Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
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Donnerbüchsen – Freeware Addon für MS Train Simulator
Wenn die Lokomotive anzieht und das Dröhnen der Räder durch den genieteten Stahl des Wagenkastens hallt, beginnt eine Reise, die mehr ist als reine Fortbewegung. Die sogenannten Donnerbüchsen stehen wie kaum eine andere Wagengattung für den Aufbruch der Eisenbahn in die Moderne. Ende der 1920er Jahre ließ die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft die alten, hölzernen Länderbahnwagen hinter sich und setzte auf vollständig aus Stahl gefertigte Personenwagen, robust, zweckmäßig und für den massenhaften Einsatz gedacht. Ihr unverwechselbarer Klang, das Poltern und Donnern auf den Schienen, machte sie schnell zu einem festen Bestandteil des Eisenbahnalltags – und gab ihnen ihren bis heute geläufigen Namen.
Die hier als Freeware für den Microsoft Train Simulator umgesetzten Personenwagen BCi29, Ci28 und PWi30 stehen exemplarisch für diese Epoche. Sie repräsentieren die Epoche II der Deutschen Reichsbahn und blieben, oft nur leicht verändert, bis weit in die Zeit der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR hinein im Einsatz.
Gebaut ab den Jahren 1928 bis 1930, waren sie Ausdruck einer neuen Philosophie: einfache Konstruktion, hohe Stückzahlen, geringe Wartungskosten und maximale Einsatzflexibilität. Offene Endbühnen mit Falttüren, genietete Stahlwände, Dampfheizung und eine nüchterne Innenausstattung bestimmten ihr Erscheinungsbild. Komfort spielte eine untergeordnete Rolle, Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit standen im Vordergrund.
Der Ci28 verkörperte als reiner Wagen der dritten Klasse den Wagen des Volkes. Mit seinen schlichten Holzbänken bot er Platz für viele Reisende und prägte den Personenverkehr auf Haupt- und Nebenstrecken gleichermaßen. Arbeiter auf dem Weg zur Schicht, Schüler, Ausflügler und Soldaten nutzten diese Wagen täglich. Der BCi29 verband in einem Fahrzeug die zweite und dritte Klasse und schlug damit eine Brücke zwischen etwas mehr Reisekomfort und nüchterner Zweckmäßigkeit. Gepolsterte Sitze in der zweiten Klasse standen einfachen Holzbänken gegenüber, getrennt durch Klassengrenzen, die damals noch selbstverständlich waren. Solche Wagen fanden sich häufig in Eil- und Schnellpersonenzügen sowie auf längeren Überlandverbindungen. Der PWi30 schließlich war der funktionale Mittelpunkt vieler Züge. Als Pack- und Dienstwagen nahm er Gepäck, Expressgut und Postsendungen auf und bot zugleich Raum für den Zugführer. Ohne ihn wäre der Personenverkehr jener Zeit kaum denkbar gewesen.
Eingesetzt wurden diese Donnerbüchsen nahezu im gesamten Netz der Reichsbahn.
Sie rollten durch die norddeutschen Ebenen, über Mittelgebirgsstrecken und entlang dichter Vorortverkehre großer Städte. Auf ländlichen Nebenbahnen waren sie ebenso zu Hause wie auf stark frequentierten Hauptstrecken. Ihre schlichte, stabile Bauweise machte sie zu universellen Begleitern des Alltagsverkehrs und zu einem vertrauten Anblick für Generationen von Reisenden.
Mit diesem Freeware-Download für MSTS stehen die drei Wagen BCi29, Ci28 und PWi30 für den nicht kommerziellen Gebrauch kostenlos zur Verfügung. Sie richten sich an alle, die authentische Zugbildungen der späten 1920er und 1930er Jahre nachbilden möchten, aber auch an Freunde der frühen Bundesbahn- und Reichsbahnzeit. Die Donnerbüchsen erzählen keine Geschichten von Luxus, sondern von Bewegung, Alltag und Veränderung. Sie waren laut, kantig und ehrlich – und genau darin liegt ihr zeitloser Charakter, der nun auch in der virtuellen Eisenbahnwelt weiterlebt.
