Dein Magazin für Modellbau, Technik und Spielzeug
In der kleinen Welt der Technik erwacht die Leidenschaft für Details und das gemeinsame Hobby zum Leben! Ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft oder auf Schienen: Tauch ein in unsere fünf großen Themenwelten, lass dich vom nostalgischen Retro-Charme inspirieren.
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Die Magie einer Musiktruhe
Nachdem der letzte Böllerrauch der Silvesternacht verflogen und das neue Jahr 1959 angebrochen war, zog die tiefste Winterruhe in die Eisenbahnsiedlung ein. Draußen knackte der Frost, während die Tage nur langsam länger wurden. Die Kälte hielt uns Kinder meist drinnen, doch langweilig wurde es hinter dem Kachelofen keineswegs. Deutschland befand sich mitten im Aufbruch des Wirtschaftswunders; unter Bundeskanzler Konrad Adenauer und seinem populären Wirtschaftsminister Ludwig Erhard kehrte nach den schweren Nachkriegsjahren wieder Wohlstand und Zuversicht in die Haushalte ein. Man leistete sich wieder etwas, und auch bei uns zu Hause lag ein Hauch dieser historischen Aufbruchsstimmung in der Luft. Denn genau in jenen Wochen entwickelte sich unser Wohnzimmer zum absoluten Mittelpunkt der Welt – und das lag an einem ganz besonderen Möbelstück, das sich Addy und Franz voller Stolz gekauft und gegönnt hatten.
Es war eine nagelneue Nordmende-Musiktruhe, ein sogenanntes Tonmöbel, das den Raum dominierte. Gefertigt aus hochglänzendem Nussbaumholz, war sie der absolute Traum jener Zeit. Das Faszinierende daran war das Versteckspiel der Technik: Der Fernseher, das Radio, der Plattenspieler ruhten vollkommen unsichtbar hinter zwei eleganten Schiebetüren. Wenn nicht ferngesehen wurde, schob man die Holztüren einfach zu, und das Gerät fügte sich wieder wie ein edles Kommodenmöbel in das Zimmer ein. Fernsehen war zwar ein echtes Statussymbol, aber das Wohnzimmer sollte tagsüber eben gemütlich und aufgeräumt wirken.

So sehr dieses neue Wunderwerk der Technik uns alle verzauberte, brachte es ganz allmählich auch eine feine, kaum spürbare Veränderung in das Zusammenleben der Familien in der Eisenbahnsiedlung. Wo man sich früher abends auf der Straße, über den Gartenzaun hinweg oder bei Karten- und Brettspielen in der Wohnung austauschte und Geschichten erzählte, rückte nun der Blick auf die leuchtende Scheibe in den Vordergrund. Die Stühle und Sessel wurden nicht mehr zueinander gedreht, sondern starr auf das Möbel ausgerichtet. Das gemeinsame Sprechen wich immer öfter dem schweigenden Nebeneinander-Sitzen im abgedunkelten Raum. Das Tonmöbel holte zwar die weite Welt direkt zu uns ins Wohnzimmer, drängte aber gleichzeitig ein Stück der bisherigen, vertrauten Gemeinschaftlichkeit leise in den Hintergrund.
Für mich als kleinen Jungen besaß diese Truhe dennoch eine ganz eigene, magische Anziehungskraft. Wenn man den polierten Holzdeckel unter dem Radio an der Vorderseite aufklappte, betätigte ein kleiner Druckschalter im Verborgenen eine winzige Glühbirne, die das Innenleben sogleich in ein warmes, gemütliches Licht tauchte. Darin offenbarte sich der Plattenwechsler – ein mechanisches Wunderwerk. An der langen Abspielachse konnte man bis zu zehn Schallplatten aufreihen, die das Laufwerk dann vollautomatisch nacheinander herabließ. Um die beliebten kleinen Singles mit dem großen Mittelloch abzuspielen, steckte man den gelben Kunststoff-Puck auf die Achse. Und direkt neben dem Plattenspieler stand jenes typische Drahtgestell der Zeit: Ein kleiner Metallständer mit bunt ummantelten Drähten, in dem die Platten wie in einer echten Jukebox aufgereiht standen.
In diesem Ständer hatte auch eine ganz besondere, kleine Polyphon-Single ihren festen Platz: „In der kleinen Bimmelbahn“. Ich hörte mir das fröhliche Lied unzählige Male an, sang jedes Mal begeistert mit und habe den Text bis heute noch fast vollständig im Kopf:
„Mit der kleinen Bimmelbahn gerne alle Leute fahr’n. Über Berg und Tal keucht sie dahin…
Willst du mit der Bimmelbahn einmal durch das Ländchen fahr’n, darfst du nach der Uhrzeit dann nicht seh’n…
Denn die kleine Bimmelbahn muss durch einen Tunnel fahr’n und darinnen bleibt sie oftmals steh’n. Denn den Schaffner hat sein Mädchen mitgebracht aus seinem Städtchen…“
Ich sang aber keineswegs nur mit; in meinem Geiste fuhr ich selbst mit durch die Landschaft. Ich sah vor meinem inneren Auge, wie die kleine Bahn keuchend und langsam den Berg hinaufkroch, malte mir den dunklen Tunnel aus und stellte mir den freundlichen Schaffner und sein Mädchen vor, von denen das Lied erzählte.
