Magazin Gespräche unter Freunden

Trete ein und lausche zwei Beoachtern des Alltags.

Motte und Rabe! In ihrer eigenen, humorvollen Magazin-Reihe nehmen uns die beiden jungen Freunde mit in ihre Welt voller Neugier, Schabernack und kluger Gedanken.

Ob auf dem Heimweg von der Schule, beim Fachsimpeln über die neuesten Errungenschaften der Modellflieger oder bei Entdeckungen in der heimischen Garage.

Motte und Rabe haben zu allem etwas zu sagen und damit sind sie ja wohl nicht alleine. Während Motte die Dinge gerne mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und strukturiertem Optimismus anpackt, kontert Rabe wunderbar lässig und pragmatisch.

Ihre unterhaltsamen, pointierten Gespräche schlagen dabei immer wieder eine Brücke zum aktuellen Zeitgeschehen und den kleinen wie großen Fragen des Lebens. Mit viel Witz, Charme und einer erfrischenden Prise jugendlicher Logik bringen uns die beiden nicht nur zum Schmunzeln, sondern regen auch zum Nachdenken an. Ein humorvoller Blick auf die Welt, der zeigt, was echte Freundschaft ausmacht – direkt hier im Magazin von Der Sternfahrer.

Neueste Gespräche

Motte und Rabe – Christi Himmelfahrt und Vatertag

Motte und Rabe – Christi Himmelfahrt und Vatertag – ein Gespräch unter Freunden #29

„Du Rabe, am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt, sagt der Herr Pfarrer. Glaubst Du, dass der Jesus in den Himmel gefahren ist. Wie hat der das gemacht? Konnte der fliegen?“

Motte, das wird Dir der Pfarrer doch wohl besser erklären können als ich.“ „Ich werde ihn mal fragen und von den Modellfliegern erzählen.“


„Sag mal Motte, hattest Du nicht kürzlich gefragt, wann Vatertag ist?“ „Ja, habe ich und mein Vater hat mir gesagt, dass ist auch am Donnerstag.“ „Hast Du schon ein Geschenk oder eine andere Überraschung für Deinen Vater? Zieht der mit dem Bollerwagen und Bier durch die Gegend?“ „Nein, Rabe, bis jetzt noch nicht. Mir fällt nichts ein, womit ich ihm eine Freude machen könnte.“ „Ich hätte da was für Dich.“ „Ehrlich Rabe? Aber keinen Strauß Maiglöckchen, wie Du ihn Deiner Mutter zum Muttertag geschenkt hast.“ „Nein Motte, etwas besseres.“ „Was denn Rabe?“

„Ich habe gelesen, die machen im Wiesen-Café „Zum Botterblömche“ demnächst auch Livemusik. Boogie Woogie Time nennen die das.“

„Was ist das denn Rabe?“

„Ich zeige es Dir. Hier schau mal Motte bei youtube. Da fliegen die Tasten und Töne. Das wäre doch was für Deinen Vater, oder?“

Brendan Kavanagh „Boogie Woogie Queen Rocks The Public Piano“, Youtube-Video

„Ja, ich glaube schon, das würde ihm gefallen. Wenn fetzige Musik im Radio läuft, dreht der schon mal durch und voll auf; nicht nur im Auto, auch zu Hause in unserer Wohnung. Dann geht die Post ab und die Frau unter uns klopft im Takt mit ihrem Schrubber an die Decke und schreit: Ruhe. Mein Vater hört das aber nicht. Und dann gibt es Ärger.“

„Ich glaube Motte, am Vatertag geht es los mit der Boogie Woogie Time im Wiesen-Café. Die haben schon alles aufgebaut und bereits geprobt. Ich habe es gesehen und gehört. Das wäre doch was für Deinen Vater. Kostet keinen Eintrtitt. Mehr will ich aber noch nicht verraten.“

„Hört sich gut an Rabe.“ „Meiner Mutter und ihrer Freundin Brigitte habe ich davon erzählt. Die wollen dahin und meinen, da gibt es bestimmt auch – naja, das lassen wir besser. Mein Onkel Wilhelm sagte zu den beiden nur: Aha, die jungen Damen wollen zum Ball der einsamen Herzen, wie früher zu meiner wilden Zeit im Tanzkaffee Baccara.

Hier schau Motte, ich habe ein Foto gemacht von der Boogie Woogie Time Probe im Wiesen-Café Zum Botterblömche.“

Rabe, wehe das stimmt nicht. Der Herr Pfarrer hat gesagt, man darf nicht lügen – achtes Gebot in der Bibel.“

Aus dem Archiv

Gespräche unter Freunden – Das Tapirtier

Aus der Reihe Gespräche unter Freunden

Die beiden jungen Freunde Motte und Rabe schlendern nach Schulschluss den Gehweg entlang. Motte, stets mit einem gewissen Ernst bei der Sache, hält seinen schweren Ranzen ordentlich fest, während Rabe ihn lässig über einer Schulter baumeln lässt, als wolle er signalisieren, dass er jederzeit bereit sei, ihn endgültig wegzuwerfen.

