Magazin Reise um die Erde

Flugstunden für die Seele

Hast Du schon einmal davon geträumt, die Welt aus der Vogelperspektive zu entdecken und an Orte zu reisen, die Du so noch nie gesehen hast? Unsere Magazin-Reihe „Reise um die Erde“ macht genau das möglich – ganz ohne Kofferpacken!

Mit faszinierenden, detailreichen Videos, die direkt über Google Earth erstellt wurden, heben wir ab und nehmen Dich mit auf eine virtuelle Expedition rund um unseren wunderschönen Planeten. Wir steuern weltbekannte Sehenswürdigkeiten, verborgene Naturschätze und geschichtsträchtige Städte an. Dabei betrachten wir diese faszinierenden Orte aus einer ganz neuen Dimension: spektakulär aus der Luft.

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Reise um die Erde – Bern – Schweiz

Bern – Die Altstadt – Mit leichtem Schwung trug uns das fliegende Fahrrad über grüne Hügel, bis sich unter uns eine Schleife der Aare zeigte – smaragdgrün und klar, wie aus den Alpen entsprungen. In ihrer Mitte ruhte die Altstadt von Bern, auf einem schmalen Felsrücken, wie in den Fluss hineingelegt.

Die langen Arkadengänge, gedeckt und schattig, zogen sich wie endlose Galerien durch das Herz der Stadt. Zwischen ihnen ragten die Sandsteinfassaden auf, deren Patina von Jahrhunderten erzählte. Wir glitten am schlanken Turm des Berner Münsters vorbei, der höchste der Schweiz, und folgten dem Klang der Zytglogge, deren astronomische Uhr ihr Schauspiel aus Figuren und Glocken bot.

Von oben sahen wir den Bundesplatz, die Kuppel des Bundeshauses glänzte im Sonnenlicht – und jenseits der Brücken begann schon das Grün der Alpenvorläufer.

Ein letzter Blick auf den Bogen der Aare, die Stadt umschließt wie eine liebevolle Hand – dann setzten wir unseren Flug fort, das Herz leicht wie der Fluss unter uns.

Aus dem Archiv

Reise um die Erde – Kloster Ettal

Nachdem wir Schloss Neuschwanstein und die geisterhafte Silhouette des Luftthrons mit einem letzten Blick bedacht hatten – der Baldachin noch flatternd im Wind wie ein Banner aus einer besseren Welt –, lenkten wir unser fliegendes Fahrrad weiter südwärts. Die Alpengipfel rückten näher, ihre Flanken von Schneefeldern durchzogen wie mit weißem Marmor gezeichnet, und unter uns glitten Seen dahin wie Spiegel, die das Himmelsblau träumten.

Der Fahrtwind war kühler geworden, doch die Luft war erfüllt von einer Klarheit, wie sie nur in Höhen und Visionen vorkommt. Zwischen dichten Tannen und kalkhellen Felsen, zwischen Weidehügeln und einsamen Gehöften öffnete sich plötzlich das Panorama einer barocken Symmetrie – monumental und doch eingebettet wie ein Gebet in die Landschaft: Kloster Ettal.

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Eine Krone aus Ziegeln, Kuppeln und Kreuzgängen, auf einem Hochplateau ruhend wie ein gestrandetes Himmelsschiff, das sich nicht verirrt hatte, sondern angekommen war. Der Putz des Haupttrakts schimmerte elfenbeinfarben im Nachmittagslicht, und über allem wölbte sich die große Kuppel der Basilika – ein firmamentenes Auge, das sich zum Ewigen öffnet.

Unser Fahrrad senkte sich in eleganter Spirale, fast ehrfürchtig, als wolle es sich verbeugen. Auf dem Vorplatz landeten wir lautlos – nur die Speichen summten noch leise nach wie das Echo eines gregorianischen Gesangs.

