Magazin Gespräche unter Freunden

Trete ein und lausche zwei Beoachtern des Alltags.

Motte und Rabe! In ihrer eigenen, humorvollen Magazin-Reihe nehmen uns die beiden jungen Freunde mit in ihre Welt voller Neugier, Schabernack und kluger Gedanken.

Ob auf dem Heimweg von der Schule, beim Fachsimpeln über die neuesten Errungenschaften der Modellflieger oder bei Entdeckungen in der heimischen Garage.

Motte und Rabe haben zu allem etwas zu sagen und damit sind sie ja wohl nicht alleine. Während Motte die Dinge gerne mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und strukturiertem Optimismus anpackt, kontert Rabe wunderbar lässig und pragmatisch.

Ihre unterhaltsamen, pointierten Gespräche schlagen dabei immer wieder eine Brücke zum aktuellen Zeitgeschehen und den kleinen wie großen Fragen des Lebens. Mit viel Witz, Charme und einer erfrischenden Prise jugendlicher Logik bringen uns die beiden nicht nur zum Schmunzeln, sondern regen auch zum Nachdenken an. Ein humorvoller Blick auf die Welt, der zeigt, was echte Freundschaft ausmacht – direkt hier im Magazin von Der Sternfahrer.

Neueste Gespräche

Motte und Rabe – Doppel-Wumms

Motte und Rabe – Doppel-Wumms – ein Gespräch unter Freunden #56

„Du Rabe?“ „Ja Motte, was ist?“

„Kennst Du den Doppel-Wumms?“ „Nein.“

„Das ist ein ganz neues Wort.“ „Ach, was Du nicht sagst.“ „Hast Du davon noch nichts gehört Rabe?“

„Ich kenne nur Doppel-Korn. Der steht bei uns im Wohnzimmerschrank. Den trinkt mein Onkel Wilhelm gerne nach Eisbein mit Sauerkraut und Kartoffelpüree oder anderem Fettkram. Das soll gut für die Verdauung sein.“ „Hast Du den auch schon mal getrunken?“ „Getrunken noch nicht, das ist Alkohol. Aber mein Onkel Wilhelm hat mich mal an einem Pinnchen Doppel-Korn riechen lassen. Nur was für Männer Motte. Für Dich also nicht.“ „Rabe, Doppel-Korn meine ich nicht.“ „Sondern?“

„Ich habe das neue Wort in den Nachrichten gehört. Im Duden steht es nicht.“ „Ach sieh an, der Kleine interessiert sich für Wörter und Politik.“ „Ja, das solltest Du vielleicht auch mal Rabe.“

„Hör mir auf mein Freund. Ich muss immer ganz still sein, wenn mein Onkel Wilhelm die Nachrichten hört, ganz, ganz still. Sonst springt der aus der Hose. Sobald die Nachrichten und das Wetter vorbei sind, wird es laut. Er schimpft nur noch rum, spricht jeden an, der ihm in die Quere kommt und regt sich fürchterlich auf.“ „Worüber denn?“

„Über den Zirkus nennt er das. Wahrscheinlich ist Dein Doppel-Wumms die Nummer von Wortakrobaten aus dem Zirkus. Oder Motte?“

„Nein Rabe, ich meine den Doppel-Wumms mit dem Segler und dem kleinen Jeep bei den Montagsfliegern. Die Pferde hat das auch interessiert.“

„Die Pferde interessieren sich für Modellflugzeuge und -autos Motte? Was Du nicht sagst.“

„Ja Rabe, hier schau.“


Aus dem Archiv

Rabe – die haben das Handtuch geworfen

Rabe – die haben das Handtuch geworfen – Gespräch unter Freunden

Ein Gespräch unter Freunden #10

„Du, Rabe. Ich habe meinen Vater belauscht, als der gestern telefonierte. Die zwei haben doch das Handtuch geworfen, hat der am Telefon gesagt.“

„Interessiert sich Dein Vater jetzt für Boxsport, mein Kleiner? Das wird meiner Mutter und ihrer Freundin Brigitte nicht gefallen, Motte!“ „Wie kommst Du denn darauf Rabe?“

