Magazin Reise um die Erde

Flugstunden für die Seele

Hast Du schon einmal davon geträumt, die Welt aus der Vogelperspektive zu entdecken und an Orte zu reisen, die Du so noch nie gesehen hast? Unsere Magazin-Reihe „Reise um die Erde“ macht genau das möglich – ganz ohne Kofferpacken!

Mit faszinierenden, detailreichen Videos, die direkt über Google Earth erstellt wurden, heben wir ab und nehmen Dich mit auf eine virtuelle Expedition rund um unseren wunderschönen Planeten. Wir steuern weltbekannte Sehenswürdigkeiten, verborgene Naturschätze und geschichtsträchtige Städte an. Dabei betrachten wir diese faszinierenden Orte aus einer ganz neuen Dimension: spektakulär aus der Luft.

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Reise um die Erde – Budapest – Königin an der Donau

Der Morgen dämmerte in blassen Goldtönen, als wir unser fliegendes Fahrrad erneut bestiegen. Die Pedale knarrten leise, die Schwingen unserer leichten Konstruktion entfalteten sich im Sonnenlicht wie die Flügel eines gigantischen Schmetterlings. Der Wind trug uns ostwärts, über Felder, Wälder, und den endlosen Spiegel der Donau, deren Wasser wie geschmolzenes Glas dahinfloss.

Bald erhob sich am Horizont eine Silhouette, die so majestätisch wirkte, dass man meinen konnte, eine Stadt aus Marmor und Musik schwebe auf dem Strom: Budapest, die unangefochtene Königin an der Donau.

Von Norden her kommend, bot sich uns ein Anblick, der selbst die kühnsten Erwartungen übertraf: Auf der einen Seite, hoch und würdevoll, das Burgviertel von Buda, mit der gotischen Matthiaskirche und der Fischerbastei, deren weiße Türme wie aus einem Märchenbuch Wellen aus Stein formten. Auf der anderen Seite, jenseits der Kettenbrücke, breitete sich Pest aus – pulsierend, elegant, gekrönt vom imposanten Parlamentsgebäude, dessen neugotische Fassaden im Morgendunst glühten wie von innen erhellt.

Wir kreisten einmal über der Kettenbrücke, diesem Meisterwerk aus Eisen und Stein, und spürten in den Seilen fast die Schwingung vergangener Jahrhunderte. Darunter zog die Donau träge, doch unermüdlich, und trennte – oder besser: verband – die beiden Hälften dieser einzigartigen Metropole.

Ich konnte nicht umhin, an jene Visionäre zu denken, die diese Stadt prägten: Könige, Architekten, Komponisten – und all jene stillen Träumer, die wie König Ludwig einst davon geträumt haben, die Welt aus der Luft zu sehen. Vielleicht, so dachte ich, hätte auch er hier verweilt, auf einem Balkon mit Blick auf den Strom, und sich vorgestellt, wie er in einer Maschine durch die Lüfte über die Dächer der Stadt gleitet.

Von oben war Budapest wie eine Partitur: das gleichmäßige Blau der Donau als tiefer Grundton, die Kuppeln und Türme als aufsteigende Melodielinien, das unruhige Straßenleben als sanftes Tremolo in der Ferne.

„Hier“, sagte mein Gefährte, während wir eine weite Schleife zogen, „hier tanzt Geschichte im Walzertakt, und jede Brücke ist ein Taktstrich zwischen den Jahrhunderten.“

So hielten wir einen Augenblick inne, ließen die Pedale ruhen und schwebten still über der Stadt.

Aus dem Archiv

Reise um die Erde – Budapest – Königin an der Donau

Der Morgen dämmerte in blassen Goldtönen, als wir unser fliegendes Fahrrad erneut bestiegen. Die Pedale knarrten leise, die Schwingen unserer leichten Konstruktion entfalteten sich im Sonnenlicht wie die Flügel eines gigantischen Schmetterlings. Der Wind trug uns ostwärts, über Felder, Wälder, und den endlosen Spiegel der Donau, deren Wasser wie geschmolzenes Glas dahinfloss.

Bald erhob sich am Horizont eine Silhouette, die so majestätisch wirkte, dass man meinen konnte, eine Stadt aus Marmor und Musik schwebe auf dem Strom: Budapest, die unangefochtene Königin an der Donau.

Von Norden her kommend, bot sich uns ein Anblick, der selbst die kühnsten Erwartungen übertraf: Auf der einen Seite, hoch und würdevoll, das Burgviertel von Buda, mit der gotischen Matthiaskirche und der Fischerbastei, deren weiße Türme wie aus einem Märchenbuch Wellen aus Stein formten. Auf der anderen Seite, jenseits der Kettenbrücke, breitete sich Pest aus – pulsierend, elegant, gekrönt vom imposanten Parlamentsgebäude, dessen neugotische Fassaden im Morgendunst glühten wie von innen erhellt.

