Trete ein und lausche zwei Beoachtern des Alltags.
Motte und Rabe! In ihrer eigenen, humorvollen Magazin-Reihe nehmen uns die beiden jungen Freunde mit in ihre Welt voller Neugier, Schabernack und kluger Gedanken.
Ob auf dem Heimweg von der Schule, beim Fachsimpeln über die neuesten Errungenschaften der Modellflieger oder bei Entdeckungen in der heimischen Garage.

Motte und Rabe haben zu allem etwas zu sagen und damit sind sie ja wohl nicht alleine. Während Motte die Dinge gerne mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und strukturiertem Optimismus anpackt, kontert Rabe wunderbar lässig und pragmatisch.
Ihre unterhaltsamen, pointierten Gespräche schlagen dabei immer wieder eine Brücke zum aktuellen Zeitgeschehen und den kleinen wie großen Fragen des Lebens. Mit viel Witz, Charme und einer erfrischenden Prise jugendlicher Logik bringen uns die beiden nicht nur zum Schmunzeln, sondern regen auch zum Nachdenken an. Ein humorvoller Blick auf die Welt, der zeigt, was echte Freundschaft ausmacht – direkt hier im Magazin von Der Sternfahrer.
Neueste Gespräche
Motte und Rabe – Berühmt und begehrt vor 60 Jahren
Motte und Rabe – Berühmt und begehrt vor 60 Jahren – Ein Gespräch unter Freunden #64
„Du Rabe.“ „Ja Motte?“
„Frohes Neues Jahr Rabe.“ „Wünsche ich Dir auch Motte.“ „Das Jahr fängt ja schon wieder gut an, bei uns fast 20 Grad, Wind, Regen und in Amerika ziehen die Blizzards übers Land.“
„Da ist nichts zu machen. Da müssen wir wohl durch.“

„Waren die denn gestern fliegen.“ „Wer?“ „Na, unsere Freunde, die Montagsflieger. “ „Ja, ich habe fast alle gesehen. Die sind länger geblieben als sie ursprünglich wollten. Es wurde zunehmend windstill und es war schön zu fliegen.“ „Und der Regen?“ „Keiner.“
„Dann hatten die ja wieder viel Spaß beim tradionellen Neujahrsfliegen.“ „Den hatten die. Und gut versorgt wurden sie auch. Ich durfte mir sogar von den bunten, leckeren Käsehäppchen und den Mettwürstchen nehmen.“ „Da habe ich wohl etwas verpasst Motte.“
„Ja, das hast Du. Was hast Du denn am Neujahrstag getrieben Rabe?“ „Mein Onkel Wilhelm hat mir aus seiner Kindheit erzählt, was er bei schlechtem Wetter immer so gespielt hat. Wir sind auf den Dachboden gegangen und haben ein paar verstaubte Kartons geholt und ins Wohnzimmer geschleppt. Tische und Stühle mussten beiseite geschoben werden.“ „Und dann?“
„Dann kam meine Mutter rein und bekam einen Anfall, denn sie hatte ihre Freundin Brigitte zum Neujahrskaffee eingeladen.“ „Mein Onkel Wilhelm meinte, sie könnten sich doch in die Küche setzen oder auf die Terrasse, wir haben fast 20 Grad.“ „Meine Mutter hat nur noch die Türe zugeknallt und gesagt: Prosit Neujahr Wilhelm!“
„Und die Kartons Rabe?“ „Die haben wir dann aufgeklappt und alles herausgeholt.“ „Was war denn drin?“ „Meisterwerke in Miniatur!“ „Modellflugzeuge?“ „Nein, die komplette Eisenbahn, Märklin, Wechselstrom mit einigen Loks, Wagen, Schienen, Weichen, Signalen und allem drum und dran. Die haben wir dann den ganzen Nachmittag im Wohnzimmer auf dem Boden aufgebaut, ich und mein Onkel Wilhelm.“ „Und Deine Mutter Rabe?“
„Weiß ich nicht, die hab ich nicht mehr gesehen. An der Haustüre hängt jetzt ein Schild: Vorsicht beim Überschreiten der Gleise. Die Schienen sollen im Wohnzimmer noch ein paar Tage liegen bleiben. Immerhin sind Schulferien. Wir reden nicht vom Wetter. Morgen gehe ich mit meinem Onkel Wilhelm in das Modelleisenbahngeschäft. Wir brauchen noch zwei Prellböcke für unser Bahnbetriebswerk direkt unter dem Sideboard. Nächste Woche verlegen wir noch eine eingleisige Nebenbahnstrecke zum Landbahnhof neben dem Schuhschrank im Flur. Den Gasthof mit dem Biergarten will mein Onkel Wilhelm auch dort aufstellen, direkt neben dem Kasten Bier, der da immer steht. Er meint, dass er dann dort auch seine Skatfreunde anständig begrüßen kann.“
„Rabe, ich glaube das werden schwere Tage für Deine Mutter.“
„Mein Onkel Wilhelm und ich verstehen uns. Wir haben jetzt ein eigenes Planungsbüro und Gleispläne an der Garderobe. Märklin Kataloge aus vielen Jahren haben wir auch schon durchgearbeitet und uns einen Film von Märklin angesehen.
Märklin – Berühmt und begehrt, 60 Jahre alt. Hier schau.“
„Rabe, wie die sprechen: Manfred, der Fachmann weiß das natürlich längst und es sieht gerade so aus, als ob auch das Fräulein Schwester höchst angetan wäre.“ „Na Motte, hättest Du nicht Lust?“
Aus dem Archiv
Motte und Rabe – Möwe Clara unter Freunden
Möwe Clara unter Freunden in Köln
Ein Gespräch unter Freunden #2
„Du, ich habe noch einmal in den Koffer geguckt.“ „Ach. Und?“ „Da sind auch Tiere drin.“ „Was Du nicht sagst. Hast Du wieder geträumt? Etwa von Mäusen?“
„Die habe ich nicht gesehen. Hier, nimm erst einmal ein Gummibärchen und dann zeige ich Dir was ich gefunden habe. Es ist schon etwas älter und war verdammt staubig. Ich habe es mitgebracht.“ „Mach es nicht so spannend, es regnet schon wieder.“

