Willkommen im Modellflug-Tagebuch von Die Montagsflieger. Hier findest Du Berichte, Fotos, Videos und Erfahrungen aus der faszinierenden Welt des Modellflugs – vom ersten Bau eines Flugmodells bis zu spannenden Flugtagen auf den Flugwiesen der Montagsflieger.
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Jugend begeistern
Jugend gesucht – vier konkrete Ideen, wie wir Nachwuchs für den Modellflug begeistern
Im Artikel „Vom Fesselflug zur Drohne“ haben wir gesehen, wie sich die Jugendarbeit von den 1950er Jahren bis heute verändert hat – weg vom monatelangen Holzbasteln, hin zu Simulatoren und FPV-Drohnen. Doch der Wandel der Zeit bringt eine neue Herausforderung: Jugendliche warten heute nicht mehr darauf, dass ein Verein Flyer verteilt – und werden nicht begeistert, wenn sie auf einer Vereinswebseite lesen, dass die letzte Aktualisierung vor Monaten war.
Um die nächste Generation auf den Platz zu holen, müssen Vereine aktiv umdenken und sich auch digital von ihrer besten Seite zeigen. Hier sind vier konkrete, praxiserprobte Ansätze, wie wir Jugendliche heute dort abholen, wo ihre Interessen liegen:
1. Die digitale Brücke: Simulatoren in die Schulen bringen
Die Hemmschwelle, einfach so auf einen fernen Modellflugplatz zu fahren, ist hoch. Die Lösung: Dahin gehen, wo die Jugendlichen sowieso sind.
- Schul-AGs & Projekttage: Kooperationen mit Schulen (z.B. im Physik- oder Technikunterricht) bieten die perfekte Bühne. Ein Nachmittag mit einem mobilen Flugsimulator in der Aula begeistert oft mehr Jugendliche als jeder Infostand.
- Der „Gaming“-Faktor: Simulatoren nutzen die Gewohnheiten der Kids. Wer am PC oder der Konsole präzise steuern kann, hat das Grundprinzip in fünf Minuten raus und will es danach „in echt“ ausprobieren.

2. Einstieg über Drohnen und FPV (First-Person-View)
Traditioneller Flächenflug ist toll, aber der Einstieg über „Drohnen“ ist für viele Jugendliche greifbarer, moderner und vertrauter.
- Tiny-Whoop-Rennen in der Turnhalle: Kleine, extrem robuste und ungefährliche Hallendrohnen (Tiny Whoops) eignen sich perfekt für die Wintermonate. Ein Parcours aus Poolnudeln in der Sporthalle sorgt sofort für Action und Videospiel-Feeling pur.
- Faszination Videoschnitt: Jugendliche filmen heute alles. Wer zeigt, wie man mit einer FPV-Drohne spektakuläre Kinolooks einfängt, verbindet das Fliegen direkt mit dem Trendthema Content Creation für YouTube oder Social Media.

3. „Schnelles Erfolgserlebnis“ mit Tech-Modellbau verbinden
Monatelange Bauphasen schrecken heute eher ab. Jugendliche wollen verständlicherweise schnelle Erfolge sehen – aber der Stolz auf etwas Selbstgebautes zieht nach wie vor.
- Wochenend-Workshops („Build & Fly“): Statt monatlicher Bastelabende werden an einem einzigen Wochenende einfache Schaumwaffeln oder Wurfgleiter im Vereinshaus gebaut und direkt gemeinsam eingeflogen.
- 3D-Druck integrieren: Jugendliche lieben moderne Technik. Wenn im Verein Bauteile oder Modifikationen gemeinsam am PC konstruiert und auf dem 3D-Drucker ausgegeben werden, verbindet das klassisches Handwerk mit zukunftsfähiger IT-Kompetenz.