Wir kreisten einmal über der Kettenbrücke, diesem Meisterwerk aus Eisen und Stein, und spürten in den Seilen fast die Schwingung vergangener Jahrhunderte. Darunter zog die Donau träge, doch unermüdlich, und trennte – oder besser: verband – die beiden Hälften dieser einzigartigen Metropole.

Ich konnte nicht umhin, an jene Visionäre zu denken, die diese Stadt prägten: Könige, Architekten, Komponisten – und all jene stillen Träumer, die wie König Ludwig einst davon geträumt haben, die Welt aus der Luft zu sehen. Vielleicht, so dachte ich, hätte auch er hier verweilt, auf einem Balkon mit Blick auf den Strom, und sich vorgestellt, wie er in einer Maschine durch die Lüfte über die Dächer der Stadt gleitet.

Von oben war Budapest wie eine Partitur: das gleichmäßige Blau der Donau als tiefer Grundton, die Kuppeln und Türme als aufsteigende Melodielinien, das unruhige Straßenleben als sanftes Tremolo in der Ferne.

„Hier“, sagte mein Gefährte, während wir eine weite Schleife zogen, „hier tanzt Geschichte im Walzertakt, und jede Brücke ist ein Taktstrich zwischen den Jahrhunderten.“

So hielten wir einen Augenblick inne, ließen die Pedale ruhen und schwebten still über der Stadt.

Reise um die Erde – Leipzig – Stadt der Töne und Gedanken

Die Mittagssonne stand schon hoch, als wir Dresden hinter uns ließen und mit gleichmäßigem Tritt die Pedale unseres fliegenden Fahrrads bewegten. Der Fahrtwind war mild, die Landschaft weit und leicht gewellt – Felder, Wälder, Dörfer, verstreut wie Noten auf einem leeren Blatt. Schon aus der Ferne kündigte sich unser Ziel an: Leipzig, jene Stadt, in der Musik, Geist und Geschichte ein feines Gewebe bilden, gespannt über Jahrhunderte hinweg. Wir näherten uns aus südöstlicher Richtung, der Blick weit über die Dächer und Plätze, die wie Seiten eines ehrwürdigen Buches aufgeschlagen dalagen. Die Silhouette war weniger prunkvoll als Dresden, doch von einer anderen Art Schönheit – einer, die aus Ideen gebaut ist.

Im Westen sahen wir den imposanten Block des Gewandhauses, jenen Konzerttempel von Weltruf, in dem schon Mendelssohn dirigierte und wo heute noch der Klang der großen Sinfonien wie ein ewiger Strom pulsiert. Gleich daneben das Opernhaus, ein moderner Bau, der sich in klaren Linien zum Augustusplatz öffnet – eine Bühne für Dramen aus Klang und Bewegung.

Unser Flug senkte sich über die Altstadt, wo enge Gassen sich winden und alte Handelshöfe von Leipzigs glanzvoller Zeit als Messemetropole erzählen. Wir kreisten um die ehrwürdige Thomaskirche, jenen Ort, wo Johann Sebastian Bach als Thomaskantor wirkte, komponierte, unterrichtete, begraben liegt. Noch heute klingt aus dem Chor sein Werk, als wolle er selbst noch über die Jahrhunderte hinweg die Zügel der Musik führen.

„Dies“, sagte mein Gefährte andächtig, „ist nicht einfach ein Ort. Es ist ein Zentrum der Schwingung, wo der Ton nicht erklingt – sondern entsteht.“

Wir fuhren weiter, über den Marktplatz, vorbei am alten Rathaus mit seiner prächtigen Renaissance-Fassade, und näherten uns dem Nikolaikirchhof, wo sich einst Menschen mit Kerzen versammelten – leise, standhaft, friedlich. Die Friedliche Revolution begann hier mit Gedanken, getragen von Hoffnung – und mündete in Wandel.

Doch Leipzig ist nicht nur Musik und Geschichte – es ist auch Bewegung, Verlagshaus, Universität, Messeplatz. Über den Dächern sahen wir die Glaskuppel der Universitätsbibliothek und das Völkerschlachtdenkmal, ein Mahnmal von gewaltiger Stille.

Wir zogen eine letzte Runde über die Stadt, die sich nun wieder in Bewegung setzte: Fahrräder auf dem Innenstadtring, Studierende auf Plätzen, Kinder, Stimmen, Glocken. Leipzig war nicht laut, nicht prunkvoll – aber tief.

„Eine Stadt wie ein Cello“, flüsterte ich. „Nicht schrill, nicht glänzend – aber mit einem Klang, der bleibt.“

Und so setzten wir unsere Reise fort – mit leichtem Tritt, durch die Luft, dem Abend entgegen.