„Schau mal, unsere Möwe Clara, die war auch schon in Köln und hat sich dort den Rhein angesehen. Auf und in den Kölner Dom hat sie sich nicht getraut.“ „Gott sei Dank!“
Motte und Rabe – Im Siebengebirge gibt es auch Modellflieger
Motte und Rabe – Im Siebengebirge gibt es auch Modellflieger – ein Gespräch unter Freunden #30
„Na Kleiner, hast Du mit Deinem Vater am Wochende wieder eine Radtour gemacht?“ „Nein Rabe, wir sind mit dem Bus ins Siebengebirge gefahren, bis nach Königswinter und zum Drachenfels, bis nach ganz oben waren wir.“
„Gibt es denn da noch den Drachen Motte?“ „Nein, den habe ich nicht gesehen Rabe, aber wir waren in seiner Burg.“

„Und wie bist Du mit Deinen kurzen Beinen auf den Felsen gekommen, geklettert?“ „Rabe, wir sind mit der Bahn gefahren, mit der Zahnradbahn, unten von Königswinter am Rhein, ganz gemütlich durch die Wiesen und Weinberge bis nach ganz oben, da ist ein kleiner Bahnhof, eine Endstation.“ „Und was kann man da sehen, außer keinen Drachen?“




Fotoquellen 1)
„Rabe, da kann man ganz weit gucken, über das Rheintal, sogar bis nach Köln. Den Kölner Dom habe ich gesehen und die Heinzelmmännchen.“
„Quatsch. Ja und dann?“ „Dann haben wir uns auf der Terrasse erst einmal erholt, die Aussicht genossen und ein schönes Stückchen Kuchen gegesssen.“ „So wie im Wiesen-Café Zum Botterblömche bei unseren Freunden, den Montagsfliegern?“ „Ja, so ähnlich Rabe.
Mein Vater meinte noch, das machen wir jetzt öfter.“ „Was? Kuchen im Café essen?“ „Nein, einen Ausflug mit Bus und Bahn machen. Er hat schon das 9 €-Ticket für uns gekauft. Das ist neu. Für 9 € einen Monat in ganz Deutschland mit Bus und Bahn des Nahverkehrs.“ „Motte, da wird es wohl voll in Bus und Bahn.“
„Rabe, wir sind anschließend den Berg herunter gelaufen. Das ging recht flott. Auf dem Weg haben wir Esel gesehen. Mit denen kann man auch auf den Felsen, wenn man mal etwas Besonderes erleben möchte.“ „Sind die nicht störrisch und bleiben dauernd stehen?“ „Ich glaube nicht Rabe.“ „Motte, ich schon, man muss nur gut auf sie einreden, habe ich gehört. Und wenn man dann Glück hat, gehen sie, die Esel.“
„Rabe, stell Dir mal vor, wir haben dann später auf unserem weiteren Ausflug durch das Siebengebirge auch noch einige Montagsflieger gesehen. Die fliegen da auch, bei der Modellflug-Gemeinschaft Siebengebirge e.V. am Hartenberg. Das sind Hangflieger, die fliegen da nur mit Segelflugzeugen. Jetzt bei dem miesen Wetter und dem starken Wind geht dass sogar besonders gut. Hier schau Dir selbst den Robert an, wie der fliegt; bei dem geht es recht flott zu.“
„Motte, Du kennst doch bestimmt die Geschichte vom Struwwelpeter, da gibt es auch einen Robert. Die hat mir mein Onkel Wilhelm früher immer gerne vorgelesen, wenn meine Mutter und ihre Freundin Brigitte abends im Tanzkaffee waren .“
„Ja Rabe, die Geschichte kenne ich:
Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in ihren Stuben. —
Robert aber dachte: Nein!
Das muß draußen herrlich sein!„2)
1) Fotoquellen Wikipedia Drachenfels (Siebengebirge)
- Drachenfelsplateau – Wolkenkratzer – CC BY-SA 3.0
- Drachenfels-Zahnradbahn – Aholtman – CC BY-SA 4.0
- Heinzelmännchen-Diorama – Yoshi – CC BY-SA 3.0
- Ausblick vom Drachenfels Richtung Süden, Bad Honnef – Kleuske – CC BY-SA 3.0
2) Der Struwwelpeter – Die Geschichte vom fliegenden Robert