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Der Sternfahrer – Freu[n]de, Modellbau und Spielzeug


Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann.

Francis Picabia (1879–1953) – Maler, Schriftsteller und zentrale Figur der Dada-Bewegung



Fliegerfantasien

Es ist Montag. Die Sonne brennt vom makellos blauen Himmel, die Luft flimmert über dem trockenen Boden, und die frisch gemähte Wiese duftet nach Heu, das längst eingefahren ist. Die Natur hat ihre Hausaufgaben gemacht.

Ein Montagsflieger ist gelandet. Er zieht an seiner Zigarette und lässt den Blick über die Ebene schweifen. In der flirrenden Ferne beginnt die Wirklichkeit weich zu werden. Aus dem Hitzedunst erhebt sich eine Fata Morgana, so verlockend wie unwahrscheinlich: ein Flugtag.

Oldtimerflugzeuge rollen heran, geschniegelt und poliert wie pensionierte Filmstars auf Abschiedstournee. Schaulustige strömen aufs Gelände. Herren tragen Mützen, die seit 1958 auf ihren Einsatz gewartet haben, Damen flanieren in Kleidern, die beweisen sollen, dass früher alles eleganter war – selbst die Sonnenstiche.

Zwischen den Flugzeugen wird gefachsimpelt. Jeder kennt jemanden, der einmal einen Sternmotor gehört hat. Mindestens die Hälfte der Anwesenden war angeblich persönlich dabei, als die Luftfahrt erfunden wurde. Die Maschinen glänzen in der Sonne, Kameras klicken, Kinder staunen, und für einen kurzen Moment scheint die Zeit tatsächlich stehen geblieben zu sein.

Dann zieht am Horizont ein Gewitter auf. Ein Blitz zerreißt den Himmel. Der Donner folgt unmittelbar und mit der Autorität eines Flugleiters, der genug gesehen hat. Binnen Sekunden verwandelt sich die nostalgische Zeitreise in eine geordnete Fluchtbewegung. Die Herren retten ihre Mützen, die Damen ihre Frisuren, und die Piloten ihre Flugzeuge. Die Vergangenheit rollt hastig in die Hangars zurück.

Zurück bleibt eine leere Wiese. Die Natur hat beschlossen, dass der Flugtag beendet ist. Und gegen die Natur hat selbst der stärkste Sternmotor keine Zulassung.

Bilder KI-generiert

Operation Startbahn Grün

Eine satirische Betrachtung des Alltags bei den Montagsfliegern – Chronik der kontrollierten Vegetationsräumung auf einer Modellflugpiste

Es gibt Orte, an denen die Natur und die Technik eine fragile Koexistenz eingehen. Und dann gibt es eine große Weidefläche irgendwo außerhalb der Alltagsrealität, auf der Menschen mit ernstem Gesichtsausdruck kleine Flugzeuge starten lassen – nicht aus kommerziellem Interesse, nicht aus militärischen Gründen, sondern weil sie es können. In diesem Spannungsfeld existiert die Start- und Landebahn aus Gras.

Und wenn das Gras zu hoch wird, beginnt

Operation Startbahn Grün.

Phase 1: Präzise Lageanalyse der Lufthindernisse

Die Ausgangslage ist kritisch. Die „Startbahn“ – ein Begriff, der hier weniger Asphalt als vielmehr optimistische Vegetation beschreibt – zeigt erste strukturelle Instabilitäten. Halme neigen sich in ungünstigen Winkeln, Gänseblümchen versuchen offensichtlich, sich als improvisierte Landezeichen zu etablieren, und der Löwenzahn entwickelt bereits eine eigene Zonierungsstrategie.

Die Montagsflieger, eine Gemeinschaft von hochspezialisierten Hobbystrategen, betrachten das Gelände mit der gleichen Ernsthaftigkeit, mit der andere Menschen Wetterkarten studieren oder Börsenkurse interpretieren. Ein leichtes Kopfschütteln geht durch die Reihen: „So kann das nicht bleiben.“

Phase 2: Mobilisierung des Einsatzgeräts

Zum Einsatz kommt kein gewöhnlicher Rasenmäher. Nein. Dies ist ein vierrädriger Aufsitzrasenmäher – ein Gefährt, das irgendwo zwischen Gartengerät und Freizeitfahrzeug der landwirtschaftlichen Oberschicht angesiedelt ist.

Er brummt nicht. Er verkündet seine Präsenz.

