Modellflug Tagebuch

Willkommen im Modellflug-Tagebuch von Die Montagsflieger. Hier findest Du Berichte, Fotos, Videos und Erfahrungen aus der faszinierenden Welt des Modellflugs – vom ersten Bau eines Flugmodells bis zu spannenden Flugtagen auf den Flugwiesen der Montagsflieger.

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Neueste Beiträge

F-Schlepp mit der Maule und drei Seglern

Es ist Anfang September, der Himmel wolkenlos, das Thermometer zeigt 30o C, es weht ein Wind mit zunehmend starken Böen. Ein Sonnenschutz ist aufgebaut. Am Rand der beiden Start- und Landebahnen auf Flugfeld II stehen die Schleppmaschine Maul M7 GB und drei Segler, die Ka8b, die ASW 20 und 27.

Die Aufgaben sind wechselnd klar verteilt, Schleppmaschine, Segler, Video.

Drei Montagsflieger, Ralf, Dieter und Georg genießen einen wunderschönen, erholsamen Nachmittag und lassen auch von oben dabei sein.

Aus dem Archiv

Zwischen Ästen und Hoffnung – Fallentinas Rettung

Es sollte ein ganz normaler Montag bei den Montagsfliegern werden. Ein bisschen Fliegen, ein bisschen Fachsimpeln, vielleicht noch ein Kaffee in der Abendsonne. Doch dann beschloss das Schicksal – offenbar mit einem ausgeprägten Sinn für Ironie –, dem Tag eine unerwartete Wendung zu geben. Fallschirmspringerin Fallentina sprang am späten Nachmittag geschniegelt aus der Motormaschine, bereit für eine elegante Landung. Stattdessen landete sie… nun ja, eher ungewöhnlich. Ihr Fallschirm suchte sich zielsicher einen Baum aus und parkte in etwa 25 Metern Höhe ein – eine Perspektive, die sonst eher Vögeln vorbehalten ist.

Am Boden begann umgehend das, was man wohl als hochprofessionelles Improvisationstheater bezeichnen könnte. Schnell war klar: „Einfach runterholen“ würde schwierig werden. Also tat man, was Menschen in solchen Situationen eben tun – man entwickelte Konzepte. Gleich zwei, denn eines allein wäre ja zu einfach gewesen.

Konzept eins: Hightech. Eine Drohne sollte es richten. Montagsflieger Bernd, offenbar nicht nur Pilot, sondern auch Tüftler, präsentierte eine eigens über Nacht entwickelte Konstruktion, die an der Drohne befestigt werden sollte. Zwei Tage später wurde getestet.

Die Technik funktionierte, die Beteiligten nickten zufrieden – nur der Wind hatte offenbar nicht am Meeting teilgenommen und zeigte sich wenig kooperativ. Ergebnis: Man konnte viel ausprobieren, aber niemand wollte riskieren, dass am Ende noch die Drohne im Baum neben Fallentina einzieht.

Also wechselte man zu Konzept zwei: Lowtech, aber mit Drama. Pfeil und Bogen. Ja, richtig gelesen. Der Plan klang ein bisschen wie aus einem Abenteuerfilm – oder genauer gesagt: wie eine Szene direkt aus den Wäldern von Robin Hood. Plötzlich fühlte sich der Ort weniger wie ein moderner Flugplatz an und mehr wie Sherwood Forest. Es fehlten eigentlich nur noch grüne Kappen und ein paar Männer in Strumpfhosen, die sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und „Treffer!“ rufen. Statt Goldsäcke aus den Händen habgieriger Sheriffs zu befreien, ging es hier allerdings darum, eine Fallschirmspringerin aus den Fängen eines besonders hartnäckigen Baumes zu erlösen. Der Plan war ebenso simpel wie heldenhaft angehaucht: Ein dünnes Seil sollte per Pfeil über die Gestrandete geschossen werden – möglichst präzise, versteht sich, ganz im Stil des legendären Bogenschützen. Anschließend wollte man durch geschicktes Ziehen das Seil so positionieren, dass sie sich aus ihrer luftigen Gefangenschaft befreien konnte.

