Der Sternfahrer – Freu[n]de, Modellbau und Spielzeug
Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann.
Francis Picabia (1879–1953) – Maler, Schriftsteller und zentrale Figur der Dada-Bewegung
Intermodellbau 2026 – Nase am Schaufenster
Besuch der Intermodellbau 2026 – Teil 1
Schon beim Betreten der Hallen wird deutlich: Die INTERMODELLBAU 2026 in Dortmund ist sehr gut besucht. Dichte Besucherströme ziehen durch die Gänge, vielerorts herrscht reges Gedränge – besonders dort, wo sich etwas bewegt. Vor den Funktionsmodellen bleiben die Menschen stehen, Kameras werden gezückt, Gespräche entstehen. Doch am größten ist der Andrang traditionell im Bereich der Eisenbahnen: Hier drängen sich die Besucher dicht an dicht, um keinen Zug, kein Detail und keine Szene zu verpassen.
Zwischen Flugmodellen, RC-Fahrzeugen und detailverliebten Dioramen spricht mich ein Stand besonders an: Schaufensteranlagen der Firma Märklin. Schnell entwickelt sich ein interessantes Gespräch, das mich in meine Kindheit zurückwirft und an schöne, unbeschwerte Kindertage erinnern lässt. Der Stand macht neugierig und verlockt zu mehr, zu einem Besuch des Museums Spielzeugeisenbahnen im Schaufenster.

Der Zauber der Schaufensteranlagen
Bevor Modelleisenbahnen zum festen Bestandteil vieler Hobbykeller wurden, waren sie vor allem eines: Blickfänger in den Schaufenstern von Spielwarengeschäften. Aufwendig gestaltete Anlagen, oft von Herstellern wie Märklin oder Faller eigens produziert, sollten Kundinnen und Kunden begeistern – besonders in der Weihnachtszeit.
Viele dieser Spielwarengeschäfte, vor deren Fenstern Generationen mit leuchtenden Augen standen, sind heute verschwunden. Stattdessen wird am Bildschirm geklickt, gewischt und bestellt – möglichst schnell, möglichst billig. Man freut sich, ein Produkt irgendwo besonders günstig „geschossen“ zu haben, oft ohne einen einzigen Gedanken daran, woher es kommt – und ohne jemals ein Gespräch geführt oder einen Menschen dabei kennengelernt zu haben. Der Zauber des Schaufensters, das Staunen, das persönliche Gespräch: all das lässt sich nicht digitalisieren.

Genau diesem besonderen Kapitel der Modellbahngeschichte widmet sich das Museum Spielzeugeisenbahnen im Schaufenster. Dort stehen nicht moderne Anlagen im Mittelpunkt, sondern originale Werks- und Schaufensteranlagen aus den 1950er und 1960er Jahren – ergänzt durch Exponate aus dem „goldenen Zeitalter“ der Spielzeugeisenbahn von etwa 1900 bis in die 1980er Jahre.
Diese Anlagen wurden ursprünglich nicht für den Verkauf produziert, sondern ausschließlich als Werbemittel eingesetzt. Viele von ihnen wurden nach der Saison zerstört – umso bemerkenswerter ist es, dass heute überhaupt noch Exemplare existieren.

