Willkommen im Modellflug-Tagebuch von Die Montagsflieger. Hier findest Du Berichte, Fotos, Videos und Erfahrungen aus der faszinierenden Welt des Modellflugs – vom ersten Bau eines Flugmodells bis zu spannenden Flugtagen auf den Flugwiesen der Montagsflieger.
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Pfingstmontag mit dem Heron
Pfingstmontag 2026 zeigte sich von seiner besten Seite: strahlend blauer Himmel, fast 30 Grad und kaum ein Lüftchen Wind. Perfekte Bedingungen also, um einen entspannten Flugtag auf der Flugwiese V der Montagsflieger zu verbringen. Im Mittelpunkt des heutigen Videos steht der E-Segler Multiplex Heron.
Schon beim Start zeigt der Heron seine typische Stärke: ruhiges Steigen, sauberes Flugbild und eine elegante Erscheinung am Himmel. Gerade bei diesen nahezu windstillen Bedingungen kommt das Modell besonders gut zur Geltung. Der Segler zieht ruhig seine Bahnen über die Wiese und lässt sich präzise und angenehm steuern.
Die sommerliche Atmosphäre macht das Video zusätzlich besonders. Während über der Flugwiese kaum eine Wolke zu sehen ist, gleitet der Heron beinahe lautlos durch die warme Luft. Genau solche Tage sind es, die den Modellflug so faszinierend machen: Entspannung in der sommerlichen Luft, perfekte Sichtbedingungen und ein Flugmodell, das einfach Freude macht.
Ein gelungener Pfingstmontag auf Flugwiese V bei den Montagsfliegern – mit bestem Sommerwetter und einem schönen Flugnachmittag mit dem Multiplex Heron.
Muttertag in Lichtenberg
Während andernorts geschniegelt gedeckte Kaffeetafeln auf ihren Einsatz warten, Sahnetorten in Alarmbereitschaft stehen und verzweifelte Familienväter fragen „Hat jemand an die Blumen gedacht?“, herrscht auf der Flugwiese in Lichtenberg eine andere Form gelebter Zivilisation.
Es ist Muttertag. Die Sonne scheint. Und das Gras hat beschlossen, innerhalb weniger Tage auf Kniehöhe zu wachsen. Wo vor kurzem noch gelber Löwenzahn leuchtete, breitet sich nun ein flauschiges Meer aus Pusteblumen aus. Schwalben schießen kreuz und quer über die Wiese, als hätten sie einen geheimen Wettbewerb für den niedrigsten Vorbeiflug organisiert.

Thermik liegt in der Luft — und der Duft frisch gemähten Grases gleich dazu. Denn natürlich hat jemand einen Rasenmäher mitgebracht. Während in deutschen Wohnungen Kaffeemaschinen röhren und Bienenstich serviert wird, schiebt in Lichtenberg ein tapferer Kamerad das Gerät durch das hohe Gras und hinterlässt Schneisen wie ein Expeditionstrupp im Amazonas. Jeder packt mit an. Hier wird nicht gefragt, wer dran ist. Hier wird gemäht, geflogen, gefachsimpelt und gelacht.
Und mittendrin: der „Just Friendly 2.0“. Allein der Name klingt bereits wie ein diplomatisches Friedensangebot an den Modellflug. Günter und Roland haben den Segler mitgebracht, und kaum ist der Akku angesteckt, hängt das Modell auch schon über der Wiese in der Thermik.

Es ist ein gutmütiger Allround-Segler mit 3,03 Metern Spannweite, entwickelt für entspanntes Thermikfliegen mit einem unkomplizierten Aufbau, geringerem Gewicht und einem angenehmen Flugverhalten. Genau das richtige Flugzeug also für einen Maisonntag, an dem niemand beweisen muss, wie schnell oder spektakulär er fliegen kann.
Der „Just Friendly 2.0“ zieht ruhig seine Kreise über der frisch teilgemähten Wildnis, als wolle er sagen: „Ja, man könnte jetzt auch geschniegelt irgendwo Kuchen essen. Aber hier oben ist die Aussicht besser.“ Und während die Schwalben mithalten wollen, die Pusteblumen über die Wiese treiben und unten diskutiert wird, ob man vielleicht doch noch eine zweite Bahn mähen sollte, ist allen klar:
Es gibt schlechtere Arten, einen Muttertag zu verbringen.
Zwischen Ästen und Hoffnung – Fallentinas Rettung
Es sollte ein ganz normaler Montag bei den Montagsfliegern werden. Ein bisschen Fliegen, ein bisschen Fachsimpeln, vielleicht noch ein Kaffee in der Abendsonne. Doch dann beschloss das Schicksal – offenbar mit einem ausgeprägten Sinn für Ironie –, dem Tag eine unerwartete Wendung zu geben. Fallschirmspringerin Fallentina sprang am späten Nachmittag geschniegelt aus der Motormaschine, bereit für eine elegante Landung. Stattdessen landete sie… nun ja, eher ungewöhnlich. Ihr Fallschirm suchte sich zielsicher einen Baum aus und parkte in etwa 25 Metern Höhe ein – eine Perspektive, die sonst eher Vögeln vorbehalten ist.

