Dein Magazin für Modellbau, Technik und Spielzeug
In der kleinen Welt der Technik erwacht die Leidenschaft für Details und das gemeinsame Hobby zum Leben! Ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft oder auf Schienen: Tauch ein in unsere fünf großen Themenwelten, lass dich vom nostalgischen Retro-Charme inspirieren.
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Uerdinger Straße 62 – Erste Entdeckungen
In den ersten Wochen nach unserer Ankunft begann ich, die nähere Umgebung unseres neuen Zuhauses in der Uerdinger Straße 62 zu erkunden – anfangs noch fest an der Hand meiner Eltern, schon bald jedoch immer mutiger und auf eigene Faust. Unser Wohnhaus bildete den Ausgangspunkt für eine Vielzahl neuer Entdeckungen, die sich mir wie Puzzleteile einer völlig neuen Welt zusammensetzten.
Die nächste Querstraße war die Henschelstraße. Auf der einen Seite erhoben sich dort die typischen Wohnhäuser der Siedlung, während sich auf der gegenüberliegenden Seite die sogenannte „Übernachtung“ befand – ein stattliches Gebäude mit einer eigenen Kantine für die Bahnbediensteten. Im Kellergeschoss dieses Hauses verbarg sich für mich ein ganz besonderer Ort: Hier ging nicht nur ein Schuster seinem Handwerk nach, seine Frau führte in einem winzigen, sehr überschaubaren Raum auch einen kleinen Spiel- und Schreibwarenladen. Für Kinderaugen bot dieses Lädchen trotz seiner Bescheidenheit einen magischen Anziehungspunkt. Folgte man der Henschelstraße weiter, stieß man auf einen kleinen Parkplatz direkt vor dem Haus Rheindamm, das einen großen Saal für Feste und Veranstaltungen in sich barg – genau an jener Stelle, an der die Henschelstraße einen markanten Knick im rechten Winkel machte und schließlich direkt auf die Turmstraße zulief.
Die Turmstraße selbst, die von der Uerdinger Straße hinauf zum schützenden Damm führte, steckte voller Leben. Flankiert von Wohnhäusern zu beiden Seiten, bot sie an der Einmündung zur Henschelstraße einen echten Tante-Emma-Laden für die Dinge des täglichen Bedarfs. Der Weg führte in Höhe der Breitenbachallee vorbei am Ehrendenkmal, später am alten Waschhaus, dem mächtigen Wasserturm Hohenbudberg und dem Eingang zu meinem späteren Kindergarten, bis man schließlich oben auf dem Damm stand. Von dort aus bot sich mir ein überwältigender Weitblick über die saftigen Rheinwiesen bis hinüber auf die andere Rheinseite, wo die rauchende Schwerindustrie von Mannesmann das Bild beherrschte. Mein Blick schweifte nach Norden bis zum alten Dorf Friemersheim und weit nach Süden hinab zu den weitläufigen Bayer-Werken und nach Krefeld-Uerdingen.
Direkt hinter unserem Wohnhaus erstreckte sich ein großes, grünes Areal, das von den Häusern der Henschelstraße, dem schützenden Rheindamm und weiten Feldern eingegrenzt wurde. Diese Grünanlage war ein Paradies mit vielen Versteckmöglichkeiten für uns Kinder, bewachsen mit Büschen, Hecken und Bäumen. Mittendrin lag der Spielplatz mit einem großen Sandkasten und einfachen Turngeräten. Doch die Anlage war auch ein Ort des emsigen Alltags der Erwachsenen: Hier standen die Teppichstangen, auf denen die Mütter mit lauten Schlägen die Teppiche ausklopften und reinigten. Gleich daneben befand sich der Wäschekäfig – ein mit einem mehr als mannshohen Lattenzaun abgetrennter Bereich, in dem die Hausbewohner ihre frisch gewaschene Wäsche aufhängen konnten, sicher geschützt vor den allzu wilden Spielen von uns Kindern.
