Dein Magazin für Modellbau, Technik und Spielzeug

In der kleinen Welt der Technik erwacht die Leidenschaft für Details und das gemeinsame Hobby zum Leben! Ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft oder auf Schienen: Tauch ein in unsere fünf großen Themenwelten, lass dich vom nostalgischen Retro-Charme inspirieren.

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Reise um die Erde – Schwerin – Das Schloss auf dem See

Wir verließen die mitteldeutsche Ebene im sanften Spätnachmittag, unser fliegendes Fahrrad trug uns durch kupferfarbenes Licht, das sich über die Felder Mecklenburgs legte. Die Schatten wurden länger, die Luft kühler – und vor uns öffnete sich eine Landschaft aus stillen Seen, sanften Hügeln und verwunschenen Alleen.

In dieser friedlichen Weite, auf einer Insel im Wasser, erschien plötzlich ein Bild wie aus einem Märchen: Schwerin, die Stadt der sieben Seen – und über allem thronend das Juwel: Schweriner Schloss. Wir senkten uns im Gleitflug über den glitzernden Burgsee, der in warmem Abendlicht lag. Wie ein Traumschloss aus Gold und Stein erhob sich die Residenz des einstigen Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin – ein Bau, der zwischen Romantik und Renaissance tanzt, geschmückt mit Türmen, Zinnen und Kuppeln, als habe ihn ein Träumer in einer einzigen Nacht erschaffen.

Über vierzig Türmchen ragten in den Himmel, jeder anders, jeder kühn. Die Fassade in hellem Sandstein leuchtete wie poliertes Pergament, der kupferne Helm der Kuppel schimmerte grün – ein Echo der Zeit, das nicht verging.

Der Schlossgarten unter uns war ein Teppich aus Geometrie und Blüten – Terrassen, Alleen, Spiegelbecken, eingefasst von uralten Bäumen.

„Dies ist kein Bauwerk“, sagte mein Gefährte andächtig, „es ist ein Gedicht, das aus Stein geschrieben wurde.“

Wir kreisten einmal um das Schloss, dessen Spiegelbild sich im Wasser sanft kräuselte, und folgten dann dem Blick auf die Stadt selbst: Schwerin, klein, aber voll historischer Anmut. Enge Gassen, barocke Fassaden, Plätze, auf denen die Zeit in Takt geht.

Die Luft wurde stiller. Ein Schwan glitt über das Wasser, unter uns flanierten Menschen über den Schlosssteg. Und dort, wo die Bäume lichter wurden, begann das Blau des Schweriner Sees, weit, friedlich, voller Licht.

„Wenn je ein Ort geschaffen wurde, um das Herz zu beruhigen“, sagte ich leise, „dann ist es dieser.“

Aus dem Archiv

Calimero – Huckepack

Dieter steht am Rand von Flugfeld IV, sein Blick fest auf den kleinen Calimero gerichtet, den er gerade auf den Huckepackaufsatz der Wilga gelegt hat. Der Segler, mit einer Spannweite von gerade mal 1000 Millimetern, wirkt zierlich im Vergleich zur mächtigen Wilga. Doch Dieter vertraut auf das robuste Flugzeug – und auf den Aufsatz, den er und Ralf mit einigen Stunden Arbeit zu diesem Moment gebracht haben. Sorgfältig schnallen Ralf und Bernd den Segler fest, jede Bewegung sitzt, jede Schraube wird noch einmal geprüft. Es gibt keinen Platz für Fehler.

„Alles fest?“, fragt Ralf, als er den Motor der Wilga startet. Dieter nickt, schaut noch einmal prüfend nach oben. Ja, alles ist bereit. Gerade in diesem Moment taucht eine Frau mit zwei Pferden am Rand des Feldes auf. Sie beobachtet neugierig das Geschehen, während die Pferde unruhig die Ohren spitzen. „Die sollen sich an die Modellflugzeuge gewöhnen“, sagt sie lächelnd. Doch jetzt zählt nur noch der Flug.

Die Wilga hebt ab, der Calimero auf ihrem Rücken. Das Flugzeug steigt stetig, scheinbar mühelos. Die Wolken sind dicht, der Wind schiebt das Flugzeug sanft, die Modelle zeigen sich im Gegenlicht der Sonne nur noch als Silhouetten.

Ralf wirft einen kurzen Blick zu Dieter, der neben ihm in die Höhe starrt, als ob er das Flugzeug nur mit seinen Gedanken steuern könnte. „Ich werf dich jetzt ab“, meint Ralf, die Hand am Schalter. Doch Dieter, dessen Augen die Höhen sehnsüchtig fixieren, schüttelt schnell den Kopf.

„Warum denn? Das ist doch noch keine Höhe!“ Dieters Stimme ist entschlossen, fast fordernd. Er will den Himmel, er will den Wind, und er will weit hinauf. Die Wilga steigt weiter, kämpft sich höher und höher durch die Luftschichten, während der kleine Segler auf ihrem Rücken ruhig verharrt, als würde er sich nur noch auf den Moment des Loslassens vorbereiten. „Ich seh den kaum noch“, murmelt Dieter, die Augen zusammengekniffen gegen das Grau des Himmels. Der Calimero ist fast nur noch ein Punkt, weit entfernt, kaum auszumachen in der Höhe.

„Wo bin ich denn? Ach da…“ Er stutzt, blinzelt. „Worum fliegt der denn jetzt? Auf dem Kopf oder was? Viel zu hoch.“ „Das hab ich doch gesagt. Du wolltest doch so hoch!“

Dieter lacht entspannt, die Wilga landet und Calimero auch irgendwann.