiste die hungrige Möwe Clara der Montagsflieger, die bereits den ersten Pommes-Schnappversuch plante.
Auf dem Schild stand in großen Buchstaben: „Fritten Schälchen“.

Die erste Fahrt begann gemächlich. Das Boot tuckerte hinaus, und sofort scharten sich Spaziergänger, Kinder und Enten am Ufer. „Pommes! Gibt’s hier wirklich Pommes?“ rief ein neugieriger Junge, während sein Vater skeptisch fragte, ob die Preise denn noch in D-Mark seien – auf den Schildern standen schließlich 50 Pfennig für Cola und 70 Pfennig für Pommes. „Das ist Retro-Design“, erklärte Calli wichtig und blinzelte in die Sonne.
Schon bald war das „Fritten Schälchen“ das Highlight des Teichs: Enten verwechselten die Pommes mit Schilfhalmen und mussten enttäuscht abdrehen, Kinder klatschten begeistert, und auf den Bänken am Teich wurde diskutiert, ob man wohl mit dem Paddelboot rüberfahren dürfe, um eine Portion Mayo zu ergattern. Der Baron Krümelzahn, Emmas treuer Begleiter, schwamm gemütlich hinterher und seufzte leise: „Früher bin ich noch als Schreckgespenst durchs Wasser gezogen – heute bin ich der offizielle Pommes-Wachhund.“ Doch er ließ es sich gefallen. Schließlich schmeckt selbst einem Krokodil eine knusprige Kartoffel nicht schlecht.
Und so schrieb sich ein neues Kapitel ins Logbuch des Teichs:
Emma pausiert,
Fritten Calli serviert
und das „Fritten Schälchen“ wird zum kulinarischen Star auf dem Wasser.
Irgendwo – Ein Schuppen nimmt Gestalt an
Die Teile für den Lokschuppen – und den kleinen Anbau mit Werkstatt und Fahrdienstleitung – sind inzwischen eingetroffen. Noch riechen sie ein wenig nach warmem Kunststoff, wie frisch gebackene Ideen. Schicht für Schicht hatten sie im Dunkel des Druckers Gestalt angenommen, und nun liegen sie auf der Werkbank, hell und erwartungsvoll, bereit für den nächsten Schritt in ihrem jungen Dasein.
Die Wände sind längst zusammengeklebt, sauber ausgerichtet wie alte Kameraden, die genau wissen, wo ihr Platz ist. Fenster und Türen sitzen nun dort, wo sie hingehören: kleine Augen und Münder eines Gebäudes, das schon jetzt so wirkt, als würde es bald Geschichten atmen. Ein Hauch von Werkstattgeruch liegt über dem Tisch – Kleber, Holz, ein wenig Farbe, ein bisschen Fantasie.

Die erste Stellprobe folgt, wie ein Moment des Innehaltens. Der Triebwagen T1 der Schmalspurbahn rollt langsam heran, schnurrt über die noch nackten Gleise und prüft vorsichtig die Einfahrt in den Lokschuppen. Er passt hinein – gerade so, mit dieser knappen Eleganz, die alten Kleinbahnen eigen ist. Und während T1 sein neues Zuhause inspiziert, wartet auf dem Nebengleis die Diesellok V12, als würde sie jeden Augenblick den ersten Atemzug ihres Motors wagen. Still steht sie da, würdevoll, bereit für das, was kommen mag.

Ganz nebenbei – so unscheinbar, dass es fast wie ein kleines Wunder wirkt – sind die ersten Grasbüschel in unterschiedlichen Farbtönen geliefert und gesetzt worden. Zarte Halme, die sich an die Kante des Bahnhofsgebäudes schmiegen, als wollten sie schon jetzt von Wind und Zeit erzählen.
Noch ist es wenig, nur ein Versprechen. Aber genau so beginnt Irgendwo zu wachsen: hier ein Halm, dort ein Stein, ein Gebäude, ein Gleis. Und plötzlich wird aus einem Arbeitstisch eine Landschaft.


So setzt sich Irgendwo weiter zusammen, Stück für Stück, wie ein Atemzug nach dem nächsten.
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