Dein Magazin für Modellbau, Technik und Spielzeug

In der kleinen Welt der Technik erwacht die Leidenschaft für Details und das gemeinsame Hobby zum Leben! Ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft oder auf Schienen: Tauch ein in unsere fünf großen Themenwelten, lass dich vom nostalgischen Retro-Charme inspirieren.

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Der Traum vom Fliegen

Der Traum vom Fliegen – Nicht jeder Traum wird wahr. Manche verblassen mit den Jahren, verlieren ihre Konturen zwischen Alltag, Arbeit und Verpflichtungen. Andere bleiben. Sie begleiten uns ein Leben lang, still und geduldig. Und manche wiederholen sich so oft, dass sie irgendwann beginnen, Wirklichkeit zu werden.

Der Traum vom Fliegen gehört zu ihnen. Davon haben viele geträumt. Kinder. Jungen. Jugendliche. Die heute längst erwachsen sind. Männer mit grauen Haaren. Großväter vielleicht. Doch wenn sie am Flugfeld stehen und den Blick zum Himmel richten, dann ist für einen Augenblick wieder jener Junge da, der einst vor Schaufenstern stand und sich die Nase an der Scheibe platt drückte.

Wie war das damals? Stundenlang wurde in den Modellbaukatalogen geblättert. Graupner. Robbe. Namen, die nach Abenteuer klangen. Seite um Seite wurden Flugzeuge betrachtet, technische Daten studiert, Bilder angeschaut. Jeder Katalog war eine Reise in eine andere Welt. Eine Welt aus Balsaholz, Fernsteuerungen, Verbrennungsmotoren und grenzenloser Fantasie. Monatelang wurde gespart. Jeder Pfennig brachte das Ziel ein kleines Stück näher. Das Taschengeld wanderte nicht in Süßigkeiten oder Comics, sondern in eine Blechdose, einen Umschlag oder eine Schublade. Es war eine Zeit, in der Wünsche Geduld brauchten.

Und dann kam irgendwann dieser besondere Tag. Das Modell wurde nicht bestellt. Es wurde gekauft. Es lag auf der Ladentheke. Man konnte es ansehen, berühren, in die Hand nehmen. Der Geruch von Holz, Karton und Technik lag in der Luft. Bezahlt wurde mit einzelnen Scheinen und einer Handvoll Münzen, die sorgfältig zusammengespart worden waren. Der Heimweg erfolgte oft mit dem Fahrrad. Der Karton auf dem Gepäckträger. Vorsichtig festgeschnallt. Immer wieder ein Blick nach hinten, ob auch alles noch da war. Zu Hause wurde ausgepackt. Stolz gezeigt. Bewundert.

Dann begann der Bau. Mit Ehrfurcht vor den Bauplänen. Mit Klebstoff an den Fingern. Mit Fragen. Mit Fehlern. Mit Hilfe des Vaters. Oft saßen zwei Generationen über den Zeichnungen gebeugt, während langsam aus einzelnen Leisten, Rippen und Spanten ein Flugzeug entstand.

Und irgendwann war es soweit. Der Erststart. Herzklopfen. Zitternde Hände am Sender. Das Flugzeug rollte an, wurde schneller, hob die Nase – und löste sich vom Boden. Für wenige Sekunden vielleicht nur. Doch in diesem Augenblick flog nicht nur das Modell. Es flog der Traum.

In Lichtenberg bei den Montagsfliegern geschieht genau das noch heute. Hier werden Träume nicht einfach erinnert. Hier steigen sie wieder auf. Manche zum ersten Mal. Manche nach Jahrzehnten. Und manche Träume landen nie wirklich – sie drehen nur eine weitere Runde am Himmel. Das Video erzählt von einem dieser Träume.

Von der Sehnsucht zu fliegen. Und von dem wunderbaren Gefühl, wenn ein Junge, der längst erwachsen geworden ist, seinen Traum endlich abheben sieht.

Bilder, Video KI-generiert

Aus dem Archiv

Motte und Rabe – die bauen eine Tante Ju, eine Ju 52

Motte und Rabe – die bauen eine Tante Ju, eine Ju 52 – ein Gespräch unter Freunden #46

„Du Rabe.“ „Ja?“ „Die bauen eine Ju.“ „Wer Motte?“ „Die Montagsflieger. Die bauen eine Tante Ju.“

„So eine alte Kiste? Aber schön anzusehen und zu hören, die Ju 52. Mein Onkel Wilhelm erzählt immer davon und kommt dann ganz ins Schwärmen.“

Junkers Ju 52/3m in den Farben der Lufthansa AG – Quelle: Wikipedia, Markus Kress, CC BY-SA 3.0

„Ja Rabe, das glaube ich. Ich habe mir das Modell schon ansehen dürfen. Die Tante Ju ist noch nicht ganz fertig. Fliegen könnte sie schon, haben die mir gesagt. Es fehlen nur noch ein paar kleinere Schleifarbeiten, etwas Farbe, eine Kennung und das Logo der Montagsflieger, der aufsteigende Vogel.“ „Das wird ja wohl kein Problem sein.“

„Die Tante Ju ist komplett aus Depron gebaut und hat eine Spannweite von etwa anderthalb Meter.“ „Das ist recht groß. Und die soll fliegen?“ „Ja, mit Brushless, 3S Lipo, Höhenruder, Seitenruder und Querrudern.“ „Und was soll jetzt daran besonders sein Motte?“

„Die hoffen, dass die Tante Ju, so wie das Original recht langsam zu fliegen ist.“ „Das hoffen die? Und was macht sie so hoffnungsvoll?“ „Die setzen darauf, dass das Modell nicht so schwer ist.“ „Schwer? Das spricht aber nicht für ein langsam zu fliegendes Flugmodell. Wie schwer ist die Tante Ju denn?“

Rabe, ich habe das Modell mal heben dürfen. Nicht gerade schwer, eher leicht für die Größe. Wenn Du es genau wissen willst, mit allem Drum und Dran, mit Brushless, Regler, Servos, Empfänger, 3S Lipo 1000 mAh wiegt die Tante Ju mit 1,5 Meter Spannweite nur 595 Gramm, haben die gesagt Rabe.“ „Das ist ja ein Leichtgewicht. Da ist der Jet, den sie kürzlich gebaut haben, die McDonnell Douglas F-15 Eagle mit 620 Gramm schwerer. Ich bin gespannt.“

„Ich auch Rabe. Die wollen in diesen Tagen den Erstflug machen und wenn alles klappt, kommt auch etwas, aber wirklich nur etwas Farbe dran.

Sie sieht schon gut aus, unsere neue Tante, die Tante Ju oder?“

„Unbedingt Motte und erst einmal das Original. Toll. Komm wir schauen uns die berühmte D-AQUI an. Der NDR hat eine tolle Reportage über diesen Oldtimer produziert und gesendet. Hier schau.“