Am Boden begann umgehend das, was man wohl als hochprofessionelles Improvisationstheater bezeichnen könnte. Schnell war klar: „Einfach runterholen“ würde schwierig werden. Also tat man, was Menschen in solchen Situationen eben tun – man entwickelte Konzepte. Gleich zwei, denn eines allein wäre ja zu einfach gewesen.
Konzept eins: Hightech. Eine Drohne sollte es richten. Montagsflieger Bernd, offenbar nicht nur Pilot, sondern auch Tüftler, präsentierte eine eigens über Nacht entwickelte Konstruktion, die an der Drohne befestigt werden sollte. Zwei Tage später wurde getestet.
Die Technik funktionierte, die Beteiligten nickten zufrieden – nur der Wind hatte offenbar nicht am Meeting teilgenommen und zeigte sich wenig kooperativ. Ergebnis: Man konnte viel ausprobieren, aber niemand wollte riskieren, dass am Ende noch die Drohne im Baum neben Fallentina einzieht.

Also wechselte man zu Konzept zwei: Lowtech, aber mit Drama. Pfeil und Bogen. Ja, richtig gelesen. Der Plan klang ein bisschen wie aus einem Abenteuerfilm – oder genauer gesagt: wie eine Szene direkt aus den Wäldern von Robin Hood. Plötzlich fühlte sich der Ort weniger wie ein moderner Flugplatz an und mehr wie Sherwood Forest. Es fehlten eigentlich nur noch grüne Kappen und ein paar Männer in Strumpfhosen, die sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und „Treffer!“ rufen. Statt Goldsäcke aus den Händen habgieriger Sheriffs zu befreien, ging es hier allerdings darum, eine Fallschirmspringerin aus den Fängen eines besonders hartnäckigen Baumes zu erlösen. Der Plan war ebenso simpel wie heldenhaft angehaucht: Ein dünnes Seil sollte per Pfeil über die Gestrandete geschossen werden – möglichst präzise, versteht sich, ganz im Stil des legendären Bogenschützen. Anschließend wollte man durch geschicktes Ziehen das Seil so positionieren, dass sie sich aus ihrer luftigen Gefangenschaft befreien konnte.
Was folgte, war eine Mischung aus Training, Geduldsspiel und mittelalterlichem Revival. Pfeile flogen durch die Luft, und für einen kurzen Moment konnte man sich einbilden, gleich würde jemand behaupten, er habe soeben einen Pfeil gespalten wie einst Robin Hood. Die Realität blieb allerdings leicht darunter: Immer wieder war man erstaunlich nah dran – fast schon heldenhaft nah. Doch statt eines triumphalen „Volltreffers!“ blieb es bei einem wiederkehrenden „Das war jetzt wirklich knapp…“. Und so zeigte sich:
Den Geist von Robin Hood zu beschwören ist das eine – seine Treffsicherheit zu erreichen, offenbar noch einmal eine ganz andere Geschichte. Während unten langsam die Energie nachließ und oben vermutlich eine ganz neue Definition von Geduld entstand, näherte sich die Situation ihrem dramaturgischen Höhepunkt. Die Retter dachten bereits darüber nach, ob man vielleicht noch ein drittes, viertes oder zwanzigstes Konzept entwickeln sollte.

Und genau in diesem Moment, als die menschliche Planung an ihre Grenzen kam, entschied sich die Hauptdarstellerin der Szene offenbar, das Drehbuch selbst umzuschreiben. Plötzlich Bewegung im Baum. Ein Rascheln, ein Ruck – und wie aus dem Nichts löste sich Fallentina aus ihrer Lage. Der Schirm gab nach, sie sank nach unten, ganz ohne Drohne, ganz ohne Pfeil und Bogen, dafür mit maximaler Wirkung auf die Nerven aller Beteiligten. Unten angekommen: Stille für den Bruchteil einer Sekunde. Dann die Erkenntnis. Sie steht. Sie ist unverletzt.
Was folgte, war kein geordnetes Protokoll mehr, sondern pure Erleichterung. Jubel, Lachen, wahrscheinlich auch der ein oder andere ungläubige Blick nach oben, als wolle man sich vergewissern, dass der Baum nicht doch noch eine Zugabe plant.
Fazit des Tages: Man kann Drohnen bauen, Pfeile schießen und die wildesten Pläne schmieden – manchmal reicht es aber, wenn sich die Dinge einfach von selbst lösen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein Montag, der irgendwo zwischen Ernstfall und Realsatire seinen ganz eigenen Platz gefunden hat.
Aus dem Archiv
Jugendförderung – F-Schlepp
Jugendförderung – F-Schlepp
Tim, Youngster im Team Montagsflieger hat kürzlich seine ersten Schleppflüge mit der Maule M7 GB von Montagsflieger Ralf erfolgreich absolviert und verschiedene Segler sicher auf Höhe gebracht: Salto, Ka4 Rhönlerche und Grunau Baby III Xanten.
Schauen und hören wir zu bei einem der ersten F-Schlepps von Tim.
Gespann Maule M7 GB und Grunau Baby III Xanten.