Ein leiser Hauch von schwerem Öl und heißem Ruß liegt in der Luft, getragen vom bittersüßen Duft verglimmender Kohle. Schließe für einen Moment die Augen und lausche dem Erwachen einer eigenen kleinen Welt: Das rhythmische, feine Klicken der Relais gibt den Takt vor, gefolgt vom vertrauten, tiefen Rollen stählerner Räder auf filigranen Gleisen. Weiße Dampfwolken steigen empor und hüllen die detailverliebte Landschaft in nostalgische Poesie. Jedes Signal, jeder Waggon und jeder Schienenstoß erzählt eine Geschichte von Sehnsucht, Präzision und dem großen Zauber im Miniaturformat.
Komme an Bord und begleite uns auf den Spuren der Schienenwege:
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Dampflok Baureihe 38 – Preußische P8
Zwischen sanften Rheinkurven und dem vertrauten Klang arbeitender Zylinder beginnt eine Reise in die Vergangenheit: Ein Nahverkehrszug mit den bekannten Donnerbüchsen, gezogen von der BR 38, rollt im Microsoft Train Simulator (MSTS) von Rolandbogen nach Remagen. Es ist eine virtuelle Fahrt – und doch atmet sie den Geist einer der berühmtesten deutschen Dampflokomotiven.
Die Baureihe 38, ursprünglich als Preußische P 8 bekannt, steht wie kaum eine andere Lokomotive für den zuverlässigen Alltagsdienst der Dampflokzeit. Entwickelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, verkörperte sie die Idee einer universell einsetzbaren Schnellzuglok, die ebenso sicher vor Personenzügen wie vor leichten Güterzügen ihren Dienst verrichtete. Ihr ausgewogenes Erscheinungsbild, die großen Treibräder und der ruhige Lauf machten sie schnell beliebt – bei Lokpersonalen ebenso wie bei den Fahrgästen.
Gebaut wurde die P 8 ab 1906, vor allem von renommierten Herstellern wie Henschel & Sohn, Borsig, Schwartzkopff oder Hanomag. Insgesamt entstanden über 3.900 Exemplare, was sie zu einer der meistgebauten Dampflokomotiven Europas machte. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Deutsche Bundesbahn einen großen Bestand und führte die Maschine fortan als Baureihe 38.10–40.
Ihre Epoche ist eindeutig die Epoche III der jungen Bundesbahn – eine Zeit des Wiederaufbaus, in der Dampfloks noch das Rückgrat des Personenverkehrs bildeten. Genau hier setzt auch das Video an: Die BR 38 zieht einen klassischen Nahverkehrszug entlang des Rheins, durch Bahnhöfe und Streckenabschnitte, wie sie in den 1950er-Jahren alltäglich gewesen wären.



Die Einsatzart der BR 38 war vielseitig. Ursprünglich für Schnellzüge konzipiert, fand sie bei der Bundesbahn vor allem im Personen- und Nahverkehr Verwendung. Ihre Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit machten sie ideal für Neben- und Hauptstrecken gleichermaßen. Entsprechend weit gefächert waren auch ihre Einsatzgebiete: Von der Rhein- und Ruhrregion über Norddeutschland bis nach Bayern war die Baureihe 38 nahezu überall anzutreffen.
Ein fester Heimatbahnhof ließ sich für die Baureihe kaum festlegen, da sie in zahlreichen Bahnbetriebswerken beheimatet war – unter anderem in Köln, Koblenz, Hamburg, Hannover oder Frankfurt. Gerade im Rheinland prägte sie über Jahre hinweg das Bild des alltäglichen Zugverkehrs, was die Strecke von Rolandbogen nach Remagen historisch besonders stimmig macht.
Mit dem Fortschreiten der Diesel- und Elektrolokäraus klang ihre Zeit langsam aus. Die Ausmusterung der BR 38 bei der Deutschen Bundesbahn begann in den späten 1950er-Jahren; die letzten Exemplare verschwanden 1974 aus dem Plandienst. Einige Maschinen blieben jedoch erhalten und erinnern bis heute an eine Epoche, in der Dampfwolken, Rhythmus und Technik den Takt der Eisenbahn bestimmten.
Dieses Video ist daher mehr als nur eine Simulation: Es ist eine erzählende Reise in die Vergangenheit – eine Hommage an die BR 38, die Generationen von Reisenden sicher ans Ziel brachte und bis heute Eisenbahnfreunde begeistert.
Aus dem Archiv
Nachhaltigkeit in Irgendwo
In Irgendwo wird Nachhaltigkeit nicht bloß gepredigt – hier wird sie gelebt, geleimt, geritzt, gerollt und liebevoll angebaut. Wo andernorts Materiallisten geschrieben und Bestellungen ausgelöst werden, öffnet man hier zuerst die gute alte Restekiste. Denn was andere wegwerfen würden, erstrahlt in Irgendwo oft zu neuem Zweck.
So hat auch das kleine Trafohaus, dieses schmale, kantige Bauwerk mit seinem dunkel geröteten Ziegeldach und der rußigen Wandstruktur, die an Jahrzehnte wettergegerbter Betriebsamkeit erinnert, eine weitere Ausbaustufe erreicht. Auf dem Foto sieht man deutlich, wie die frontseitige Wand vom unteren Rand bis zur Dachkante von einem strukturierten, teils hell ausgeblichenen Putz überzogen ist. Die dunkleren Flächen wirken wie von Regen und Rauch gezeichnet – ein Gebäude, das Geschichten erzählt.