Wenn das Radio eingeschaltet wurde, erwachte das Gerät langsam zum Leben. Das Röhrenradio brauchte ein paar Augenblicke zum Anwärmen, ehe das mystische „magische Auge“ – die grün leuchtende Abstimmröhre – aufglimmte und das genaue Einstellen des Senders anzeigte. Der Sound, der durch die Stoffbespannung der Lautsprecher drang, hatte einen unvergleichlich vollen, weichen Klang, der den Raum erfüllte. Wenn mein Vater auf UKW den Frequenzregler ganz nach links drehte, war je nach Wetterlage sogar schon mal der örtliche Polizeifunk zu hören. Meist war zwar überhaupt nichts los, aber das leise Rauschen und die gelegentlichen Knackgeräusche aus dem Äther gaben uns das Gefühl, Mäuschen bei echten Geheimsachen zu spielen.
Das Fernsehen war damals noch ein faszinierendes Ereignis. Ein Rund-um-die-Uhr-Programm wie heute gab es nicht. Vormittags und über den halben Tag flimmerte stundenlang nur das schlichte Testbild über die Mattscheibe: Ein starrer Kreis mit Graustufenfeldern und Linienmustern, begleitet von einem schrillen, langgezogenen Messton. Erst am späten Nachmittag, meist gegen 16:30 oder 17:00 Uhr, löste sich das Testbild auf und zum Kinderprogramm begrüßte uns Irene Koss, die Fernsehansagerin. Wenn sich die Holzschiebetüren öffneten, saßen wir Kinder voller Vorfreude auf dem Teppich. Wir fieberten mit bei den Abenteuern der Muminfamilie, staunten über Der kleine Muck oder sahen gebannt Märchen wie Frau Holle. Und am frühen Abend durfte der kleine Gute-Nacht-Gruß nicht fehlen, der uns vor der Tagesschau ins Bett verabschiedete.
Erst wenn wir Kinder im Bett lagen, schlug die Stunde der Großen. Dann dunkelten die Erwachsenen das Zimmer ab und blickten gebannt auf das einzige Programm der ARD. Anfang 1959 lief dort der mehrteilige Straßenfeger „So weit die Füße tragen“. Ganz Deutschland schaute damals gespannt auf diesen einen Kanal – auch bei uns zu Hause saßen die Eltern, gelegentlich mit einem befreundeten Ehepaar bei Salzstangen, einem Bier, einem Gläschen Oppenheimer Krötenbrunnen, wie gebannt vor dem schimmernden Schwarz-Weiß-Bildschirm und verfolgten die dramatische Flucht durch Eis und Schnee.
So vergingen die dunklen Januartage wie im Flug. Doch je weiter der Winter fortschritt, desto mehr wich die Gemütlichkeit der Vorfreude auf ein ganz anderes, farbenfrohes Spektakel. Aus den Lautsprechern unserer Nordmende-Truhe erklangen nun immer öfter fröhliche Schunkellieder und närrische Marschmusik, denn der Rheinland-Karneval kündigte sich mit großen Schritten an – und mit ihm die Tage, an denen die ganze Eisenbahnsiedlung Kopf stehen sollte.
Aus dem Archiv
Fünf Freunde am alten Wasser
Die fünf Freunde Moni, Tanja, Ralf, Max und Georg stehen am Rand der Stadt Troisdorf, bereit für ein neues Abenteuer. „Heute wird es spannend!“, ruft Moni und klettert in ihren Crawler. Die anderen nicken begeistert, und schon setzen sich ihre kleinen Fahrzeuge in Bewegung.
Ihre Tour führt sie zunächst durch dichte Vegetation, die fast so wirkt, als würde sie die Freunde verschlucken wollen. Die Bäume wachsen hoch und dicht, und die Äste rascheln geheimnisvoll im Wind. „Ob wir heute wohl etwas Außergewöhnliches entdecken?“, fragt Tanja leise und sieht sich aufmerksam um. „Bestimmt!“, antwortet Georg entschlossen und drückt aufs Gas.
Doch dann entdeckt Max etwas Seltsames in der Ferne. „Was ist das dort hinten?“, fragt er neugierig. Die Freunde fahren näher und finden sich bald in einer zauberhaften, stillen Landschaft wieder. Vor ihnen liegt ein verwunschener, alter Arm der Agger, das Wasser schimmert dunkel und geheimnisvoll. „Das ist Am alten Wasser“, flüstert Georg, als hätte er Angst, die Magie dieses Ortes zu stören. Es fühlt sich an, als könnten uns hier Elben oder Drachen begegnen“, murmelt Moni ehrfürchtig. „Vielleicht sogar Wesen aus Geschichten von Michael Ende oder J.R.R. Tolkien! Vielleicht der Waldläufer Aragorn oder Fuchur, der Glücksdrache!“, fügt Ralf hinzu, während er mit konzentrierten Augen das Ufer nach Gollum absucht.
„Überall sind Spuren vergangener Abenteuer zu erkennen – alte Bäume, deren Wurzeln sich in seltsamen Formen durchs Erdreich winden, und das stille Wasser, das wirkt, als könnte es Geheimnisse flüstern.
Die fünf Freunde bleiben einen Moment still stehen, spüren das Abenteuer und die Magie in der Luft. „Vielleicht wartet hier das größte Abenteuer unseres Lebens auf uns!“, sagt Max schließlich mit funkelnden Augen. Und so machen sie sich, mit klopfenden Herzen und bereit für alles, auf den Weg, um zu erkunden, was hinter diesem verwunschenen Ortes liegt.
Die Crawler in der Folge der Abfahrt
- Axial SCX 10 Cherokee XJ
- Axial SCX 10 Jeep CJ7
- FMS Toyota JF40
- Absima Sherpa CR3.4
- Absima Sherpa CR3.4




