Flugstunden für die Seele
Hast Du schon einmal davon geträumt, die Welt aus der Vogelperspektive zu entdecken und an Orte zu reisen, die Du so noch nie gesehen hast? Unsere Magazin-Reihe „Reise um die Erde“ macht genau das möglich – ganz ohne Kofferpacken!
Mit faszinierenden, detailreichen Videos, die direkt über Google Earth erstellt wurden, heben wir ab und nehmen Dich mit auf eine virtuelle Expedition rund um unseren wunderschönen Planeten. Wir steuern weltbekannte Sehenswürdigkeiten, verborgene Naturschätze und geschichtsträchtige Städte an. Dabei betrachten wir diese faszinierenden Orte aus einer ganz neuen Dimension: spektakulär aus der Luft.
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Reise um die Erde – Schwerin – Das Schloss auf dem See
Wir verließen die mitteldeutsche Ebene im sanften Spätnachmittag, unser fliegendes Fahrrad trug uns durch kupferfarbenes Licht, das sich über die Felder Mecklenburgs legte. Die Schatten wurden länger, die Luft kühler – und vor uns öffnete sich eine Landschaft aus stillen Seen, sanften Hügeln und verwunschenen Alleen.
In dieser friedlichen Weite, auf einer Insel im Wasser, erschien plötzlich ein Bild wie aus einem Märchen: Schwerin, die Stadt der sieben Seen – und über allem thronend das Juwel: Schweriner Schloss. Wir senkten uns im Gleitflug über den glitzernden Burgsee, der in warmem Abendlicht lag. Wie ein Traumschloss aus Gold und Stein erhob sich die Residenz des einstigen Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin – ein Bau, der zwischen Romantik und Renaissance tanzt, geschmückt mit Türmen, Zinnen und Kuppeln, als habe ihn ein Träumer in einer einzigen Nacht erschaffen.
Über vierzig Türmchen ragten in den Himmel, jeder anders, jeder kühn. Die Fassade in hellem Sandstein leuchtete wie poliertes Pergament, der kupferne Helm der Kuppel schimmerte grün – ein Echo der Zeit, das nicht verging.
Der Schlossgarten unter uns war ein Teppich aus Geometrie und Blüten – Terrassen, Alleen, Spiegelbecken, eingefasst von uralten Bäumen.
„Dies ist kein Bauwerk“, sagte mein Gefährte andächtig, „es ist ein Gedicht, das aus Stein geschrieben wurde.“
Wir kreisten einmal um das Schloss, dessen Spiegelbild sich im Wasser sanft kräuselte, und folgten dann dem Blick auf die Stadt selbst: Schwerin, klein, aber voll historischer Anmut. Enge Gassen, barocke Fassaden, Plätze, auf denen die Zeit in Takt geht.
Die Luft wurde stiller. Ein Schwan glitt über das Wasser, unter uns flanierten Menschen über den Schlosssteg. Und dort, wo die Bäume lichter wurden, begann das Blau des Schweriner Sees, weit, friedlich, voller Licht.
„Wenn je ein Ort geschaffen wurde, um das Herz zu beruhigen“, sagte ich leise, „dann ist es dieser.“
Aus dem Archiv
Reise um die Erde – Rothenburg ob der Tauber
Ein Traum aus dem Mittelalter – Wie eine Miniatur in einer alten Chronik lag es vor uns, Rothenburg ob der Tauber, hoch über dem lieblichen Taubertal. Unser fliegendes Fahrrad trug uns sanft über die Wiesen hinauf zur Stadt, die mit Mauern, Türmen und Dächern erschien, als sei die Zeit hier irgendwann stehen geblieben.
Im Herzen öffnete sich der Marktplatz, ein Bühnenraum aus Jahrhunderten: das Rathaus mit seiner stolzen Fassade und dem hohen Turm, von dem einst Wächter den Blick weit ins Land schweifen ließen. Gleich daneben erhob sich die Jakobskirche, ihr steinernes Gewand schlicht und doch erfüllt von geheimnisvollem Glanz, denn in ihrem Inneren birgt sie den berühmten Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider, ein Werk von stiller Erhabenheit.