„Ettal“, murmelte mein Gefährte, während er den Motor entlüftete, „ein Ort, an dem Geist und Form einander nicht bekämpfen, sondern verklären.“

Gegründet anno 1330 durch Kaiser Ludwig den Bayern, einst als Gegenpol zur städtischen Welt gedacht, war das Kloster im Lauf der Jahrhunderte zu einem barocken Bollwerk geworden – der Glaube in Stuck und Stein gegossen, schwer und licht zugleich.¹)

Wir traten durch das Hauptportal. Der Innenraum der Basilika – ein Theater der Transzendenz. Fresken wölbten sich über uns wie Himmelsvisionen, in denen Engel schwebten, Heilige blickten, goldene Lichtstrahlen von ovalen Fenstern auf Altar und Gestühl fielen wie göttlich gesetzte Taktstriche. Der Duft von Weihrauch und alten Büchern lag in der Luft. Stille – aber keine Leere.

In der Sakristei sprach uns ein Benediktiner an, in schwarzer Kutte, mit einem Blick, der zugleich prüfte und segnete. Wir zeigten ihm eine Zeichnung – das Fragment aus Ludwigs Skizzenbuch, das den Luftthron zeigte, von einer Hand gezeichnet, die mehr betete als plante.

Der Mönch schwieg einen Moment, betrachtete die Linien, dann sagte er leise:

„Er war oft hier. Nicht mit Gefolge. Allein. Und manchmal sprach er von Dingen, die fliegen. Nicht wie Vögel – eher wie Seelen.“

Wir nickten. Ja, das klang nach ihm.

Zum Abschied führte man uns in die Klosterbibliothek – ein Raum, der weniger gebaut als herbeigedacht schien. Regale bis zur Decke, Goldschnitt, Manuskripte aus Jahrhunderten. Und dort, zwischen einem Sammelband von Athanasius Kircher und einem alchemistischen Traktat aus dem 17. Jahrhundert, fanden wir es: ein kleines, unscheinbares Heft, beschriftet in flüchtiger Hand:

„Aeronautica mystica. Reise um die Erde“

Der Einband war dunkelblau, durchwirkt mit feinen, goldenen Sternen. Wie der Himmel über Ludwigs Thron.

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¹) Fußnote: Die Klosteranlage wurde 1330 von Ludwig IV. dem Bayern als Benediktinerabtei gegründet. Nach einem Brand im 18. Jahrhundert entstand die heutige barocke Gestalt, insbesondere durch die Kuppelbasilika von Joseph Schmuzer – ein Meisterwerk des süddeutschen Rokoko.

Reise um die Erde – Cochem – Reichsburg

Die Perle an der Mosel – Sanft wie ein silbernes Band schlängelte sich die Mosel durch die Hügel, als trüge sie Weinberge auf ihren Schultern. Und dort, wo das Wasser eine elegante Biegung beschreibt, erhob sich Cochem, eine Stadt, die sich mit malerischen Gassen und spitzen Türmen an den Hang schmiegt, als hätte sie die Zeit in den Mauern bewahrt.

Über allem thronte die Reichsburg, wie eine Krone aus Stein, hoch auf dem Felsen. Ihre Zinnen ragten stolz in den Himmel, von Legenden umweht, als seien Ritter und Minnesänger eben erst durch ihre Tore geschritten. In ihrem Inneren hallten die Räume von vergangenen Festen, und draußen fiel der Blick weit über Fluss und Weinberge, wo jede Rebe in der Sonne wie ein kleiner Smaragd glänzte.

Unser fliegendes Fahrrad schwebte über die Dächer der Stadt, über das bunte Treiben am Ufer, wo Schiffe anlegten und die Mosel leise gegen die Steine klatschte. Die Türme der Kirchen stiegen zwischen den Fachwerkhäusern empor, und die Gassen wirkten wie aus einem alten Märchenbuch herausgeschnitten.

Doch es war nicht nur das Mittelalter, das hier sprach – es war auch die Landschaft selbst: die steilen Rebhänge, in denen der berühmte Moselwein gedeiht, die weichen Hügel, die sich wie Wellen hintereinander türmten, und die stille, fast träumerische Strömung des Flusses.

Cochem war wie ein Gedicht aus Stein, Wasser und Wein – und die Reichsburg das leuchtende Reimwort, das dieses Bild vollendete. Als wir uns wieder erhoben, blieb die Stadt hinter uns zurück wie eine kleine, glänzende Miniatur, eingebettet in das große Tal der Mosel.