Modellflug Tagebuch

Willkommen im Modellflug-Tagebuch von Die Montagsflieger. Hier findest Du Berichte, Fotos, Videos und Erfahrungen aus der faszinierenden Welt des Modellflugs – vom ersten Bau eines Flugmodells bis zu spannenden Flugtagen auf den Flugwiesen der Montagsflieger.

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Mini Epsilon

Mini Epsilon

Der Himmel ist grau, es ist nebelig und ein leichter Nieselregen fällt, die Sonne hat es schwer, schafft es kaum, das Trübe zu durchdringen. Man könnte meinen, süffisant grinsende Geister ziehen übers Land, verstecken sich in ihrem Potemkischen Dorf, feiern ihr Verbreiten von Widerlichkeiten und springen auf einem Bein, vielleicht dem falschen, dem Beifall ihres schweigenden Publikums entgegen. Einzelne, angewidert von dem dargebotenen Treiben, wenden sich ab.

Wenden wir uns der hellen und schönen Seite des Lebens zu und fliegen den Mini Epsilon von Staufenbiel bei Sonnenschein in wunderschöner Natur:

Mini Epsilon 2m E-Segler von Staufenbiel

Aus dem Archiv

Spaß und Regeln beim Hallenfliegen

Unter Freunden – Motte und Rabe – Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären rein zufällig.

Unsere Freunde Motte und Rabe sind inzwischen begeisterte Modellflieger. Sie haben sich zum Hallenfliegen verabredet. In einer düsteren Sporthalle, in der die Geräusche von quietschenden Turnschuhen und knallenden Bällen normalerweise zu hören sind, haben sich die zwei unerschrockenen Modellflugbegeisterten verabredet.

Ihre Mission:

Die Lüfte zu erobern

mit ihren kleinen, aber eindrucksvollen Flugzeugen.

Motte, der Hobbybastler mit einem Hang zum Perfektionismus, hat sein Modellflugzeug liebevoll vorbereitet. Es glänzt in der Hallenbeleuchtung, als hätte er es gerade aus einer Modellflugzeugschönheitsklinik geholt. Jede Schraube ist fest angezogen, jede Lackierung perfekt aufgetragen.

Er streicht sanft über die Flügel und das weiche, graue Fell des Piloten. Beide lächeln zufrieden. „Dies wird ein Flug für die Geschichtsbücher, mein Freund!“, ruft er enthusiastisch seinem Partner zu.

Sein Kumpel Rabe hingegen, ein Liebhaber des Improvisierens und der Spontanität, hat sein Modellflugzeug aus einer Kiste gekramt, die mehr nach einem Grab für verlorene Gegenstände aussieht als nach einem Lager für wertvolle Fluggeräte. Mit einem Schulterzucken und einem breiten Grinsen schnappt er sich das Flugzeug und schleudert es in die Luft.

„Wer braucht schon Präzision, wenn man Leidenschaft hat, oder?“, ruft er fröhlich und wirbelt umher wie ein Kind im Spielzeugladen.

Der Schal des Piloten flattert im Wind der Heizungsanlage. Während Motte die Windverhältnisse in der Halle akribisch prüft und die Startbahn inspiziert, um die perfekte Flugroute zu planen,

beobachtet Rabe das Treiben um sich herum mit einem Augenzwinkern. Er zückt seine Fernbedienung und fängt an, wilde Manöver zu vollführen, die mehr nach einem Tanz mit dem Zufall als nach einem geplanten Flug aussehen. Ein Looping hier, eine unerwartete Abwärtsdrehung dort – sein Flugzeug tanzt im Raum wie ein betrunkener Schmetterling, der versucht, Walzer zu tanzen.

Als die beiden schließlich bereit sind, ihre Flugzeuge in die Lüfte zu schicken, stehen sie Seite an Seite, jeder mit seinem eigenen Ansatz, aber beide mit einem Funken Abenteuerlust in den Augen. Motte hält sein Flugzeug fest, als ob es sein kostbarstes Gut wäre, während Rabe sein Modell mit einem breiten Grinsen auf die Startbahn legt.