„Sag mal Rabe, was meint mein Vater damit, wenn er sagt: Die zwei haben das Handtuch geworfen?“

„Motte, das ist eine Redewendung aus dem Boxsport. Dein Vater meint damit, dass die ausgestiegen sind, freiwillig aufgegeben, resigniert, kalte Füße bekommen haben.“ „Ja aber warum denn Rabe?“ Weil man das Handtuch wirft, wenn man nicht für den Spaß anderer seinen Kopf bis zum Umfallen hinhalten will. Eben wie im Boxring.“

„Aber das ist doch vernünftig Rabe, oder?“ „Das stimmt Kleiner, Du lernst schnell für Dein Alter, schneller als mancher Erwachsene.“ „Dann bin ich bald so schlau wie Du Rabe?“ „Das ist zu befürchten Motte.“




Motte und Rabe – Christi Himmelfahrt und Vatertag

Motte und Rabe – Christi Himmelfahrt und Vatertag – ein Gespräch unter Freunden #29

„Du Rabe, am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt, sagt der Herr Pfarrer. Glaubst Du, dass der Jesus in den Himmel gefahren ist. Wie hat der das gemacht? Konnte der fliegen?“

Motte, das wird Dir der Pfarrer doch wohl besser erklären können als ich.“ „Ich werde ihn mal fragen und von den Modellfliegern erzählen.“


„Sag mal Motte, hattest Du nicht kürzlich gefragt, wann Vatertag ist?“ „Ja, habe ich und mein Vater hat mir gesagt, dass ist auch am Donnerstag.“ „Hast Du schon ein Geschenk oder eine andere Überraschung für Deinen Vater? Zieht der mit dem Bollerwagen und Bier durch die Gegend?“ „Nein, Rabe, bis jetzt noch nicht. Mir fällt nichts ein, womit ich ihm eine Freude machen könnte.“ „Ich hätte da was für Dich.“ „Ehrlich Rabe? Aber keinen Strauß Maiglöckchen, wie Du ihn Deiner Mutter zum Muttertag geschenkt hast.“ „Nein Motte, etwas besseres.“ „Was denn Rabe?“

„Ich habe gelesen, die machen im Wiesen-Café „Zum Botterblömche“ demnächst auch Livemusik. Boogie Woogie Time nennen die das.“

„Was ist das denn Rabe?“

„Ich zeige es Dir. Hier schau mal Motte bei youtube. Da fliegen die Tasten und Töne. Das wäre doch was für Deinen Vater, oder?“

Brendan Kavanagh „Boogie Woogie Queen Rocks The Public Piano“, Youtube-Video

„Ja, ich glaube schon, das würde ihm gefallen. Wenn fetzige Musik im Radio läuft, dreht der schon mal durch und voll auf; nicht nur im Auto, auch zu Hause in unserer Wohnung. Dann geht die Post ab und die Frau unter uns klopft im Takt mit ihrem Schrubber an die Decke und schreit: Ruhe. Mein Vater hört das aber nicht. Und dann gibt es Ärger.“

„Ich glaube Motte, am Vatertag geht es los mit der Boogie Woogie Time im Wiesen-Café. Die haben schon alles aufgebaut und bereits geprobt. Ich habe es gesehen und gehört. Das wäre doch was für Deinen Vater. Kostet keinen Eintrtitt. Mehr will ich aber noch nicht verraten.“

„Hört sich gut an Rabe.“ „Meiner Mutter und ihrer Freundin Brigitte habe ich davon erzählt. Die wollen dahin und meinen, da gibt es bestimmt auch – naja, das lassen wir besser. Mein Onkel Wilhelm sagte zu den beiden nur: Aha, die jungen Damen wollen zum Ball der einsamen Herzen, wie früher zu meiner wilden Zeit im Tanzkaffee Baccara.

Hier schau Motte, ich habe ein Foto gemacht von der Boogie Woogie Time Probe im Wiesen-Café Zum Botterblömche.“

Rabe, wehe das stimmt nicht. Der Herr Pfarrer hat gesagt, man darf nicht lügen – achtes Gebot in der Bibel.“