Dein Magazin für Modellbau, Technik und Spielzeug
In der kleinen Welt der Technik erwacht die Leidenschaft für Details und das gemeinsame Hobby zum Leben! Ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft oder auf Schienen: Tauch ein in unsere fünf großen Themenwelten, lass dich vom nostalgischen Retro-Charme inspirieren.
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Irgendwo – Ein Schuppen nimmt Gestalt an
Die Teile für den Lokschuppen – und den kleinen Anbau mit Werkstatt und Fahrdienstleitung – sind inzwischen eingetroffen. Noch riechen sie ein wenig nach warmem Kunststoff, wie frisch gebackene Ideen. Schicht für Schicht hatten sie im Dunkel des Druckers Gestalt angenommen, und nun liegen sie auf der Werkbank, hell und erwartungsvoll, bereit für den nächsten Schritt in ihrem jungen Dasein.
Die Wände sind längst zusammengeklebt, sauber ausgerichtet wie alte Kameraden, die genau wissen, wo ihr Platz ist. Fenster und Türen sitzen nun dort, wo sie hingehören: kleine Augen und Münder eines Gebäudes, das schon jetzt so wirkt, als würde es bald Geschichten atmen. Ein Hauch von Werkstattgeruch liegt über dem Tisch – Kleber, Holz, ein wenig Farbe, ein bisschen Fantasie.

Die erste Stellprobe folgt, wie ein Moment des Innehaltens. Der Triebwagen T1 der Schmalspurbahn rollt langsam heran, schnurrt über die noch nackten Gleise und prüft vorsichtig die Einfahrt in den Lokschuppen. Er passt hinein – gerade so, mit dieser knappen Eleganz, die alten Kleinbahnen eigen ist. Und während T1 sein neues Zuhause inspiziert, wartet auf dem Nebengleis die Diesellok V12, als würde sie jeden Augenblick den ersten Atemzug ihres Motors wagen. Still steht sie da, würdevoll, bereit für das, was kommen mag.

Ganz nebenbei – so unscheinbar, dass es fast wie ein kleines Wunder wirkt – sind die ersten Grasbüschel in unterschiedlichen Farbtönen geliefert und gesetzt worden. Zarte Halme, die sich an die Kante des Bahnhofsgebäudes schmiegen, als wollten sie schon jetzt von Wind und Zeit erzählen.
Noch ist es wenig, nur ein Versprechen. Aber genau so beginnt Irgendwo zu wachsen: hier ein Halm, dort ein Stein, ein Gebäude, ein Gleis. Und plötzlich wird aus einem Arbeitstisch eine Landschaft.


So setzt sich Irgendwo weiter zusammen, Stück für Stück, wie ein Atemzug nach dem nächsten.
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Aus dem Archiv
Schmalspur in Rommerskirchen-Oekoven
Im Oktober 2025 stand ein Besuch im Feldbahnmuseum Rommerskirchen-Oekoven an – es war der letzte Betriebstag der Saison, typisch herbstlich mit etwas Nebel in den Wiesen, bunter Laubfärbung und einem milden Sonnenlicht, das durch die Baumwipfel fiel. Viel ist von dem Tag zu erzählen – was geboten war, wie die Feldbahn funktioniert und was das Museum so besonders macht.



Schon beim Betreten des Geländes spürte man die Mischung aus Nostalgie und lebendiger Technik: Schienenstücke, alte Loren, Dieselloks, Dampf, und all das inmitten eines Vereinsgeländes, das mit Herzblut und Ehrenamt betrieben wird. Es war der 5. Oktober 2025, von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, Eintritt frei. Das Museum verabschiedete sich in die Winterpause, aber nicht ohne einen letzten, besonderen Tag: der letzte Personenzug fuhr um 16:30 Uhr.



Die Feldbahn, die Gillbachbahn, ist eine etwa 1 km lange Museumsbahn mit Spurweite 600 mm, betrieben vom Verein Feld- und Werksbahnmuseum Rommerskirchen-Oekoven1). Sie führt vom Bahnhof Neurather Feld über einen Spitzkehrenbahnhof („Oekoven K.“) und einen Haltepunkt an der Werkstatt bis zum Endbahnhof An der Lohe. Nebengleise führen zur Werkstatt, und auf manchen Abschnitten wird die Lok durch Rangieren umgesetzt, um die Fahrtrichtung zu wechseln. Die Fahrzeit hin und zurück, inklusive Umsetzen, beträgt eine gute halbe Stunde.
Stündlich – ab 10:30 Uhr – fuhr der historische Personenzug, gezogen von der Dampflok Typ Jung „Hilax“ aus dem Jahr 1941, über die Feldbahnstrecke. Besonders Familien mit Kindern zeigten sich begeistert, wenn kleine Lokomotiven und Loren durch die herbstlich verfärbte Landschaft fuhren.


Jeder Halt an Spitzkehre oder Werkstatt war Gelegenheit für Fotos, Gespräche mit den ehrenamtlichen Museumsleuten oder einfach fürs Hören des Zischens und Klopfens der Maschine.
In der Ausstellungshalle und auf dem Freigelände konnten die Besucher sich ältere Fahrzeuge anschauen: Dieselloks, Elektrolokomotiven, Loren — alles Zeugnisse der Werkbahn-, Grubenbahn- und Baustellenbahntradition in der Region. Das Bistro 600 war geöffnet, mit Kuchen, Waffeln und kleinen Speisen.
Man hörte den Dampf, roch Schmieröl und Kohle, sah alte Werkzeuge, rostige Radsätze und aufgearbeitete Loks – und spürte: Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt, sondern gelebt. Das Wetter passte: kein Sonnenschein in Übermaß, sondern dieses weiche Herbstlicht, in dem Dampfwolken besonders gut sichtbar sind, in dem Laub raschelt unter den Lorenrädern, und in dem Zugdampf und Nebel die Farben milder erscheinen lassen.
1) https://www.gillbachbahn.de