Ein lebendiges Museumskonzept
Was dieses Museum besonders macht: Die Exponate stehen nicht still. Während Führungen werden die historischen Anlagen im Betrieb vorgeführt, sodass Besucher die Technik und den Charme vergangener Jahrzehnte unmittelbar erleben können. Dabei entsteht eine Atmosphäre, die viele an ihre Kindheit erinnert – an das Staunen vor dem Spielzeugladen, an das berühmte „Nase-am-Schaufenster“-Gefühl. Genau diese emotionale Verbindung macht das Thema auch für die INTERMODELLBAU so spannend:
Die Messe zeigte nicht nur die Zukunft des Modellbaus, sondern schaffte gleichzeitig Raum für seine Geschichte, Herkunft und kulturelle Bedeutung.
Das Thema „Spielzeugeisenbahnen im Schaufenster“ fügte dieser Erlebniswelt auf der Intermodellbau eine besondere Dimension hinzu:
- Es verbindet Technik mit Geschichte
- Es zeigt die Ursprünge der Begeisterung für Modellbahnen
- Es schlägt eine Brücke zwischen Sammlern, Modellbauern und Familien
Gerade in einer Zeit, in der moderne Technologien wie 3D-Druck und digitale Steuerungen den Modellbau prägen, wirken diese historischen Anlagen fast wie kleine Zeitkapseln – voller Charme, Handwerkskunst und Geschichten.
Schön dass es Menschen, hier eine Familie gibt, die mit viel Herzblut andere in diese längst vergangene Zeit mitnehmen und in ihrem Museum in 34549 Edertal-Gellerhausen, Violinenstr. 7, www.historische-spielzeugeisenbahnen.de willkommen heißen.
Toyota Land Cruiser in der Sanddüne
Zwischen den sanften Wellen aus Sand, irgendwo bei Troisdorf, beginnt eine leise Reise. Maßstab 1:10, und doch wirkt der Crawler in dieser Landschaft wie ein unerschrockener Entdecker in einer endlosen Wüste. Der Sand gibt unter seinen Reifen nach, rinnt davon wie Zeit zwischen den Fingern. Jede Bewegung ist bedacht, jede Steigung ein stiller Kampf. Die mystische Musik legt sich über die Szene wie ein Schleier aus Klang, als würde die Düne selbst atmen und den Crawler willkommen heißen – oder prüfen.
Langsam tastet er sich voran, Spur für Spur, als lausche er den Geheimnissen, die im Wind verborgen liegen. Kein Ziel ist zu erkennen, nur der Weg selbst zählt. Und genau darin liegt die Magie dieses Moments: im Innehalten, im Beobachten, im Eintauchen in eine Welt, die gleichzeitig klein und grenzenlos erscheint.
Ein stilles Abenteuer im Sand – und eine Erinnerung daran, dass selbst die leisesten Reisen Geschichten erzählen.
Gentleman bringt Fliegendes Fahrrad sicher in die Höhe #13
Der zweite Versuch des Gentleman mit seinem Drahtesel in die Luft zu steigen nahm am vergangenen Donnerstag – wie berichtet1) – ein böses Ende.
Übermütig flog der Herr nach wenigen Metern in einer elegant und entschlossen gezogenen Linkskurve gegen den Windsack, brachte diesen und sich selber mit dem Velo zu Boden.
Bei diesem beeindruckenden Flugmanöver hatte sich gezeigt:
Das Eigenbau Vehikel ist verdammt stabil, kein nennswerter Schaden. Der Pilotierer blieb unverletzt, Hose und Schuhe hatten etwas Staub abbekommen. Die technische Meisterleistung Made by Mondayflyer hat Zukunft. Inzwischen ist die in die Jahre gekommene und bei dem Unglück gebrochene Bambusstange des Windsacks wieder notdürftig repariert.

