Magazin Gespräche unter Freunden

Trete ein und lausche zwei Beoachtern des Alltags.

Motte und Rabe! In ihrer eigenen, humorvollen Magazin-Reihe nehmen uns die beiden jungen Freunde mit in ihre Welt voller Neugier, Schabernack und kluger Gedanken.

Ob auf dem Heimweg von der Schule, beim Fachsimpeln über die neuesten Errungenschaften der Modellflieger oder bei Entdeckungen in der heimischen Garage.

Motte und Rabe haben zu allem etwas zu sagen und damit sind sie ja wohl nicht alleine. Während Motte die Dinge gerne mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und strukturiertem Optimismus anpackt, kontert Rabe wunderbar lässig und pragmatisch.

Ihre unterhaltsamen, pointierten Gespräche schlagen dabei immer wieder eine Brücke zum aktuellen Zeitgeschehen und den kleinen wie großen Fragen des Lebens. Mit viel Witz, Charme und einer erfrischenden Prise jugendlicher Logik bringen uns die beiden nicht nur zum Schmunzeln, sondern regen auch zum Nachdenken an. Ein humorvoller Blick auf die Welt, der zeigt, was echte Freundschaft ausmacht – direkt hier im Magazin von Der Sternfahrer.

Neueste Gespräche

Motte und Rabe – das sind Schlepper-Freunde

Motte und Rabe – das sind Schlepper-Freunde – ein Gespräch unter Freunden

„Du Rabe, hast Du das auch schon gesehen bei den Modellfliegern am Wiesen-Café?“ „Da gibt es immer viel zu sehen. Was meinst Du Motte?“ „Schau wie viele heute da sind. Und alle haben ihre Modellflugzeuge wieder dabei, kleine und große, ein buntes Programm. Der Udo vom Modellbaugeschäft in Hennef ist auch da.“

„Da, Motte, jetzt ziehen sie gleich wieder einen hoch. Den roten Segler, den Salto.“ „Das machen die mit einem ihrer Schlepper Rabe. Ich bin gespannt, welchen sie heute dabei haben.“


„Meine Mutter ist auch schon mal geschleppt worden.“ „Hat die jetzt auch ein Flugzeug Rabe?“ „Um Gotteswillen, nein, die ist abgeschleppt worden, als ihre kleine Nukkelpinne in der Stadt an der Kreuzung bei Grün nicht mehr losfuhr. Ihre Freundin Brigitte war fix und fertig, ist aufgeregt hin und her gerannt, wedelte mit ihrer Handtasche und wollte Autos anhalten. Einer soll ihr sogar einen Vogel gezeigt haben.

Die beiden Damen wollten ins Kino. Da läuft noch einmal der alte Schinken Quax, der Bruchpilot mit Heinz Rühmann. Brigitte hat meine Mutter gefragt, ob sie nicht die Telefonnummer von Deinem Vater hat. Der könnte doch bestimmt aus der Notlage helfen und anschließend mit ins Kino fahren. Vielleicht ist hinterher noch ein Eisbecher bei Da Enzo für uns drei drin, hat sie gesagt.“

„Was hat denn mein Vater mit der Nukkelpinne von Deiner Mutter, dieser Brigitte und Heinz Rühmann zu tun?“ „Ich glaube Motte, meine Mutter und die Brigitte haben ein Auge auf Deinen Vater geworfen.“ „Was soll das denn Rabe? Der geht doch immer mit mir ins Kino und in die Eisdiele.“

„Spiel hier nicht den harmlosen Motte!

Schau, da ist noch ein Schlepper, da hinten.“ „Ja Rabe, daneben steht sogar einer mit einem riesen Anhänger.“ „Der Markus vom Hof macht denen die Wiesen wieder schön.“


„Was meinst Du Rabe, ob der mich mal den Schlepper fahren läßt, vielleicht erst einmal ohne Anhänger. Im Urlaub auf dem Bauernhof durfte ich den Trecker schon lenken; ich kann das. Der Bauer mußte mich nur auf den Schoß nehmen, weil ich nicht an die Pedalen für Gas und Bremse kam.“

Motte, komm wir schauen denen besser noch eine Weile zu und dann kannst Du dabei weiter schön träumen und lenken.“

„Au ja Rabe, hier, halte mal meinen Apfel, beiße aber nicht rein. Ich muss meine Hände beim Schlepperfahren frei haben und fest am Lenker halten. Das hat mir der Bauer im Urlaub erklärt.“


Aus dem Archiv

Motte und Rabe – Die Krönung der Schöpfung

Motte – Die Krönung der Schöpfung – ein Gespräch unter Freunden

„Du Rabe, heute war der Herr Pfarrer bei uns im Kindergarten.“ „Und?“ „Der hat uns aus der Bibel eine unglaubliche Geschichte vorgelesen.“ „Ach, und da hast Du, brav wie Du bist, aufmerksam zugehört?“ „Ja Rabe, der Herr Pfarrer hat uns die Schöpfungsgeschichte vorgelesen und erklärt, wie die Welt entstanden ist.“ „Motte, die Geschichte kenne ich. Wahrscheinlich hat der Pfarrer Dir auch gesagt, dass Du Motte die Krönung der Schöpfung bist, oder?“


