Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
Neuester Beitrag
Spur 0 Wasserturm – Grüße aus Zwischendurch
Am zweiten Weihnachtstag gingen hier die neuesten, bebilderten Nachrichten von Matthias W. ausZWISCHENDURCH ein:
„[…] heute möchte ich […] berichten, was sich zur heiligen Nacht in unserem kleinen Bergarbeiterdorf ZWISCHENDURCH zugetragen hat:
Es war alles so wie jedes Jahr, seit jahrzehnten. Nach der Christmesse gingen alle nach Hause und man konnte durch die Fenster der Häuser die hell erleuchten Weihnachtsbäume sehen. Der Geruch von Braten lag in der Luft und man konnte Kinderlachen hören.
Doch am nächsten Morgen war alles anders. Im Bahnhofsbereich stand ein riesiger weißer Klotz. Sofort kamen die Bürger zusammen, Feuerwehr und Bürgermeister waren vor Ort. Man munkelte von Ausserirdischen und Störungen im Raum-Zeit-Kontinuum. Panische Stimmung breitete sich aus, Kinder weinten.
Nur unsere Eisenbahner wussten sofort Bescheid: ein Wasserturm war geboren- wie auch immer- und sie freuten sich, dass ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen war. Nie mehr das Lebenselexier unserer Dampfloks mit der Handpumpe fördern.
Unser alter Oberlehrer Böck konnte zur Aufklärung beitragen. Wegen seniler Bettflucht saß er die halbe Nacht am Fenster und konnte beobachten, wie im Morgengrauen ein rot gekleideter Mann mit einem Rentierschlitten landete.
Er sondierte kurz das Terrain, griff dann in einen Sack und zog besagtes Objekt heraus. Böck konnte noch spontan ein Foto von der Aktion machen.

Daraufhin brach Volksfeststimmung aus. Die Bewohner holten kannenweise Glühwein und die Blaskapelle spielte. Soweit der Bericht aus ZWISCHENDURCH. Das Foto vom alten Böck und noch weitere vom verschneiten Ort habe ich beigefügt.



Ich wünsche ihnen und ihrer Familie einen Guten Rutsch und ein friedvolles und vor allem gesundes neues Jahr,
Viele Grüße, Matthias W.“
Matthias W. hat den hier auf dieser Seite zum kostenlosen Download eingestellten Wasserturm (Maßstab H0) auf die für seine Modellbahn Spur 0 nötige Größe skaliert und innerhalb kurzer Zeit die Einzelteile des Baukastens gedruckt, zusammengebaut und das Gebäude an den passenden Platz seiner Anlage gestellt. Herzlichen Glückwunsch Matthias zu dem in jeder Hinsicht gelungenen Werk.
Der STL-Baukasten „Wasserturm H0“ steht hier als kostenloser Download für nicht-kommerzielle Zwecke zur Verfügung. Das Modell ist dem ehemaligen Wasserturm in Hennef-Heisterschoss nachempfunden und wurde vollständig für den 3D-Druck konstruiert.
In der ZIP-Downloaddatei enthalten sind:
- ein Bild der 3D-Konstruktion
- eine Maßzeichnung
- Bauhinweise (PDF)
- vier Verzeichnisse mit den sich logisch aufbauenden Baugruppen des Modells
Alle benötigten STL-Dateien sind enthalten und eindeutig benannt, sodass Druck und Aufbau Schritt für Schritt erfolgen können.


Viel Freude beim Drucken, Bauen und Gestalten –und beim Entstehenlassen eines Wasserturms im Maßstab H0.
Aus dem Archiv
Preußische P8 – 70 Tonnen auf der Drehscheibe
Die Preußische P8 38 2267 zeigt sich von allen Seiten
auf der Drehscheibe vor dem Ringlokschuppen beim Museumfest im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen am 15. Oktober 2023.
„Langsam auffahren!“
„Zylinderhähne schließen!“
Bild-/Tonmaterial Udo Fröbus – hier zur Veröffentlichung freigegeben
Projekt Kleinbahn – „Von Nirgendwo nach Irgendwo“
Der Rahmen steht. Aus sauber verleimtem Sperrholz entstand die Grundlage eines Dioramas – 1.200 Millimeter lang, 400 Millimeter tief, 15 Millimeter hoch. Schlicht und präzise, wie ein leerer Bühnenraum, der nur darauf wartet, dass die ersten Züge in den Spuren H0 (Normalspur) und H0e (Schmalspur 750mm) ihre Rollen übernehmen. Die Schienen liegen bereit, ordentlich sortiert und erwartungsvoll: ein Zweischienengleis H0/H0e mit einem Abzweig in die Schmalspur, drei handbediente H0e-Weichen und ein Vorrat an Flexgleisen in Normal- und Schmalspur. Noch ruhen sie still, doch bald werden sie die Linien einer kleinen Welt zeichnen.
Der Gleisplan Version 1.0 hat inzwischen seine Feuertaufe hinter sich. Noch einmal wurde er überarbeitet, durchdacht, in der digitalen Skizze verschoben und gedreht – bis schließlich eine zusätzliche Weiche Platz fand, die ein weiteres Gleis ermöglicht – Gleisplan Version 2.0. Ein kleiner Eingriff mit großer Wirkung: mehr Betrieb, mehr Möglichkeiten, mehr Leben auf der begrenzten Fläche.

Modellstudie im Maßstab H0/H0e mit Blender 4.4 erstellt
Und in dieser kleinen Welt, irgendwo zwischen Fantasie und Erinnerung, werden bald auch die Züge verkehren, die Reisende aus „Nirgendwo“ nach „Irgendwo“ bringen – und andere wieder zurück. Ein Ort des Ankommens und Aufbrechens, so unscheinbar wie bedeutend, wo jede Fahrt eine Geschichte erzählt und jeder Halt ein neuer Anfang sein kann.
Parallel dazu wächst auch die Technik: Die Fahrzeugstudie eines Schmalspurtriebwagens T1 nimmt Formen an. Der Fahrzeugrahmen mit den Radlagern entsteht in diesen Tagen im 3D-Drucker – ein erster Prototyp, mit dem bald die ersten Rolltests stattfinden sollen. Ein modernes Verfahren im Dienst klassischer Eisenbahnleidenschaft.

Modellstudie im Maßstab H0/H0e mit Blender 4.4 erstellt
Und dann wird es konkret: Die Gleise werden aufgelegt, die Weichen positioniert, erste Probefahrten geplant. Es beginnt jener Moment, in dem das Diorama „Irgendwo“ zum Leben erwacht – Zentimeter für Zentimeter, Spur für Spur.