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Die Algen wachsen – Bonn Rheinaue Auensee
Die Saison für den Algenwuchs im Auensee in den Bonner Rheinauen hat deutlich wahrnehmbar begonnen. Noch kann man sie nur in zunehmend länger werdenden Uferabschnitten erkennen. Wie es weiter draußen im See aussieht, wissen nur die im Wasser lebenden Tiere und die gefiederten Zweibeiner. Dem „Schiffchenfahrer“ bleibt nur die Vermutung. Er bringt zumindest etwas Sauerstoff in den mit Algen belasteten See, wennleich das ohne Zweifel nicht genug ist.
Die Bundesstadt Bonn informiert in einer Pressemitteilung im Juni 2019:
„Das massive Algenwachstum im Rheinauensee ist ein Problem, welches in vielen niedrigen, stehenden Gewässern vorkommt. Die Ursache sind organische Ablagerungen am Grund des Sees, bestehend aus Laub, Tierkot und Essensresten, die beim Füttern der Tiere zurückbleiben. Dadurch entsteht ein Überschuss an Nährstoffen, die – begünstigt durch Licht und Wärme – das Algenwachstum stark fördern. Gibt es zu wenig Sauerstoff im Sediment, können Bakterien zudem Giftstoffe produzieren. An den Folgen können Wasservögel und Fische innerhalb kurzer Zeit verenden, wie im vergangenen Jahr in der Rheinaue.“
Quelle: https://www.bonn.de/pressemitteilungen/2019/juni/maehboot-rheinauensee.php
In diesem Jahr teilte die Bundesstadt Bonn öffentlich mit, dass Mikroorganismen die Sanierung des Sees vorbereiten. In der Pressemitteilung Bundesstadt Bonn vom 15.03.2021 heißt es u.a.: „Die Stadt Bonn hat am Montag, 15. März 2021, damit begonnen, die Sanierung des Rheinauensees vorzubereiten: Dafür werden Mikroorganismen, welche Sediment am Grund abbauen, in den See eingebracht. Dies soll die hohen Kosten für die Entsorgung des Schlamms senken, wenn der Rheinauensee im kommenden Winter ausgebaggert und saniert wird.“
Quelle: https://www.bonn.de/pressemitteilungen/maerz-2021/mikroorganismen-bereiten-sanierung-des-rheinauensees-vor.php
Das in die Wege geleitete Verfahren bezeichnet die Bundesstadt Bonn in ihrer Pressemitteilung dem so genannten Fachjargon entsprechend als „Beimpfung“.
Hoffnung macht bei dem in diesen Tagen festgestellten Zustand des See die Aussage der Bundesstadt Bonn in derselber Presseinformation: „Wie bei einer echten Impfung kann es erfahrungsgemäß auch bei diesem Verfahren zu einer Erstreaktion kommen. Der Zustand des Sees kann sich kurzzeitig verschlechtern, was eventuell auch optisch wahrzunehmen ist. Möglich wäre etwa, dass sich das Wasser kurzzeitig eintrübt. Dies geht jedoch bereits nach einigen Tagen vorüber.“
Und das hoffen alle Besucherinnen und Besucher der Rheinaue, die „Freizeitkapitäne“ und auch die Tiere, die in den Rheinauen ihre Heimat haben.
Aus dem Archiv
Küstenkreuzer – Lone Gull
Vor ca. 30 Jahren nach einer Zeichnung als Standmodell gebaut, Lone Gull, ein später mit RC-Technik ausgestatteter Küstenkreuzer. Das Eigenbaumodell hat ein Gewicht von 8.500 g, davon ca. 5.000 g Blei. Der Rumpf ist doppelt beplankt und 850 mm lang, Gesamtlänge über alles 1.000 mm.
Das Schiff zieht die Blicke nicht nur durch das schöne Gesamtbild, sondern auch durch die vielen liebevoll gestalteten Details auf sich. Man muss nur genau hinschauen, es gibt viel zu entdecken.
Emma und ihre Fangruppen
Emma, die kleine Lok, unser schwimmendes Wunderwerk, ist mittlerweile mehr als nur ein technisches Experiment. Sie ist eine Hommage an die große Schwester aus der Augsburger Puppenkiste – nur eben nicht auf Schienen, sondern auf Wellen unterwegs. Und was gehört zu einer modernen Heldin von heute? Natürlich eine Onboard-Kamera! Die GoPro thront stolz auf ihrem kleinen Kohlenkasten, filmt jede Welle, jedes Algenblatt, und gelegentlich sogar die verdutzt dreinschauenden Karpfen.
Doch Emma hat noch mehr erreicht: Sie hat Fangruppen! Kein Scherz. Am Teich sammeln sich inzwischen nicht nur das Federvieh – Gänse, Enten und Schwäne, die sich fragend schnatternd beratschlagen, ob sie nun den Status des beliebtesten Wasserfahrzeugs verlieren – sondern auch Spaziergänger aller Altersklassen. „Da ist ja Emma!“, rufen sie, und sofort kommt Stimmung auf. Kinder springen aufgeregt herum, ältere Herren mit Hut nicken wissend, und die Omas kramen aus dem Gedächtnis Geschichten hervor: „Ja, damals, mit Jim Knopf und Lukas, da haben wir …“
Und plötzlich passiert etwas Erstaunliches: Menschen, die sich sonst schweigend am Ufer begegnen, fangen an zu reden. Fremde werden zu Gesprächspartnern, lachend, plaudernd, verbunden durch die kleine schwimmende Lok. Emma schafft, was sonst nur Fußball, Eiswagen oder ein entlaufener Hund zustande bringt – sie bringt Freude und die Leute zusammen.
Wer will da noch behaupten, Modellboote seien langweilig?
Emma hat bewiesen: Sie ist mehr als ein Modell. Sie ist eine kleine, dampfende Brücke zwischen Generationen – mit Schiffsschraubenschutz, GoPro und einer ordentlichen Portion Charme.