Ein Gentleman trägt den Rückschlag mit Würde und gibt nicht auf. Die Schuhe geputzt, die Hose abgeklopf, den Kniff gebügelt, den Homburger aufgesetzt und ein neuer Versuch bei räumlich deutlich abgesetztem Windsack. Von dem Unglück wenige Tage zuvor hatte die Kunde auch befreundete Modellflieger im Siebengebirge erreicht. So sind denn heute zu dem erneuten Flugversuch des Gentleman mit seinem Drahtesel Interessierte, Modellflugbegeisterte auch aus dem nahen Gebirge angereist.
Spannung liegt in der schwülen Sommerluft, ein Hauch von Wind, dichte Wolken, große Erwartungen machen sich auf Flugfeld II breit.
Das Bodenpersonal ist bereit, der Gentleman nimmt auf seinem Gefährt Platz, Check, Tritt in die Pedale, die Zuschauer konzentrieren sich. Wo ist der Windsack?
Los geht es, Montagsflieger Bernd gibt ihm einen Schubs: Start
Voller Stolz kreist er, der Gentleman mit seinem Flying Bicycle, Le Aviette, Fliegendes Fahrrad über dem Flugfeld und ihm Tiefflug an den Zuschauenden vorbei. Auf der provisorisch hergerichteten Aussichtsterasse ist es ruhig geworden.
1) Beitrag vom 11.08.2023 – Fliegendes Fahrrad – Erstflug – Der Draufgänger
FlyBuggy Erstflug
FlyBuggy Erstflug
Nach dem ersten Fehlstart mit einigen Kapriolen und einer zielgenauen Landung sind Seitenzug und Schwerpunkt den gedachten Erfordernissen angepaßt.
Es ist wolkenloser Himmel, die Sonne steht tief, es weht ein kalter, böeiger Ostwind der die Temperaturen um 14 Grad subjektiv nicht fühlen lässt.
Gleichwohl geht es erneut an einen Erstflug des Monoposta FlyBuggy, der Depron Eigenbau, frei aus der Hand.
Absima SHERPA 3.4 Gray
Mit einer neuen, grauen Karosserie hat Max seinen Crawler Absima SHERPA 3.4 ausgestattet.
Küstenkreuzer – Lone Gull
Vor ca. 30 Jahren nach einer Zeichnung als Standmodell gebaut, Lone Gull, ein später mit RC-Technik ausgestatteter Küstenkreuzer. Das Eigenbaumodell hat ein Gewicht von 8.500 g, davon ca. 5.000 g Blei. Der Rumpf ist doppelt beplankt und 850 mm lang, Gesamtlänge über alles 1.000 mm.
Das Schiff zieht die Blicke nicht nur durch das schöne Gesamtbild, sondern auch durch die vielen liebevoll gestalteten Details auf sich. Man muss nur genau hinschauen, es gibt viel zu entdecken.
DB Museum Koblenz – Stars und Arbeiterinnen
Draußen, im hinteren Aussengelände des DB Museums Koblenz begrüßen uns am Tag der Schiene 2025 zwei Stars:
Der elegante VT 11.5, einst als Trans-Europ-Express (TEE) unterwegs auf den internationalen Strecken wie Frankfurt – Zürich.
Die stromlinienförmige E03 001, die in den sechziger Jahren mit ihrem rot-beigen Anstrich das Gesicht der neuen Intercity-Ära prägte.




Sie stehen da wie Schauspieler im Scheinwerferlicht, Symbole für Geschwindigkeit, Prestige und den Glanz des Schienenverkehrs, als Bahnfahren noch ein Hauch von Luxus war.
Doch wer vom Außengelände weitergeht, verlässt diese Welt des Glamours. Vorbei an der Bayerischen R3/3, auch als Baureihe 89.8 bekannt, die hier unter freiem Himmel ihren Platz gefunden hat.

Die kleine Rangierlok, gebaut in den Jahren 1906 bis 1923 bei der Firma Krauss in München, war nie für große Auftritte gedacht, sondern für die schweren, unsichtbaren Dienste in Bahnhöfen wie Regensburg, Weiden, Passau oder Hof. Bis zu ihrer Ausmusterung 1964 verschob sie Wagen, stellte Züge bereit und erledigte all die Arbeiten, die im Schatten der Schnellzugstars unverzichtbar waren.
Und dann, in der Halle, steht die Preußische T3, offiziell als Baureihe 89.70 bezeichnet, wurde ab 1882 von verschiedenen Herstellern gebaut. Sie wirkt gedrungen, fast bescheiden – und gerade das machte sie zu einer unverzichtbaren Helferin auf kleinen Bahnhöfen und Nebenstrecken. Ihre 40 km/h reichten völlig, um Güterwagen zu sortieren und kurze Züge zu bewegen.
1960 wurde die im Museum stehende Lok ausgemustert, diente danach noch als Spielplatzlok im Kölner Zoo und fand schließlich zurück ins Museumsleben.
Heute zeigt sie sich in Koblenz gepflegt und in Würde – eine kleine Lok mit einer großen Geschichte, die daran erinnert, dass nicht nur die Stars der Schiene, sondern auch die stillen Arbeiterinnen den Alltag der Eisenbahn geprägt haben.

Im Video Tag der Schiene 2025 im DB Museum Koblenz – Teil 5 sind die Preußische T3 und die Bayerische R3/3 zu sehen, mit vielen Eindrücken aus dem Museumsgelände.
Ein weiterer kleiner Einblick in die Vielfalt der Ausstellung – in nächster Zeit werden weitere Videos folgen.
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