Beim Aufsitzen verändert sich die psychologische Lage des Bedieners schlagartig. Aus einer Person wird eine Art Fahrkommandant einer grünen Bodenoperation. Hände greifen das Steuer, der Blick wird fokussiert, und für einen kurzen Moment wirkt selbst das Mähen wie eine Tätigkeit mit NATO-ähnlicher Einsatzlogik.

Phase 3: Annäherung an die Startbahn

Die erste Überfahrt über die Bahn ist ein historischer Moment. Die Grashalme, eben noch selbstbewusste vertikale Strukturen, werden nun systematisch in horizontale Realität überführt. Es ist kein Zerstören. Es ist ein Umdefinieren von Landschaft.

Die Modellflugzeuge am Rand wirken dabei wie stumme Beobachter eines bevorstehenden Infrastrukturprojekts. Einige liegen bereit auf Klapptischen, andere stehen auf Startkatapulten, als würden sie bereits leise darüber diskutieren, ob die Bahn „flugbereit“ oder nur „so halb akzeptabel“ ist. Ein Windstoß geht über die Fläche. Oder vielleicht ist es auch nur kollektive Anspannung.

Phase 4: Eskalation der Vegetationslage

Mit jeder Runde des Aufsitzmähers wird die Startbahn klarer, aber auch die Gegenseite entschlossener. Das Gras zeigt bemerkenswerte Resilienz. Einige Bereiche wachsen scheinbar schneller nach, sobald sie gemäht wurden – ein Verhalten, das in Fachkreisen als „vegetative Provokation“ bezeichnet wird.

Der Fahrer reagiert mit erhöhter Konzentration. Jede Kurve muss exakt sitzen. Eine zu breite Bahn könnte später als „nicht flugtechnisch optimiert“ kritisiert werden. Eine zu schmale Bahn hingegen könnte die Existenzberechtigung einzelner Flugmodelle infrage stellen.

Am Rand stehen Gruppenmitglieder Ihre Körpersprache ist eindeutig: Sie sagen nichts, aber sie bewerten alles.

Phase 5: Der philosophische Konflikt zwischen Natur und Flyphysik

Spätestens jetzt stellt sich die fundamentale Frage: Ist diese Startbahn ein technisches Konstrukt oder lediglich ein temporär domestiziertes Stück Wiese? Die Natur scheint darauf keine eindeutige Antwort zu geben. Kaum ist eine Bahn gemäht, beginnt sie bereits wieder mit der Rekolonialisierung. Gras wächst nach, als hätte es einen persönlichen Vertrag mit der Zeit abgeschlossen.

Die Modellflieger hingegen bestehen auf Präzision. Für sie ist die Bahn nicht „irgendwie kurz gemäht“, sondern eine essentielle Voraussetzung für kontrollierte Luftfahrt im Kleinformat. Ohne klare Kante kein stabiler Start. Ohne Stabilität kein Flug. Ohne Flug kein Sinn.

Phase 6: Abschluss der Bodenoperation

Nach mehreren Durchgängen verstummt der Aufsitzrasenmäher. Die Startbahn liegt nun frei, klar definiert, beinahe geometrisch in die Landschaft eingebettet. Sie wirkt plötzlich ernst. Funktional. Bereit. Die Spannung löst sich langsam. Erste Modellflugzeuge werden an die Startposition gebracht. Es ist dieser Moment zwischen Erde und Himmel, der alles rechtfertigt – zumindest bis zum nächsten Graszyklus.

Der Mäher wird abgestellt. Sein Motor knistert noch nach, als würde er selbst kurz über seine Rolle in der Zivilisation nachdenken. Die Wiese schweigt nicht lange. Sie beginnt bereits, die Ränder zurückzuerobern. Denn sie weiß: Diese Operation ist kein Sieg. Sie ist eine Vereinbarung auf Zeit.


3D-Druck Eurofighter

Montagsflieger Udo zeigt sich wieder als geschickter Freund neuer Techniken des Modellbaus. Mit seinem Eurofighter Flugmodell, das er im 3D-Druck-Verfahren gebaut hat, ist er beim jüngsten Treffen der Montagsflieger dabei. Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag im Juni 2024 mit böigem Wind aus wechselnden Richtungen. Einige aktuelle Schnappschüsse von Udos Modell:

Udo startet seinen Eurofighter nicht nur aus der sicheren Hand von Montagsflieger Bernd, sondern auch mit seinem Eigenbau-Katapult. Da bleiben beim Start beide Hände an den Knüppeln der Fernsteuerung. Der Startvorgang wird mit dem Fuß ausgelöst.

