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Reise um die Erde – Bern – Schweiz
Bern – Die Altstadt – Mit leichtem Schwung trug uns das fliegende Fahrrad über grüne Hügel, bis sich unter uns eine Schleife der Aare zeigte – smaragdgrün und klar, wie aus den Alpen entsprungen. In ihrer Mitte ruhte die Altstadt von Bern, auf einem schmalen Felsrücken, wie in den Fluss hineingelegt.
Die langen Arkadengänge, gedeckt und schattig, zogen sich wie endlose Galerien durch das Herz der Stadt. Zwischen ihnen ragten die Sandsteinfassaden auf, deren Patina von Jahrhunderten erzählte. Wir glitten am schlanken Turm des Berner Münsters vorbei, der höchste der Schweiz, und folgten dem Klang der Zytglogge, deren astronomische Uhr ihr Schauspiel aus Figuren und Glocken bot.
Von oben sahen wir den Bundesplatz, die Kuppel des Bundeshauses glänzte im Sonnenlicht – und jenseits der Brücken begann schon das Grün der Alpenvorläufer.
Ein letzter Blick auf den Bogen der Aare, die Stadt umschließt wie eine liebevolle Hand – dann setzten wir unseren Flug fort, das Herz leicht wie der Fluss unter uns.
Aus dem Archiv
Reise um die Erde – Schwerin – Das Schloss auf dem See
Wir verließen die mitteldeutsche Ebene im sanften Spätnachmittag, unser fliegendes Fahrrad trug uns durch kupferfarbenes Licht, das sich über die Felder Mecklenburgs legte. Die Schatten wurden länger, die Luft kühler – und vor uns öffnete sich eine Landschaft aus stillen Seen, sanften Hügeln und verwunschenen Alleen.
In dieser friedlichen Weite, auf einer Insel im Wasser, erschien plötzlich ein Bild wie aus einem Märchen: Schwerin, die Stadt der sieben Seen – und über allem thronend das Juwel: Schweriner Schloss. Wir senkten uns im Gleitflug über den glitzernden Burgsee, der in warmem Abendlicht lag. Wie ein Traumschloss aus Gold und Stein erhob sich die Residenz des einstigen Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin – ein Bau, der zwischen Romantik und Renaissance tanzt, geschmückt mit Türmen, Zinnen und Kuppeln, als habe ihn ein Träumer in einer einzigen Nacht erschaffen.
Über vierzig Türmchen ragten in den Himmel, jeder anders, jeder kühn. Die Fassade in hellem Sandstein leuchtete wie poliertes Pergament, der kupferne Helm der Kuppel schimmerte grün – ein Echo der Zeit, das nicht verging.
Der Schlossgarten unter uns war ein Teppich aus Geometrie und Blüten – Terrassen, Alleen, Spiegelbecken, eingefasst von uralten Bäumen.
„Dies ist kein Bauwerk“, sagte mein Gefährte andächtig, „es ist ein Gedicht, das aus Stein geschrieben wurde.“
Wir kreisten einmal um das Schloss, dessen Spiegelbild sich im Wasser sanft kräuselte, und folgten dann dem Blick auf die Stadt selbst: Schwerin, klein, aber voll historischer Anmut. Enge Gassen, barocke Fassaden, Plätze, auf denen die Zeit in Takt geht.
Die Luft wurde stiller. Ein Schwan glitt über das Wasser, unter uns flanierten Menschen über den Schlosssteg. Und dort, wo die Bäume lichter wurden, begann das Blau des Schweriner Sees, weit, friedlich, voller Licht.
„Wenn je ein Ort geschaffen wurde, um das Herz zu beruhigen“, sagte ich leise, „dann ist es dieser.“
Reise um die Erde – Budapest – Königin an der Donau
Der Morgen dämmerte in blassen Goldtönen, als wir unser fliegendes Fahrrad erneut bestiegen. Die Pedale knarrten leise, die Schwingen unserer leichten Konstruktion entfalteten sich im Sonnenlicht wie die Flügel eines gigantischen Schmetterlings. Der Wind trug uns ostwärts, über Felder, Wälder, und den endlosen Spiegel der Donau, deren Wasser wie geschmolzenes Glas dahinfloss.
Bald erhob sich am Horizont eine Silhouette, die so majestätisch wirkte, dass man meinen konnte, eine Stadt aus Marmor und Musik schwebe auf dem Strom: Budapest, die unangefochtene Königin an der Donau.
Von Norden her kommend, bot sich uns ein Anblick, der selbst die kühnsten Erwartungen übertraf: Auf der einen Seite, hoch und würdevoll, das Burgviertel von Buda, mit der gotischen Matthiaskirche und der Fischerbastei, deren weiße Türme wie aus einem Märchenbuch Wellen aus Stein formten. Auf der anderen Seite, jenseits der Kettenbrücke, breitete sich Pest aus – pulsierend, elegant, gekrönt vom imposanten Parlamentsgebäude, dessen neugotische Fassaden im Morgendunst glühten wie von innen erhellt.
Wir kreisten einmal über der Kettenbrücke, diesem Meisterwerk aus Eisen und Stein, und spürten in den Seilen fast die Schwingung vergangener Jahrhunderte. Darunter zog die Donau träge, doch unermüdlich, und trennte – oder besser: verband – die beiden Hälften dieser einzigartigen Metropole.
Ich konnte nicht umhin, an jene Visionäre zu denken, die diese Stadt prägten: Könige, Architekten, Komponisten – und all jene stillen Träumer, die wie König Ludwig einst davon geträumt haben, die Welt aus der Luft zu sehen. Vielleicht, so dachte ich, hätte auch er hier verweilt, auf einem Balkon mit Blick auf den Strom, und sich vorgestellt, wie er in einer Maschine durch die Lüfte über die Dächer der Stadt gleitet.
Von oben war Budapest wie eine Partitur: das gleichmäßige Blau der Donau als tiefer Grundton, die Kuppeln und Türme als aufsteigende Melodielinien, das unruhige Straßenleben als sanftes Tremolo in der Ferne.
„Hier“, sagte mein Gefährte, während wir eine weite Schleife zogen, „hier tanzt Geschichte im Walzertakt, und jede Brücke ist ein Taktstrich zwischen den Jahrhunderten.“
So hielten wir einen Augenblick inne, ließen die Pedale ruhen und schwebten still über der Stadt.