Was folgte, war eine Mischung aus Training, Geduldsspiel und mittelalterlichem Revival. Pfeile flogen durch die Luft, und für einen kurzen Moment konnte man sich einbilden, gleich würde jemand behaupten, er habe soeben einen Pfeil gespalten wie einst Robin Hood. Die Realität blieb allerdings leicht darunter: Immer wieder war man erstaunlich nah dran – fast schon heldenhaft nah. Doch statt eines triumphalen „Volltreffers!“ blieb es bei einem wiederkehrenden „Das war jetzt wirklich knapp…“. Und so zeigte sich:

Den Geist von Robin Hood zu beschwören ist das eine – seine Treffsicherheit zu erreichen, offenbar noch einmal eine ganz andere Geschichte. Während unten langsam die Energie nachließ und oben vermutlich eine ganz neue Definition von Geduld entstand, näherte sich die Situation ihrem dramaturgischen Höhepunkt. Die Retter dachten bereits darüber nach, ob man vielleicht noch ein drittes, viertes oder zwanzigstes Konzept entwickeln sollte.

Und genau in diesem Moment, als die menschliche Planung an ihre Grenzen kam, entschied sich die Hauptdarstellerin der Szene offenbar, das Drehbuch selbst umzuschreiben. Plötzlich Bewegung im Baum. Ein Rascheln, ein Ruck – und wie aus dem Nichts löste sich Fallentina aus ihrer Lage. Der Schirm gab nach, sie sank nach unten, ganz ohne Drohne, ganz ohne Pfeil und Bogen, dafür mit maximaler Wirkung auf die Nerven aller Beteiligten. Unten angekommen: Stille für den Bruchteil einer Sekunde. Dann die Erkenntnis. Sie steht. Sie ist unverletzt.

Was folgte, war kein geordnetes Protokoll mehr, sondern pure Erleichterung. Jubel, Lachen, wahrscheinlich auch der ein oder andere ungläubige Blick nach oben, als wolle man sich vergewissern, dass der Baum nicht doch noch eine Zugabe plant.

Fazit des Tages: Man kann Drohnen bauen, Pfeile schießen und die wildesten Pläne schmieden – manchmal reicht es aber, wenn sich die Dinge einfach von selbst lösen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein Montag, der irgendwo zwischen Ernstfall und Realsatire seinen ganz eigenen Platz gefunden hat.

Der Verrückte macht Fortschritte

Nach seinem ersten Erfolg ist Otto beflügelt und entscheidet sich, sein Vehikel weiter zu entwickeln. Es ist an der Zeit, das Fahrrad nicht nur fliegen, sondern auch landen und rollen zu lassen. Dafür braucht es ein solides Fahrwerk mit sich drehenden Rädern. Otto verbringt ein paar Stunden in seiner kleinen Werkstatt, tüftelt an Skizzen und probiert verschiedene Materialien aus.

Schließlich baut er ein Fahrwerk, das aus zwei robusten Speichenrädern, einer gut gefetteten Stahlachse und einem stabilen Auflagebrett besteht. Die Räder werden aus leichtem Alu und widerstandsfähigem Gummi gefertigt und können sich leicht auf der Achse drehen. Otto stellt sich vor, wie das Fahrrad sanft auf einer fremden Planetenoberfläche landet und dort wie ein normales Fahrrad rollt, bereit für neue Entdeckungen.

„Es mag nicht gefedert sein, aber es wird die Reise angenehm machen“, murmelt Otto zufrieden, während er die letzten Schrauben festzieht. Er setzt sich an seinen Laptop und aktualisiert sein 3D-Modell in Blender 3.6, fügt die neuen Komponenten hinzu und testet die Animation. Das Ergebnis ist beeindruckend: Das Fahrrad hebt ab, fliegt mit laufendem Motor und sich drehendem Propeller elegant durch den Raum und landete sanft auf einer virtuellen Oberfläche.

Otto strahlt vor Freude. „Ein voller Erfolg!“, ruft er begeistert und klatscht in die Hände. Jetzt, wo er das Fahrwerk erfolgreich integriert hat, plant er die nächste Herausforderung.

Rückblick auf das Eigenbau RC-Modell Fliegendes Fahrrad -Flying Biycycle – Aviette im August 2023 – Video „Fliegendes Fahrrad – Auf der Hardt – Erster Bodenstart“: