Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
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Die Vielseitige
Die deutsche Diesellok V60 – Eine vielseitige Rangierlokomotive. Die Baureihe V60 ist eine der bekanntesten deutschen Diesellokomotiven, die speziell für den Rangierdienst entwickelt wurde. Sie wurde in den 1950er Jahren für die Deutsche Bundesbahn (DB) entworfen und blieb jahrzehntelang ein fester Bestandteil des deutschen Schienenverkehrs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg benötigte die Deutsche Bundesbahn eine moderne Rangierlok, um die veralteten Dampflokomotiven zu ersetzen. Zwischen 1955 und 1964 wurden über 900 Lokomotiven der Baureihe V60 (später als Baureihe 260 bzw. 360 bezeichnet) von verschiedenen Herstellern wie Krupp, Henschel und MaK gebaut. Die V60 wurde für mittelschwere Rangieraufgaben konzipiert und besaß eine robuste Konstruktion mit einem zuverlässigen Dieselmotor.
Die V60 ist mit einem Sechszylinder-Dieselmotor ausgestattet, der je nach Variante eine Leistung von 478 kW (650 PS) bis 650 kW (885 PS) erbringt. Sie verfügt über eine hydraulische Kraftübertragung, die eine stufenlose Leistungsregelung ermöglicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h im Rangiergang und 60 km/h im Streckengang. Ihr Gewicht liegt bei etwa 52 Tonnen, was ihr eine hohe Zugkraft für den Verschub schwerer Güterwagen verleiht.
Die V60 wurde hauptsächlich für den Rangierbetrieb auf Bahnhöfen und in Industriegebieten eingesetzt. Sie ersetzte viele ältere Dampflokomotiven und trug maßgeblich zur Modernisierung des deutschen Schienenverkehrs bei. Auch im leichten Streckendienst kam sie gelegentlich zum Einsatz.
Mit der Einführung eines neuen Nummernsystems 1968 wurde die V60 in die Baureihen 260 (leichtere Variante) und 261 (schwerere Variante) umbenannt. Später erfolgte eine Umrüstung vieler Loks mit Funkfernsteuerung, woraufhin sie als Baureihe 360/361 bzw. 364/365 bezeichnet wurden.
Trotz ihres Alters sind einige Loks der Baureihe V60 noch heute im Einsatz, insbesondere bei Privatbahnen, Industriebetrieben und Museumsbahnen. Viele Exemplare wurden an Eisenbahnfreunde verkauft und liebevoll restauriert. Ihre robuste Bauweise und Vielseitigkeit machen sie auch heute noch zu einer geschätzten Lokomotive.
Ein Modell der V60 im Maßstab 1:87 der Firma ESU fährt heute im Wechselstrombetrieb bei Udo. Die Lok ist mit einem Digitaldecoder ausgestattet, verfügt über Beleuchtung sowie einen realitätsnahen Sound, simulierter Sprechfunk kann geschaltet werden. Auch bei Udo ist die V60 im Rangiergetrieb eingesetzt.
Aus dem Archiv
Eine Lkw-Werkstatt für Nirgendwo
Während in Irgendwo auf die Lieferung der letzten Dachteile für den kleinen Lokschuppen der Schmalspurbahn H0e gewartet wird, ist man im benachbarten Nirgendwo schon ein gutes Stück weiter. Dort entsteht gerade eine neue Werkstatt für Lkw – ein Projekt, das in seiner ganzen Architektur unverkennbar aus der 3D-Design-Werkstatt von Irgendwo stammt, aber in einigen Details speziell an die Bedürfnisse von Nirgendwo angepasst wurde.
Das Gebäude wächst bereits zu einer stattlichen kleinen Halle heran. Auf der einer Seite zeigt es ein beige verputztes Fachwerk mit kräftigen braunen Balken, klar abgesetzten Linien und einer tiefblauen Tür, die dem Ganzen einen fast freundlichen Akzent verleiht. Das Fachwerk wirkt traditionell, beinahe ländlich – als wolle es sagen: „Hier wird solide gearbeitet.“
Die gegenüberliegende, längliche Seite besteht aus glatten beigen Wänden mit mehreren dunkel gerahmten Fenstern, die später einmal warmes Werkstattlicht nach außen tragen werden. Im vorderen Bereich thront ein blauer Giebel über den großen Werkstatttoren. Diese schweren zweiflügeligen Tore stehen im Moment weit offen. Ihre hölzernen Verstrebungen und die deutlich sichtbaren Scharniere lassen erahnen, wie robust sie gebaut sind.

Im Inneren ist der Eigentümer bereits dabei, die künftige Werkstatt mit Werkbänken, Schränken und allem auszustatten, was zu einer ordentlichen Lkw-Werkstatt gehört. Wie man hört, soll später sogar eine beleuchtete Fahrzeuggrube eingebaut werden – ein Hinweis darauf, dass hier nicht nur optisch, sondern auch funktional Großes geplant ist.
Und tatsächlich: Ein blauer Lkw hat bereits probeweise seinen Platz in der noch offenen Halle eingenommen.


Er steht halb im Gebäude, halb noch im Freien, als wolle er testen, ob die künftige Werkstatt wirklich groß genug für alltägliche Reparaturen ist. Über ihm spannt sich ein Dachstuhl aus hellbraunen Holzträgern, filigran und dennoch stabil, ein Blick in das Innere eines Gebäudes, das erst noch seine Haut bekommt. Die rückwärtige Wand ist bereits geschlossen, während die Seitenwände mit ihren kleinen Fenstern und sauber eingelassenen Fensterrahmen schon fertig wirken.
So steht die Werkstatt dort: halb offen, halb fertig, und doch schon voller Charakter. Sie erzählt von Fleiß und Planung, von Handwerk und Geduld – und davon, dass zwischen Irgendwo und Nirgendwo nicht nur Gleise wachsen, sondern auch ganze kleine Welten entstehen.
Bahnhofsgebäude „Irgendwo“ – Richtfest
Der große Moment ist gekommen: Der Rohbau des kleinen Bahnhofsgebäudes „Irgendwo“ steht im wahrsten Sinne des Wortes, und das Richtfest kann gefeiert werden.
Nach vielen Stunden sorgfältiger Arbeit erhebt sich nun das Gebäude in seiner endgültigen Form – klar erkennbar, aber noch ohne Feinschliff, Farbe und Ausstattung.




Die Wände wurden aus 3 mm und 5 mm starken Schaumstoffplatten gefertigt – ein ideales Material für präzise, aber leicht zu verarbeitende Modellbaustrukturen. Mithilfe von Vektordateien im Lasercut-Verfahren entstanden alle Bauteile maßgenau: Fenster- und Türöffnungen sauber ausgeschnitten, Fassadenteile exakt auf Länge gebracht.

Besonderes Augenmerk lag auf den von Hand gefertigten Gehrungsschnitten an den Ecken – mit einem scharfen Bastelmesser auf 45 Grad geschnitten, sodass die Wände perfekt aneinanderstoßen und keine sichtbaren Kanten entstehen.
Konstruktion von unten nach oben
Zunächst wurden die Erdgeschosswände mit Weißleim zusammengefügt und sorgsam ausgerichtet, bis sie exakt im rechten Winkel standen. Dieser Wandrahmen wurde anschließend auf die vorbereitete Bodenplatte gesetzt, die aus zwei verklebten Schichten Schaumstoff (3 mm + 5 mm) besteht.

Die Platte wurde so zugeschnitten, dass sie an allen Seiten 1 mm Überstand gegenüber den Erdgeschosswänden aufweist – eine kleine, aber realistische architektonische Fuge, wie sie auch beim Vorbild vorkommt.
Darüber folgt der Zwischenboden, der das Erdgeschoss abdeckt, aber noch nicht verklebt wird. Diese Trennung bleibt bewusst erhalten, damit die Innenräume für den späteren Einbau von Fenstern, Türen und evtl. Inneneinrichtung weiterhin zugänglich bleiben. Erst danach wird das Obergeschoss aufgesetzt – ebenfalls aus präzise gelaserten Platten zusammengesetzt und mit Geduld und Fingerspitzengefühl ausgerichtet.

Das Dach – Abschluss des Rohbaus
Den krönenden Abschluss bildet die Dachkonstruktion: aus demselben Schaumstoffmaterial gefertigt, in Form gebracht und mit feiner Passung aufgesetzt. Die sorgfältig zugeschnittenen Dachflächen ergeben den letzten Baustein des Rohbaus – ein Moment, um innezuhalten und das Richtfest zu feiern.
Ein kleines Fähnchen auf dem Dach könnte den Tag abrunden – Tradition verpflichtet, auch im Maßstab 1:87!

Fenster und Türen – individuelle Gestaltung
Die selbst konstruierten Fenster und Türen liegen im 3D-Druck vor und können ganz nach Geschmack gestaltet werden: ob klassisch in Holzoptik, modern mit Metallrahmen oder farblich an die Bahnarchitektur der Epoche angepasst. Nach dem Lackieren lassen sie sich passgenau, saugend in die vorbereiteten Öffnungen einsetzen – dank der präzisen Lasercut-Arbeiten ohne Nachbearbeitung.

Hinweise für den Nachbau
Wer Lust bekommen hat, das Bahnhofsgebäude „Irgendwo“ im Maßstab H0 (1:87) selbst zu bauen, findet hier das Nötige in einem Baukasten-Paket (ZIP-Datei) für den nicht-kommerziellen Gebrauch zum kostenlosen Download:
- SVG-Vektorzeichnungen Einzelteile (Front-/Seitenansicht des Modells) im Maßstab 1:1
- BMP-Zeichnung Einzelteile (Front-/Seitenansicht des Modells) im Maßstab 1:1
- JPG-Maßzeichnungen des Gebäudes mit Maßen H0 (Front-/Seitenansicht)
- STL-Datei für 3D-Druck – fünfteiliges Set Türen und Fenster
Damit steht dem eigenen Modell-Richtfest nichts mehr im Wege – ob als Mittelpunkt einer kleinen Nebenbahn oder als nostalgischer Haltepunkt am Anlagenrand. Mit etwas Geduld, einem scharfen Messer und Liebe zum Detail kann so ein kleines Stück Eisenbahnromantik entstehen.
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