Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
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INTERMODELLBAU 2024 – La Ligne du Gérize
Eine Meisterleistung des Modellbaus, eine Landschaft irgendwo im französischen Zentralmassiv, irgendwann in den 60er Jahre. La Ligne du Gérize, eine faszinierende Modellbahnanlage, die Wim Wijnhoud aus den Niederlanden erschaffen hat.
Auf einer Länge von 17 Metern erstreckt sich diese detailreiche Anlage entlang einer idyllischen Bahnstrecke, die mit beeindruckender Realitätstreue gestaltet ist. Wim Wijnhoud hat es geschafft, die Szenerie des französischen Landlebens mit seiner Liebe zum Detail und seinem handwerklichen Geschick perfekt einzufangen.
Wir spazieren entlang der Gleise und fangen die nostalgische Atmosphäre vergangener Zeiten ein. Die liebevoll gestalteten Häuser, die sorgfältig platzierten Bäume und die kleinen Szenen des täglichen Lebens verleihen der Anlage eine einzigartige Lebendigkeit.
Präzises Handwerk und künstlerischer Ausdruck machen diese Anlage zu einem wahren Juwel, das die Magie des Modellbaus in voller Pracht zeigt.
Aus dem Archiv
DB Museum Koblenz – Stars und Arbeiterinnen
Draußen, im hinteren Aussengelände des DB Museums Koblenz begrüßen uns am Tag der Schiene 2025 zwei Stars:
Der elegante VT 11.5, einst als Trans-Europ-Express (TEE) unterwegs auf den internationalen Strecken wie Frankfurt – Zürich.
Die stromlinienförmige E03 001, die in den sechziger Jahren mit ihrem rot-beigen Anstrich das Gesicht der neuen Intercity-Ära prägte.




Sie stehen da wie Schauspieler im Scheinwerferlicht, Symbole für Geschwindigkeit, Prestige und den Glanz des Schienenverkehrs, als Bahnfahren noch ein Hauch von Luxus war.
Doch wer vom Außengelände weitergeht, verlässt diese Welt des Glamours. Vorbei an der Bayerischen R3/3, auch als Baureihe 89.8 bekannt, die hier unter freiem Himmel ihren Platz gefunden hat.

Die kleine Rangierlok, gebaut in den Jahren 1906 bis 1923 bei der Firma Krauss in München, war nie für große Auftritte gedacht, sondern für die schweren, unsichtbaren Dienste in Bahnhöfen wie Regensburg, Weiden, Passau oder Hof. Bis zu ihrer Ausmusterung 1964 verschob sie Wagen, stellte Züge bereit und erledigte all die Arbeiten, die im Schatten der Schnellzugstars unverzichtbar waren.
Und dann, in der Halle, steht die Preußische T3, offiziell als Baureihe 89.70 bezeichnet, wurde ab 1882 von verschiedenen Herstellern gebaut. Sie wirkt gedrungen, fast bescheiden – und gerade das machte sie zu einer unverzichtbaren Helferin auf kleinen Bahnhöfen und Nebenstrecken. Ihre 40 km/h reichten völlig, um Güterwagen zu sortieren und kurze Züge zu bewegen.
1960 wurde die im Museum stehende Lok ausgemustert, diente danach noch als Spielplatzlok im Kölner Zoo und fand schließlich zurück ins Museumsleben.
Heute zeigt sie sich in Koblenz gepflegt und in Würde – eine kleine Lok mit einer großen Geschichte, die daran erinnert, dass nicht nur die Stars der Schiene, sondern auch die stillen Arbeiterinnen den Alltag der Eisenbahn geprägt haben.