Die kleinen Türen im unteren Bereich, fast unscheinbar, scheinen den Zugang zur Technik zu gewähren, während im oberen Drittel ein kleines, tief liegendes Fenster sitzt, umrahmt von Schmutz, Staub und Betriebsalter.
Und nun ist es auch endlich mit den nötigen Isolatoren ausgestattet. Die großen Isolatoren stammen aus dem 3D-Drucker – sauber, maßhaltig, stabil. Doch die kleinen weißen Schmuckstücke an der Seitenwand? Die sind pure Irgendwo-Ingenieurskunst.
Winzige Streifen Zeitungspapier, sorgsam aufgerollt, mit verdünntem Weißleim gehärtet und in Form gebracht. Anschließend wurden die so entstandenen Mini-Isolatoren auf ein Stück leicht gebogenen Blumendraht gesetzt – vier an der Zahl – und dieser wiederum auf ein schmal zugeschnittenes Stück Balsaholz geklebt. Dieses Balsaholzbrettchen sitzt nun an der Seitenwand des Trafohauses, wo es aussieht, als wäre es schon immer dort gewesen.

Es ist diese Mischung aus improvisiertem Material, handwerklichem Geschick und liebevollem Blick fürs Detail, die Irgendwo so besonders macht. Ein Ort, an dem Nicht-mehr-Gebrauchtes zu Unverzichtbarem wird. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum der Strom hier zuverlässig fließt – nicht nur durch Kupferdrähte, sondern durch die Leidenschaft zum Modellbau in einer großen Bandbreiter.
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Spur 0 Wasserturm – Grüße aus Zwischendurch
Am zweiten Weihnachtstag gingen hier die neuesten, bebilderten Nachrichten von Matthias W. ausZWISCHENDURCH ein:
„[…] heute möchte ich […] berichten, was sich zur heiligen Nacht in unserem kleinen Bergarbeiterdorf ZWISCHENDURCH zugetragen hat:
Es war alles so wie jedes Jahr, seit jahrzehnten. Nach der Christmesse gingen alle nach Hause und man konnte durch die Fenster der Häuser die hell erleuchten Weihnachtsbäume sehen. Der Geruch von Braten lag in der Luft und man konnte Kinderlachen hören.
Doch am nächsten Morgen war alles anders. Im Bahnhofsbereich stand ein riesiger weißer Klotz. Sofort kamen die Bürger zusammen, Feuerwehr und Bürgermeister waren vor Ort. Man munkelte von Ausserirdischen und Störungen im Raum-Zeit-Kontinuum. Panische Stimmung breitete sich aus, Kinder weinten.
Nur unsere Eisenbahner wussten sofort Bescheid: ein Wasserturm war geboren- wie auch immer- und sie freuten sich, dass ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen war. Nie mehr das Lebenselexier unserer Dampfloks mit der Handpumpe fördern.
Unser alter Oberlehrer Böck konnte zur Aufklärung beitragen. Wegen seniler Bettflucht saß er die halbe Nacht am Fenster und konnte beobachten, wie im Morgengrauen ein rot gekleideter Mann mit einem Rentierschlitten landete.
Er sondierte kurz das Terrain, griff dann in einen Sack und zog besagtes Objekt heraus. Böck konnte noch spontan ein Foto von der Aktion machen.

Daraufhin brach Volksfeststimmung aus. Die Bewohner holten kannenweise Glühwein und die Blaskapelle spielte. Soweit der Bericht aus ZWISCHENDURCH. Das Foto vom alten Böck und noch weitere vom verschneiten Ort habe ich beigefügt.



Ich wünsche ihnen und ihrer Familie einen Guten Rutsch und ein friedvolles und vor allem gesundes neues Jahr,
Viele Grüße, Matthias W.“
Matthias W. hat den hier auf dieser Seite zum kostenlosen Download eingestellten Wasserturm (Maßstab H0) auf die für seine Modellbahn Spur 0 nötige Größe skaliert und innerhalb kurzer Zeit die Einzelteile des Baukastens gedruckt, zusammengebaut und das Gebäude an den passenden Platz seiner Anlage gestellt. Herzlichen Glückwunsch Matthias zu dem in jeder Hinsicht gelungenen Werk.
Der STL-Baukasten „Wasserturm H0“ steht hier als kostenloser Download für nicht-kommerzielle Zwecke zur Verfügung. Das Modell ist dem ehemaligen Wasserturm in Hennef-Heisterschoss nachempfunden und wurde vollständig für den 3D-Druck konstruiert.
In der ZIP-Downloaddatei enthalten sind:
- ein Bild der 3D-Konstruktion
- eine Maßzeichnung
- Bauhinweise (PDF)
- vier Verzeichnisse mit den sich logisch aufbauenden Baugruppen des Modells
Alle benötigten STL-Dateien sind enthalten und eindeutig benannt, sodass Druck und Aufbau Schritt für Schritt erfolgen können.


Viel Freude beim Drucken, Bauen und Gestalten –und beim Entstehenlassen eines Wasserturms im Maßstab H0.