4. Eventcharakter und Community stärken
Modellflug im Verein ist Teamsport, das muss spürbar sein. Der Platz muss ein cooler Ort zum Abhängen werden.
- Jugendzeltlager & Nachtflug-Events: Das gemeinsame Erlebnis am Platz – inklusive Grillen, Zelten und LED-beleuchteten Fliegern in der Dämmerung – schweißt zusammen und bleibt im Gedächtnis.
- Niedrigschwellige Schnuppertage: Regelmäßige „Jedermann-Fliegen“ mit Lehrer-Schüler-Systemen, bei denen Kids ohne Kosten und Risiko sofort selbst die Knüppel in die Hand nehmen dürfen, nehmen die Angst vor dem ersten Fehler.

Fazit
Die Werkzeuge haben sich verändert, aber die Faszination, ein selbst gesteuertes Modell in den Himmel steigen zu sehen, ist in all den Jahrzehnten exakt dieselbe geblieben. Wenn wir es schaffen, die traditionellen Werte unseres Hobbys mit der Faszination neuer Technologien zu verknüpfen, hat der Modellflug eine glänzende Zukunft vor sich. Packen wir es an!
Die Ideen stehen: Simulatoren, Drohnen-Races und coole Build-&-Fly-Wochenenden. Doch die besten Ideen nützen nichts, wenn am Ende niemand davon erfährt. Wie schafft man es also konkret, dass Jugendliche und ihre Eltern von diesen Angeboten Wind bekommen und am Wochenende tatsächlich auf dem Platz stehen?
Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein verstaubter Aushang im Schaukasten, ungepflegte 0815-Webseiten reichen heute nicht mehr. In den nächsten Tagen zeigen wir hier in einem Werbekonzept Schritt für Schritt, wie man mit minimalem Budget digital und lokal maximalen Wirbel macht, um die Bude beim nächsten Schnuppertag so richtig vollzubekommen!
Aus dem Archiv
Motte und Rabe – Elternsprechtag
Motte und Rabe – Elternsprechtag – Ein Gespräch unter Freunden #68
„Du Rabe.“ „Ja Motte?“ „Was ist?“ „Ich habe ein paar spannende, unruhige Tage vor mir.“ „Wieso Rabe?“
„Ende der Woche gibt es Haljahreszeugnisse.“ „Ja und?“ „Dann kommt alles raus Motte.“
„Was denn Rabe?“

„Meine Schulnoten. Auf Papier mit Unterschrift, in dicken Buchstaben und Zahlen, schwarz auf weiß. Ich fürchte, das wird nicht gut aussehen und meine Mutter wird erschüttert sein.“ „Ach Rabe, das wird schon nicht so schlimm. Dann strengst Du Dich eben mal etwas an und Deine Noten werden besser. Im Sommer rutscht Du mit den anderen in die nächste Klasse.“
„Aber das Schlimmste kommt noch Motte: Der Elternsprechtag. Da erzählt mein Lehrer meiner Mutter von mir mal so richtig aus dem Nähkästchen. Wie ich so bin, in der Schule, mich im Unterricht verhalte, zuhöre, mitmache, mich beteilige, lese, schreibe, rechne, singe und im Kunstunterricht male und überhaupt, was ich für ein schlimmer Mensch bin.“
„Rabe, von so einem Sprechtag hat Herr Rösgen, unser Nachbar, mal meinem Vater erzählt.“ „Mein Vater meinte nur: Ich würde nicht einfach alles glauben, mehr hinterfragen. Das ist doch wie bei einer Versammlung, in der sich einer wichtig macht, engagiert, alles weiß, vor allem besser, alles kann, alles hat, aber einiges verschweigt. Die Zuhörer hängen an seinen Lippen, glauben alles, halten sich raus, sagen ja, heben die Hand und wollen ihre Ruhe. Verantwortung übernehmen? Nein Danke, das ist etwas für andere. Einfach und bequem. Ich will doch nur…“
„…meine Ruhe haben. Ja und? Du Schlaumeier! Was hilft es mir?“
„Stell Dir vor Rabe, zum Schluss stellte sich bei den Rösgens alles als ein Irrtum heraus.“