Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
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Mit der BR 151 zwischen Köln und Brühl
Schon früh am Morgen herrscht reger Betrieb auf den Gleisen südlich von Köln. Während im dichten Takt Regional- und Fernzüge ihre Fahrgäste befördern, wartet im Güterbahnhof Köln-Eifeltor ein schwerer Güterzug auf die Abfahrt. Vor den Wagen steht eine bewährte Kraft des deutschen Güterverkehrs: die DB BR 151.

Im aktuellen Szenario für den Train Simulator Classic übernimmt die sechsachsige Elektrolokomotive die Aufgabe, einen Güterzug von Köln-Eifeltor über Kalscheuer nach Brühl zu bringen. Was auf den ersten Blick nach einer kurzen Fahrt aussieht, entwickelt sich schnell zu einer interessanten Herausforderung. Der intensive Personenverkehr auf der stark befahrenen Strecke verlangt Aufmerksamkeit und Geduld. Immer wieder haben schnelle Reisezüge und Regionalverbindungen Vorrang, sodass der Güterzug seinen Platz im eng getakteten Fahrplan finden muss.



Nach der Ausfahrt aus Köln-Eifeltor führt die Strecke zunächst über Kalscheuer in Richtung Brühl. Die BR 151 zieht ihren Zug zuverlässig durch das Netz der Kölner Bahnanlagen, während links und rechts des Fahrwegs ständig weitere Züge unterwegs sind. Die lebendige Betriebsatmosphäre sorgt dafür, dass keine Minute der Fahrt langweilig wird.
In Brühl angekommen, beginnt der eigentliche Rangierdienst. Die mitgebrachten Güterwagen werden im Güterbahnhof abgestellt und von der Lok abgekuppelt. Doch für die BR 151 ist der Arbeitstag noch nicht beendet. Nach dem Abstellen setzt die Lok auf ein anderes Gleis um, um dort bereits bereitstehende Wagen für die Rückfahrt zu übernehmen. Präzises Rangieren und sauberes Kuppeln sind dabei gefragt.
Nachdem die neuen Wagen übernommen wurden, steht der Zug für die Rückfahrt nach Köln bereit. Diese Etappe übernimmt jedoch ein anderer Lokführer, der die Fuhre zurück in Richtung Domstadt bringt. Damit endet unser Einsatz in Brühl, während der Güterverkehr auf der Strecke unvermindert weiterläuft.
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Aus dem Archiv
Ikone der Eisenbahn – ET403 – fährt wieder
Ursprünglich als Hochgeschwindigkeitszug für den Bahnverkehr entwickelt, wurde der ET403 in den 1970er Jahren zu einer der technologisch fortschrittlichsten Zuggarnituren seiner Zeit. Heute fährt er wieder regelmäßig – als Modell im Maßstab 1:87 in Hennef (Sieg).
Der ET403 wurde von der Deutschen Bundesbahn (DB) in den frühen 1970er Jahren als Reaktion auf den steigenden Bedarf an schnellen, komfortablen Zügen entwickelt. Die Idee war, ein Fahrzeug zu schaffen, das modernste Technik mit einem futuristischen Design verbindet. Zwischen 1973 und 1975 wurden vier vierteilige Triebzüge von der Deutschen Bundesbahn gebaut.
Besonders markant am ET403 ist seine aerodynamische Kopfform, die an einen Flugzeugcockpit erinnert, was ihm schnell den Spitznamen „Donald Duck“ einbrachte. Die Züge waren voll elektrisch angetrieben und konnten Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen – eine bemerkenswerte Leistung für die damalige Zeit. Sie waren mit Jakobs-Drehgestellen ausgestattet, die den Laufkomfort verbesserten und gleichzeitig Gewicht sparten. Auch die Vielfachsteuerung war ein technisches Highlight, da sie den Betrieb mehrerer Einheiten zusammen ermöglichte.
Der Lufthansa Airport Express
Nachdem der ET403 in den späten 1970er Jahren im Nahverkehr weniger zum Einsatz kam, fand er Anfang der 1980er Jahre eine neue Bestimmung. Die Lufthansa suchte nach einer innovativen Möglichkeit, Passagiere zwischen den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart zu befördern. Der ET403 wurde modernisiert und unter dem Namen „Lufthansa Airport Express“ in die Dienste der Fluggesellschaft gestellt.
Die Züge erhielten ein neues Farbschema in den Lufthansa-Farben Weiß, Blau und Gelb, und das Interieur wurde auf ein erstklassiges Niveau gebracht, um den Ansprüchen der Flugreisenden zu genügen.
Das Angebot wurde zu einer Art „fliegendem Zug“:
Es gab Check-in-Möglichkeiten an Bord, Gepäcktransportservices und eine komfortable Ausstattung, die der ersten Klasse eines Flugzeugs ähnelte.
Von 1982 bis 1993 verkehrte der Lufthansa Airport Express erfolgreich und bot eine direkte Verbindung zwischen den Flughäfen und wichtigen deutschen Städten. Mit der zunehmenden Konkurrenz durch den Ausbau des ICE-Netzes wurde der Betrieb jedoch eingestellt. Leider.
Ich erinnere mich gerne an diesen Zug und verbinde damit persönliche Erlebnisse. Auf meiner Rückreise aus dem sechswöchigen Urlaub in Canada im Mai 1987 mit der Lufthansa von Vancouver über Calgary, die Weiten des Landes, den Atlantik ging es ab Flughafen Frankfurt mit einem der vier ET403 Lufthansa Airport Express am linken Rheinufer entlang nach Köln Hauptbahnhof.
Heute habe ich meinen eigenen ET403 Lufthansa Airport Express. Nicht im Original, dafür sind Wohnung und auch Straße zu klein. Aber als Modell im Maßstab 1:87 H0 passt es. Meinen „Donald Duck“ von der Firma Lima, Gleichstromsystem, hat Udo auf Wechselstrom und Digital umgerüstet und als ständige Leihgabe in den Bestand seiner Loks und Triebfahrzeuge in seinem Bahnbetriebswerk aufgenommen.
Seit Januar 2025 steht er da nicht nur herum, sondern vekehrt regelmäßig auf dem weiten Streckennetz.
So hat auch Hennef (Sieg) seinen „Donald Duck“ und ich habe mein Dauerticket. (GD)
DB Museum Koblenz – Spur I – BR24 067
Die Kamera zieht es noch einmal auf die Spur-I-Modulanlage im DB Museum Koblenz. Diesmal rollt eine Lok aufs Gleis, die im Original ein echter Dauerläufer war – die Baureihe 24, von Eisenbahnfreunden gern „Steppenpferd“ genannt. Und wenn sie auf der Anlage mit ruhigem, gleichmäßigem Rhythmus über die Gleise zieht, kann man verstehen, warum sie sich diesen Spitznamen verdient hat.