All diese Orte waren eingehüllt in die ganz eigene Atmosphäre des Reviers. Es roch hier immer – je nach Windrichtung – mal nach verbrannter Kohle, nach feuchtem Dampf, nach Chemie oder der schweren Industrie. Es war ein Geruch, der viel mehr nach Zivilisation und harter Arbeit schmeckte als nach freier Natur. Untermalt wurde dieses Leben von einer unaufhörlichen, industriellen Symphonie rund um die Uhr: Das dumpfe Atmen der schweren Güterzüge, die vollbeladen mit Kohle und Erz in den Verschiebebahnhof ein- und ausfuhren, das laute Anfahren und Kreischen der Bremsen, das geschäftige Hin und Her der Rangierloks und das harte, metallische Aufeinanderstoßen der Waggons beim Ablaufen. Dazu gesellte sich das unregelmäßige, lautstarke Ablassen von Stoffen bei Bayer, Mannesmann oder Krupp.

Inmitten all dieses industriellen Rauschens trieben unzählige Spatzen ihr Unwesen. Sie waren die heimlichen Herrscher der Straße, schimpften in den Hecken und putzten sich nach sommerlichen Regengüssen vergnügt in den verbliebenen Pfützen. Doch wer genau hinsah, entdeckte, dass sich die Natur ihren Platz trotz allem nicht nehmen ließ. Unten in den angrenzenden Wiesen existierte eine ganz eigene, lebendige Fauna: Dort hatten stolze Fasane, flinke Rebhühner, Feldhasen und der Fuchs ihr Zuhause, während in den warmen Monaten unzählige Heuschrecken im Gras zirpten. In den hohen Baumkronen hämmerte der Specht seine Höhle zurecht. Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige bauten ihre Nester in wild gewachsenen Hecken und Kopfweiden. Auf den Steinen sonnten sich flinke Eidechsen, im Verborgenen schlängelten sich Blindschleichen durchs Unterholz und farbenprächtige Schmetterlinge tanzten durch die Luft. Für mich war die Eisenbahnsiedlung eine Welt, die in den kommenden Jahren voller pulsierenden Lebens, unvergesslicher Entdeckungen und großer Abenteuer stecken sollte.
Aus dem Archiv
Streamline 220 von D-Power – Drei Wermutstropfen
Streamline 220 von D-Power – Drei Wermutstropfen
Der Streamline 220 von D-Power wird als sportlicher Allrounder mit einer Spannweite von 220 cm als ARF+ angepriesen. Er hat einen hohen Vorfertigungsgrad und kommt mit dem von D-Power empfohlenen Zubehör auf einen Preis von über 500 Euro. Alles passt exakt, fast alles.
Bei dem hier gezeigten Modell ließ sich der empfohlene Regler nicht wie in der Bauanleitung beschrieben unter das Akkubrett schieben und dort platzieren.
Der Regler liegt hier weiter vorne, nur halb unter das Akkubrett geschoben. Das ist auch nicht weiter schlimm, weil das für die richtige Schwerpunkteinstellung mit einem leichteren Akku ausgeglichen werden konnte.
Die beiden Gewinde für die M3 Schrauben zur Flächenbefestigung sind im Rumpf mangelhaft geschnitten; die Schrauben haben leichtes, bei Gebrauch zunehmend mehr Spiel.

An der Innenseite des Rumpfes sind nachträglich zwei M3 Muttern eingeklebt. So haben die Flächenschrauben einen besseren Halt und sind spielfrei.
Die schwarze Folie auf den Flächen ist gerade in diesen heißen Wochen ein wohl nicht zu behebendes Übel. Bügeln, Nadelstiche, bügeln, Nadelstiche bringen auf Dauer keine Lösung. Die Blasenbildung ist hartnäckig, der Aerodynamik wenig dienlich und nichts für Ästheten. Sie scheint auch das Problem bei anderen Streamline Modellen aus dem Hause D-Power zu sein; zumindest bei drei aus der Reihe Streamline 270 in unserem Kreis. In einem dieser Fälle wurde die Folie auf der Oberseite der Flächen des Streamline 270 mit V-Leitwerk entfernt und durch eine andere einfarbig ersetzt.
Trotz der Wermutstropfen:
Der Streamline 220 ist ein Allrounder mit einem schönen Flugbild.
Er ist transportfreundlich, schnell aufgebaut und macht Spaß.