Im Video Tag der Schiene 2025 im DB Museum Koblenz – Teil 5 sind die Preußische T3 und die Bayerische R3/3 zu sehen, mit vielen Eindrücken aus dem Museumsgelände.
Ein weiterer kleiner Einblick in die Vielfalt der Ausstellung – in nächster Zeit werden weitere Videos folgen.
Ikone der Eisenbahn – ET403 – fährt wieder
Ursprünglich als Hochgeschwindigkeitszug für den Bahnverkehr entwickelt, wurde der ET403 in den 1970er Jahren zu einer der technologisch fortschrittlichsten Zuggarnituren seiner Zeit. Heute fährt er wieder regelmäßig – als Modell im Maßstab 1:87 in Hennef (Sieg).
Der ET403 wurde von der Deutschen Bundesbahn (DB) in den frühen 1970er Jahren als Reaktion auf den steigenden Bedarf an schnellen, komfortablen Zügen entwickelt. Die Idee war, ein Fahrzeug zu schaffen, das modernste Technik mit einem futuristischen Design verbindet. Zwischen 1973 und 1975 wurden vier vierteilige Triebzüge von der Deutschen Bundesbahn gebaut.
Besonders markant am ET403 ist seine aerodynamische Kopfform, die an einen Flugzeugcockpit erinnert, was ihm schnell den Spitznamen „Donald Duck“ einbrachte. Die Züge waren voll elektrisch angetrieben und konnten Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen – eine bemerkenswerte Leistung für die damalige Zeit. Sie waren mit Jakobs-Drehgestellen ausgestattet, die den Laufkomfort verbesserten und gleichzeitig Gewicht sparten. Auch die Vielfachsteuerung war ein technisches Highlight, da sie den Betrieb mehrerer Einheiten zusammen ermöglichte.
Der Lufthansa Airport Express
Nachdem der ET403 in den späten 1970er Jahren im Nahverkehr weniger zum Einsatz kam, fand er Anfang der 1980er Jahre eine neue Bestimmung. Die Lufthansa suchte nach einer innovativen Möglichkeit, Passagiere zwischen den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart zu befördern. Der ET403 wurde modernisiert und unter dem Namen „Lufthansa Airport Express“ in die Dienste der Fluggesellschaft gestellt.
Die Züge erhielten ein neues Farbschema in den Lufthansa-Farben Weiß, Blau und Gelb, und das Interieur wurde auf ein erstklassiges Niveau gebracht, um den Ansprüchen der Flugreisenden zu genügen.
Das Angebot wurde zu einer Art „fliegendem Zug“:
Es gab Check-in-Möglichkeiten an Bord, Gepäcktransportservices und eine komfortable Ausstattung, die der ersten Klasse eines Flugzeugs ähnelte.
Von 1982 bis 1993 verkehrte der Lufthansa Airport Express erfolgreich und bot eine direkte Verbindung zwischen den Flughäfen und wichtigen deutschen Städten. Mit der zunehmenden Konkurrenz durch den Ausbau des ICE-Netzes wurde der Betrieb jedoch eingestellt. Leider.
Ich erinnere mich gerne an diesen Zug und verbinde damit persönliche Erlebnisse. Auf meiner Rückreise aus dem sechswöchigen Urlaub in Canada im Mai 1987 mit der Lufthansa von Vancouver über Calgary, die Weiten des Landes, den Atlantik ging es ab Flughafen Frankfurt mit einem der vier ET403 Lufthansa Airport Express am linken Rheinufer entlang nach Köln Hauptbahnhof.
Heute habe ich meinen eigenen ET403 Lufthansa Airport Express. Nicht im Original, dafür sind Wohnung und auch Straße zu klein. Aber als Modell im Maßstab 1:87 H0 passt es. Meinen „Donald Duck“ von der Firma Lima, Gleichstromsystem, hat Udo auf Wechselstrom und Digital umgerüstet und als ständige Leihgabe in den Bestand seiner Loks und Triebfahrzeuge in seinem Bahnbetriebswerk aufgenommen.
Seit Januar 2025 steht er da nicht nur herum, sondern vekehrt regelmäßig auf dem weiten Streckennetz.
So hat auch Hennef (Sieg) seinen „Donald Duck“ und ich habe mein Dauerticket. (GD)