„Stimmt Rabe, das hat der Herr Pfarrer zu uns allen, auch zu mir gesagt. Das bist Du doch auch Rabe, oder? Du bist doch so schlau und fast erwachsen?“ „Mit der Krönung der Schöpfung meint man die Menschen, also Dich Motte, selbstverständlich auch mich und andere.“ „Rabe, all die anderen in meinem Wohnhaus, in Deiner Schule, in unserer Straße, in unserem Land und auf dieser Welt? Das ist ja toll.“ „Wenn es denn nur wirklich so wäre Motte.“

„Was heißt das Rabe?“ „Kriegst Du denn nicht mit, was auf der Welt um uns passiert, nah und fern, im Kleinen und im Großen?“ „Doch Rabe, ich weiß zum Beispiel, dass die in unserem Wohnhaus seit Tagen nur noch von Angriffen, Bomben und Raketen sprechen. Ob die wohl ein neues Ballerspiel haben? Ich habe davon schon schreckliche Bilder gesehen, als mein Vater die Zeitung las. Da waren kaputte Häuser, verletzte und tot Menschen.“

„Motte, das ist kein Computerspiel, das passiert wirklich, jetzt, wo wir hier stehen und reden. Da ist Krieg in der Ukraine.“ „Rabe, aber wo ist das denn, bei uns doch nicht und warum machen die das?“ „Motte, Du stellst Fragen. Da sind einige vollkommen beknackte Herren am Werk. Ich will dass das aufhört.“ „Die sind doch erwachsen.“ „Und vielleicht deshalb unvernünftig.“ „Ich will das auch nicht Rabe. Wo haben die denn ihr Herz. Haben die nicht Der Kleine Prinz gelesen? Und was ist mit den Kindern, die da leben? Vater und Mutter?“

„Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie als Kind ihren Vater im Krieg verloren hat. Der war Soldat und ist gefallen.“ „Gefallen? Das bin ich auch schon öfter. Hat der sich dabei weh getan, hoffentlich nichts Schlimmes.“ „Motte, ganz schlimm, schlimmer geht es nicht, der war sofort tot, kam nie mehr nach Hause, ich habe ihn nie kennen gelernt, meinen Opa, ich kenne nur Fotos von ihm. Ich hätte meinen Opa gerne mal umarmt, mich auf seinen Schoß gesetzt und von Dir Motte, meinem besten Freund erzählt. Er hätte bestimmt geschmunzelt, wenn meine Mutter ihm von meiner Stuyvesant erzählt hätte. So wäre mein Opa heute, wenn es den Krieg nicht gegeben hätte und er noch leben würde; da bin ich mir sicher.“

„Das macht mir alles Angst Rabe, ich gehe jetzt nach Hause zu meinem Vater, der wartet bestimmt schon auf mich.“ „Motte, ich auch, zu meiner Mutter und zu meinem Opa; ein Foto von ihm steht auf meinem Nachttischchen.“

„Rabe, glaubst Du, dass das stimmt, was der Herr Pfarrer gesagt hat: Der Mensch ist die Krönung der Schöpfung?“


Motte und Rabe – Desert Storm

Motte und Rabe – Desert Storm – Ein Gespräch unter Freunden #67

„Du Rabe.“ „Ja Motte, was gibt es?“

„Ich habe etwas Interessantes gesehen.“ „Und was, wenn ich fragen darf?“

Rabe, ein neue Flugmaschine.“ „Wieder so eine Schaumwaffel?“ „Ja genau.“ „Und wo Motte?“

„Auf dem Papier.“ „Blödsinn.“ „Doch, bei den Montagsfliegern. Gestern habe ich mal durch ein Fenster von deren Forschungs- und Entwicklungsabteilung gespinkst. Sehr interessant sage ich Dir.“ „Ach Motte, übertreibst Du nicht wieder etwas – Forschungs- und Entwicklungsabteilung.“ „Aber ich habe doch die erste Stufe der Entwicklung einer Schaumwaffel, einer neuen Flugmaschine gesehen.“

„Und was ist daran so aufregend Motte?“ „Schon der Name der Maschine Rabe: Desert Storm.“ „Interessant. Etwas mehr bitte.“ „Das wird ein fliegender Buggy, wohl wieder mit einem Kfm-Tragflächenprofil, Querrudern und einem Brushlessmotor.“

„Spannweite ca. 700 mm habe ich irgendwo gelesen.

Hier schau, ich habe ein Foto von den ersten Projektskizzen gemacht. Das kannst Du auch vergößern.

Rabe, auf dem Tisch lagen schon die ersten Teile: Kastenrumpf mit eingebautem Motor, Flächen und Höhenruder.“

„Ich bin gespannt Motte.“

Desert Storm – Projektskizze – anklicken und vergrößern