Freeware Addon „Donnerbüchsen“ als ZIP-File mit den Inhalten
- Waggon BCi29
- Waggon Ci28
- Waggon PWi30
- Image
- Zeichnung
- liesmich.txt

Aus dem Archiv
Mit Volldampf in und durch das neue Jahr 2024
Mit Volldampf und Schwung geht es in und durch das neue Jahr 2024. Wie das gehen könnte, zeigt uns Herbert mit seiner Dampfmaschine, die er 1986 in einem der damals noch vorhandenen Modellbau- und Spielwarengeschäfte erworben hat.
Herbert macht Dampf und schreibt dazu:
Viele Jahre hat die Anlage zerlegt in einem Karton in der hintersten Ecke meiner Modellbauwerkstatt gelegen und vor sich hingeschlummert. In der Vorweihnachtszeit 2023 haben die mittlerweile erwachsenen Söhne gefragt, ob die Dampfmaschine noch da wäre. Und ob wir sie nochmals aufbauen könnten.
Ich habe mich der Sache angenommen und die Anlage auf ein passendes Brett montiert. Das Manometer, das Sicherheitsventil und die Pfeife wurden vor der Montage gereinigt und mit neuen Dichtungen versehen eingebaut. Alle beweglichen Teile wurden gut geölt, Wasser eingefüllt, der Witabs Trockenbrennoff nach Vorgabe angezündet und schon konnte es losgehen.
Der Kessel erhitzte auf gut 1 Bar Druck und die Mechanik lief wieder an, als wären keine dreißig Jahre vergangen. Dampf und der Geruch von Öl füllte den Raum. Alle vorhandenen Anbauteile habe ich nacheinander zugeschaltet. Alles läuft perfekt.
Dampfmaschine Wilesco D20 mit
- Transmission M57
- Karussell M70
- Bügelsäge M60
- Modellplatte M56 mit
- Kreissäge M53
- Schleifbock M52
- Bohrmaschine M51
Alle Teile stammen aus dem Hause Wilesco, Lüdenscheid. Auch heute noch bekommt man dort jedes Einzelteil / jedes einzelne Schräubchen als Ersatzteil.
Die Funktionsweise einer Dampfmaschine erklärt übrigens Peter Lustig auf der Internet-Seite von Wilesco sehr schön.
Der kleine Rote für die Schmalspurbahn
Nach Wochen der Planung und Konstruktion nimmt er endlich Gestalt an: der kleine Triebwagen T1 der Schmalspurbahn. Stück für Stück ist er im digitalen Raum entstanden, in seinen Einzelteilen konstruiert, auf Maß H0 und in der Spur auf H0e gebracht, anschließend im 3D-Druck gefertigt und schließlich mit der Airbrush und Vallejo-Farben grundiert und lackiert – mit ruhiger Hand und viel Geduld.
Sein Aufbau leuchtet in kräftigem Rot (RAL 3000), das Dach in mattem Silber, während Pufferbohle und Puffer tiefschwarz glänzen. Der Rahmen und die Achsböcke sind ebenfalls schwarz, zeigen aber bereits zarte Rostspuren und Ablagerungen, die den Charakter eines Fahrzeugs mit Geschichte verleihen. Selbst die Sitze der Innenausstattung sind inzwischen entstanden – rostbraun, schlicht und funktional, wie es sich für einen kleinen Nebenbahntriebwagen gehört.
Jetzt liegen alle Teile bereit: Gehäuse, Rahmen, Dach, Sitze und Anbauteile.
Verglasung, ein paar Details und der Zusammenbau stehen bevor – das sorgfältige Verkleben der Komponenten, das Einsetzen der H0e-Radachsen, das Prüfen jeder Verbindung, bis alles harmonisch ineinandergreift.

Und dann, wenn der Klebstoff getrocknet ist und die Räder erstmals greifen, wird der T1 seinen Platz auf dem Schmalspurgleis finden – bereit für seine erste Fahrt zwischen Nirgendwo und Irgendwo, als kleiner roter Farbtupfer in der Welt der feinen Schienen.
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