Spur I – BR24 067
Die BR 24 wurde ab 1928 von der Deutschen Reichsbahn in Auftrag gegeben und bei verschiedenen Herstellern gebaut – darunter Borsig, Henschel, Schichau und Linke-Hofmann-Busch. Sie war eine der ersten Einheitslokomotiven der neuen, einheitlich geplanten DRG-Baureihen und sollte vor allem auf den weiten, flachen Nebenstrecken des Nordens und Ostens Deutschlands zum Einsatz kommen. Ihr elegantes, fast sportliches Erscheinungsbild mit dem leichten Rahmen, den großen Treibrädern und dem relativ kleinen Kessel passte perfekt zu ihrem Spitznamen – ein Arbeitstier mit Ausdauer und Stil.
Mit einer Achsfolge 1’C h2 – also einer Laufachse vorn und drei Kuppelachsen – brachte sie es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und leistete rund 750 PS. Bei einem Dienstgewicht von etwa 73 Tonnen war sie kräftig genug für Personenzüge, aber auch flink für den Güterverkehr. Ihre große Stärke war die Zuverlässigkeit: Auf langen Strecken durch dünn besiedelte Gebiete, in Pommern, Ostpreußen und Schlesien, zog sie jahrzehntelang unermüdlich Züge durch Wind, Regen und Schnee.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben einige Maschinen bei der Deutschen Bundesbahn, andere bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Die DB setzte sie noch bis in die 1960er-Jahre ein, vor allem im Norden und Westen – unter anderem beim Bahnbetriebswerk Emden und Münster, wo sie noch lange für Nebenstrecken- und Nahgüterdienste gebraucht wurde. Die letzten Exemplare wurden 1966 ausgemustert, manche fanden ihren Weg in Museen oder zu Museumsbahnen, wo sie heute noch gelegentlich unter Dampf stehen.
Auf der Spur-I-Modulanlage fährt die kleine Schwester im Maßstab 1:32, die BR 24 067 als Modell, mit jener unaufgeregten Eleganz, die ihr schon im Original eigen war. Über sanfte Steigungen, durch Kurven, an Signalen und kleinen Bahnhöfen vorbei.Das Video zeigt die leichtere Seite der Dampflokgeschichte – nicht die Kraftprotze der Gebirgsbahnen, sondern die treue Alltagslok der weiten Landschaften.
Das „Steppenpferd“ galoppiert in Miniatur weiter, und man kann sich leicht vorstellen, wie es einst durch die Ebenen Ostdeutschlands dampfte – zuverlässig, beständig und mit dieser typischen Mischung aus Kraft und Gelassenheit, die Eisenbahnfreunde bis heute begeistert.