So sind sichere, entspannte und elegante Starts des Eurofighters und anderer Modelle ohne sonst erforderlichen Helfer möglich.

Das Video zeigt einen Katapultstart des Modells. Die Aufnahmen stammen aus September 2022 und sind um Fotos aus Juni 2024 ergänzt.


Jupiter Duck – Wir brauchen einen Tümpel

Da fehlt uns noch etwas auf dem Hochplateau: ein Tümpel. Es muss für unsere Enten nicht gleich ein See sein, sie wären auch mit einer etwas größeren Pfütze zufrieden.

Jupiter Duck – Downloadplan bei FlugModell

Depron Eigenbauten, Lebendgewicht mit Federn und Akku jeweils 169 g, der Montagsflieger Bernd und Georg nach einem Bauplan von Thomas Buchwald. Den kostenlosen Downloadplan gibt es bei FlugModell.


Durch den Dreisbach mit Crawlern

Mit den Crawlern durch den Dreisbach am östlichen Ortsrand von Neunkirchen, tief im Hasselsiefen. Amewi TOYOTA Land Cruiser RCX10PS und Absima Sherpa CR3.4 Jurassic Park.

Wer sich darauf einlässt, etwas Fantasie hat, genießt die Fahrt als Abenteuer durch feuchtes, üppiges, in den Himmel strebendes Grün.

Ein Hauch von Dschungel, von Subkontinent liegt in der schwülen Luft und umarmt die beiden Crawler-Fahrer.

Amewi – TOYOTA Land Cruiser RCX10 PS und Absima Sherpa 3.4 Jurassic Park


Zum Stapellauf bereit – Fritten Schälchen

Das schwimmende „Fritten Schälchen“ ist bereit zum Stapellauf und für die Jungfernfahrt auf dem Auensee in der Bonner Rheinaue gut gerüstet.

Ein neuer Bootsführer ist auch schon gefunden, er nennt sich „Fritten Calli“; Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären rein zufällig. Fritten Calli ist zur Zeit noch in der Garderobe/Maske und wird für seinen ersten Einsatz an der Fritteuse herausgeputzt. Er scheint engagiert und liefert auch frei Haus, sofern dieses mit seinem Schälchen wasserseitig in der Region Rhein-Sieg erreichbar ist. Einen Bootsführerschein hat Calli nicht; er ist ein Naturtalent.

Die gefräßige Möwe Clara hat ihren neuen Futterplatz auch schon gefunden; sie hat in großer Erwartung sofort Platz genommen.

Fritten Calli ungeschminkt

Callis Leckereien aus der Fritteuse

Speisekarte

klein, aber fein

Pommes

großes Schälchen 50Pf

mittlere Schale 70 Pf

kleines Schüsselchen 90 Pf

Mayo | Ketchup 10 Pf

Cola | Fanta o,2 L 50 Pf

Calli träumt davon, beim nächsten Rhein in Flammen an der Spitze der Schiffe mit seinem Fritten Schälchen vorauszufahren.


Modellbahn H0 Märklin Digital – Doku Teil 1

Modellbauer haben ihre eigenen Jahreszeiten. Im November, wenn es draußen stürmt, regnet, nasskalt ist, die Tage kürzer und grau sind, dann ist Modellbahnzeit.

Während die Nachrichten in Deutschland wieder von Streiks bei der Bahn und Notfallplänen, Schienenersatzverkehr sprechen, ist das bei UFM-Modellbau in Hennef kein Thema. Hier schafft Udo sich seine eigene Bahn.

Das nötige Holz ist geliefert, Schienen, Weichen, Loks und Waggons gibt es genug und Platz auch. Hier soll zeitgemäß digital gefahren werden, Märklin, bis zu dreißig Züge sollen auf dem Streckennetz über vier Ebenen zeitgleich zum Einsatz kommen.

Holz für den Rahmenbau untere Ebene

Zwei der geplanten Ebenen sind im Rohbau fertig, Gleise und Weichen verlegt. Fahrbetrieb zur Probe und Test der Funktionalität findet mit mehreren Zügen statt. Schließlich soll alles funktionieren, bevor es an die nächste und später an die vierte Ebene geht.

Schauen wir doch einfach mal bei Udo in seine Welt der Modellbahn, steigen auch in einen Zug ein und fahren mit durch die Teile der Anlage, die später verdeckt sein werden.


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