Wir glitten tiefer hinab, bis wir vor dem wohl bekanntesten Bild der Stadt schwebten: dem Plönlein, jenem kleinen Platz, wo ein schiefes Fachwerkhaus zwischen zwei Toren thront, ein Bild, das wie eine Postkarte aus dem Mittelalter wirkt.
Von dort führte uns der Weg in den Burggarten, wo Rosen blühten und von der alten Stadtbefestigung der Blick weit hinaus ins Taubertal glitt – eine Landschaft von sanfter Schönheit, die sich wie ein grünes Tuch um den Felsen der Stadt schmiegte.
Doch Rothenburg bewahrt nicht nur das Schöne, auch das Strenge vergangener Zeiten: Im Mittelalterlichen Kriminalmuseum zeugen eiserne Masken, Pranger und Folterinstrumente von den dunklen Seiten der Geschichte, als Recht und Gerechtigkeit oft mit Schmerz und Strafe verbunden waren.
Wieder hinausgetragen an den Rand der Stadt, schwebten wir entlang der Stadtmauer, die sich mit Türmen und Wehrgängen wie ein geschlossener Ring um Rothenburg legt – ein steinernes Band, das seit Jahrhunderten seine Bürger schützt.
Unter uns leuchteten die roten Dächer, und für einen Moment war es, als hätten wir die Zeit selbst durchflogen: hinein in das Herz des Mittelalters, das hier noch immer schlägt.
Reise um die Erde – Hangflug am Hartenberg
Frei nach Jules Vernes:
„Ein jeder, der sich der Wissenschaft, dem Fortschritt und der unermüdlichen Neugier des Geistes verschreibt, wird begreifen, welch köstlicher Reiz in der Betrachtung der Welt aus der Höhe liegt — nicht allein in Metern gemessen, sondern im Staunen, das den Horizont weit übersteigt!“
So begann unser Flug an einem jener klaren Tage, an denen die Lüfte selbst zu atmen scheinen. Das fliegende Velo erhob sich über das Tal des Rheins, sein Kurs gesetzt gen Süden – in Richtung der ehrwürdigen Stadt Königswinter, die sich malerisch an den Fuß des Siebengebirges schmiegt, wie ein schläfriger Kater an einen warmen Ofen.
Dort unten, am Hartenberg, versammelten sich jene kühnen Himmelsstürmer, die sich Hangflieger nennen – wackere Enthusiasten der Modellflugkunst, Mitglieder des angesehenen Vereins Modellfluggruppe Siebengebirge e.V.. Ihre Apparate, filigran wie Libellen und präzise gebaut wie die Werke eines Schweizer Uhrmachers, glitten mit anmutiger Eleganz über die windgetragenen Kanten des Hangs. Man hätte glauben können, es handle sich um mechanische Vögel, beseelt von einer unsichtbaren Kraft, die nur die kühnsten Erfinder zu entfachen wissen.
Während wir unsere Flugroute ein wenig justierten – ein sanftes Drehen des Steuerruders genügte –, trieb uns der Strom der Luft weiter gen Osten. Unter uns entfaltete sich das Örtchen Oberpleis, von dessen Dächern das Licht der Nachmittagssonne reflektierte wie von blank polierten Spiegeln. Im Zentrum, fest und ehrwürdig, erhob sich die Pfarrkirche Sankt Pankratius, ein Bollwerk des Glaubens und der Zeit. Bereits im 12. Jahrhundert gegründet und später im neoromanischen Stil erweitert, trotzt sie Wind und Wandel. Ihr Turm, mit fein behauenen Gesimsen und zierlichen Rundbogenfenstern, ragt wie ein Finger zum Himmel, als wollten sie uns Reisende grüßen.
So endete dieser kleine Abschnitt unserer Reise um die Erde – nicht im Sinne von Meilen oder Längengraden, sondern im Geiste der Entdeckung, der bewundernden Betrachtung und der nie endenden Sehnsucht, die Welt von oben zu erblicken.