„Heute haben wir wieder Unterricht bei der Frau Klassenlehrerin gehabt“, beginnt Rabe, während er mit den Schuhspitzen kleine Kiesel auf dem Gehweg anstößt. „Das ist ja an und für sich nichts Besonderes“, bemerkt Motte trocken.

„Aber wir haben über Tiere in fremden Ländern gesprochen!“, verkündet Rabe, als hätte er sich persönlich durch den dichten, feuchten Dschungel geschlagen. Motte nickt wohlwollend. „Ah, Zoologie also.“ „Zoolo– was?“ „Zoologie. Die Lehre von den Tieren.“ Rabe winkt ab. „Lehren und Lernen – immer diese komplizierten Dinge. Jedenfalls hat uns die Frau Klassenlehrerin ein Bild gezeigt und eine Aufgabe mitgegeben.“ Motte sieht ihn interessiert an. „Und welche, Rabe?“ „Wir sollen überlegen, was das Tapirtier benützt.“ Motte runzelt die Stirn. „Das Tapirtier?“ „Ja, das Tapirtier!“ Rabe nickt.

„Benützt das Tapirtier… Klopapier?“ Einen Moment lang herrscht Schweigen. Dann sagt Motte vorsichtig: „Ja… es benützt es.“ Rabe hebt triumphierend den Zeigefinger. „Aber was nützt es?“1)

Sie sehen sich an. Und plötzlich bricht es aus ihnen heraus – ein schallendes Lachen, das den gesamten Heimweg begleitet. Lachend und hüpfend setzen sie ihren Weg fort, während irgendwo, in einem fremden Land, ein Tapir vermutlich unbeeindruckt sein Geschäft verrichtet.

Ein Beitrag aus der Reihe Gespräche unter Freunden

1) frei nach dem Gedicht von Jaromír Plachý, Tschechien

Fokker DR1 Depron Parkflyer – auf Reisen

Fokker DR1 Depron Parkflyer – auf Reisen – ein Gespräch unter Freunden

Motte, ich habe mir den Holzbaukasten Lilienthal in dem Modellbaugeschäft gestern angesehen. Der hat mir gefallen und ich werde ihn mir von meinem Onkel Wilhelm zum Geburtstag wünschen.“ „Dann freue ich mich für Dich, Rabe.“ „Der Udo vom Geschäft hat mir erzählt, dass er auch gerne bastelt.“ „Ich weiß, Rabe, der hat sogar mal ein rotes Modellflugzeug mit drei Flügeln gebaut.“ „Hat er mir erzählt, Motte.“


„Und hat er es Dir auch gezeigt?“ „Nein, das hat er nicht. Er hat es vor einiger Zeit verkauft.“ „Das ist aber schade, ich hätte es gerne einmal fliegen sehen.“ „Der Vogel soll jetzt irgendwo in Süddeutschland fliegen.“ „Da mache ich mit meinem Vater immer Ferien auf dem Bauernhof, Rabe.“ „Meine Mutter fährt mit ihrer Freundin Brigitte lieber an die See, da legen die sich den ganzen Tag in die Sonne und ich soll ihnen immer schön eine Sandburg bauen und mit kleinen Muscheln ihre Namen darauf schreiben. Darfst Du auf dem Bauernhof auch Trecker fahren, Motte?“ „Klar Rabe, lenken kann ich schon.“

Motte, stell Dir mal vor, der Udo hat mir erzählt, da hat einer sein Modell im Internet gesehen. Der ist dann mit dem Zug von ganz weit nach Hennef gefahren, ist vom Bahnhof den weiten Weg zum Geschäft zu Fuß gegangen und hat das Modell gekauft.“ „Ja und dann?“ „Dann hat der Udo den Mann mit der Fokker in seinem Meriva zum Bahnhof gebracht und noch gesehen, wie der Mann sich mit seiner neuen Fokker durch eine Türe des Nahverkehrszuges gemüht hat. Der Zug hatte dann bestimmt auch etwas Verspätung.“

„Das war sicherlich knapp Rabe, hoffentlich ist nichts kaputt gegangen. Und mit der Verspätung bei der Bahn, das kennen wir doch, nichts Neues.“ „Udo meinte, der Vogel ging mit dem Mann so gerade durch die Tür und dann hat er noch gesehen, wie der Mann sich auf einen Platz am Fenster gesetzt hat, das Modell auf seinem Schoß festhielt und noch einmal zum Abschied zwischen den Flächen mit einem stolzen Lächeln winkte. Dann fuhr der Zug ab.“ „Das ist aber eine schöne Geschichte. Komm Rabe, wir schauen uns noch einmal die Fokker DR1 von Udo an.“

Depron Modell nach einem Bauplan von Steve Shumate

Spannweite 930 mm
Länge 765 mm
Gewicht RTF 600 g
Motor BL 2830-900
Batterie 11.1V 1500 mAh Lipo
Prop. APC 11×4,7 SF



Unter Freunden #14

Gespräche unter Freunden

Unter Freunden #16