Und dann, mit einem Winken und einem Lachen, starten sie ihre Flugzeuge in die Luft, bereit für ein Abenteuer, das vielleicht mehr über die unterschiedlichen Herangehensweisen ans Leben als über Modellflugzeuge erzählt.

Aber was soll es, solange sie Spaß haben und die Hallendecke heil bleibt, ist alles erlaubt, oder?

Ah, die Frage nach den Regeln,

ein Thema, das die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigt. Der Mensch braucht Regeln, wie ein Fisch das Wasser braucht. So sagen zumindest diejenigen, die sich gerne als Regelmeister aufspielen. Denn schließlich wäre das Leben ohne Regeln ja nur ein wilder Ritt auf dem Rücken eines unberechenbaren Elefanten!

Stell dir das Chaos vor, wenn jeder einfach tun könnte, was er wollte! Die Halle wäre ein Schlachtfeld aus Flugzeugkarambolagen, der Flugraum würde sich in eine Arena für verbale Schlachten verwandeln , die Modellflugbörse Schauplatz für wilde Prügeleien um den letzten Akku.

Aber zum Glück haben wir Regeln! Diese wunderbaren, oft missverstandenen Gebote der Vernunft, die uns sagen, was wir tun und was wir lassen sollen. Sie sind wie die Mama, die uns die Hand hält, wenn wir durch die Halle oder über das Modellfluggelände gehen und fliegen,

oder wie der unliebsame Lehrer, der uns in der Schule die Freiheit raubt, unsere zu einem Flugzeug geformte Knetmasse auf den Boden zu werfen.

Dank der Regeln können wir uns sicher fühlen in unserer kleinen Blase der Ordnung und Disziplin. Wir wissen genau, wie wir uns verhalten müssen, um nicht aus der Reihe zu tanzen und das fragile Gleichgewicht der Gemeinschaft zu gefährden. Denn wer will schon derjenige sein, der die Domino-Steine umstößt und damit die Apokalypse auslöst?

Collage mit Bild aus dem Buch von Thorben Kuhlmann „Lindbergh: Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“, Nord Süd Verlag Zürich, 20151)

Also erheben wir unser Glas auf die Regeln, die uns vor dem Abgrund der Anarchie bewahren! Mögen sie immer fest verankert bleiben, wie ein Fels in der Brandung oder ein Betonpfeiler auf der Autobahn – solide, unverrückbar und ein wenig unbequem, wenn man dagegen stößt.

1) Erlaubnis des Verlags liegt vor.

FlyBuggy Fehlstart Kapriole

FlyBuggy Fehlstart Kapriole

Der Depron Eigenbau Parkflyer FlyBuggy startet zum ersten Mal, lange dauert der Flug, sofern das überhaupt so bezeichnet werden kann, nicht. Er schlägt ein paar Kapriolen, steigt fast senkrecht hoch, kippt nach hinten über, stürzt Richtung Boden und landet auf den Punkt genau in die Pferdescheiße, als wäre das das einzige Ziel des kurzen Unternehmens gewesen.

So war das nicht gedacht und sollte besser der Reitkunst überlassen bleiben: Die Kapriole (von ital. capriola = Bocksprung) ist eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der das Pferd hoch genug nach vorne oben in die Luft springt, um am höchsten Punkt seiner Flugbahn mit den Hinterbeinen auszuschlagen und danach wieder sicher landen zu können. Die Capriole ist der höchste und vollkommenste von allen Sprüngen.1)

Diese Vollkommenheit war beim ersten Start des FlyBuggy nicht beabsichtigt.

Es klappt eben nicht immer so wie erhofft.

Inzwischen sind Seitenzug und Schwerpunkt des fliegenden Monoposto geändert.

Der FlyBuggy wartet auf den nächsten Start. Weitere Kapriolen überlassen wir lieber den Pferden mittendrin.


1) https://de.wikipedia.org/wiki/Kapriole_(Reiten)