Trete ein und lausche zwei Beoachtern des Alltags.
Motte und Rabe! In ihrer eigenen, humorvollen Magazin-Reihe nehmen uns die beiden jungen Freunde mit in ihre Welt voller Neugier, Schabernack und kluger Gedanken.
Ob auf dem Heimweg von der Schule, beim Fachsimpeln über die neuesten Errungenschaften der Modellflieger oder bei Entdeckungen in der heimischen Garage.

Motte und Rabe haben zu allem etwas zu sagen und damit sind sie ja wohl nicht alleine. Während Motte die Dinge gerne mit einer gewissen Ernsthaftigkeit und strukturiertem Optimismus anpackt, kontert Rabe wunderbar lässig und pragmatisch.
Ihre unterhaltsamen, pointierten Gespräche schlagen dabei immer wieder eine Brücke zum aktuellen Zeitgeschehen und den kleinen wie großen Fragen des Lebens. Mit viel Witz, Charme und einer erfrischenden Prise jugendlicher Logik bringen uns die beiden nicht nur zum Schmunzeln, sondern regen auch zum Nachdenken an. Ein humorvoller Blick auf die Welt, der zeigt, was echte Freundschaft ausmacht – direkt hier im Magazin von Der Sternfahrer.
Neueste Gespräche
Motte und Rabe – So war es 1951 – Der Lanz Bulldog
Motte und Rabe – So war es 1951 – Der Lanz Bulldog – Ein Gespräch unter Freunden #53
„Du Rabe…“ „Ja Motte…“
„Stell Dir mal vor, was ich bei den Montagsfliegern gesehen habe.“
„Bei denen kann ich mir vieles vorstellen, Flugmodelle, kleine, große, Kaffee, Kuchen, und noch vieles mehr.“
„Nein, einen Oldtimer meine ich.“ „Ach Motte, einen Oldtimer, also nichts neues, nichts besonderes.“

„Doch Rabe, etwas ganz besonderes. Eine schwere Maschine aus dem Jahr 1951.“ „1951? Das ist aber verdammt lange her. Also so etwa vor mehr als 70 Jahren.“ „Ja, und ich sage Dir, die Maschine hat einen Sound, wenn Du den auf Deinem Smartphone abspielst, platzt Dein Display.“
„Motte, bis Du wieder im Reich der Fantasie?“
„Nein Rabe, hier schau und hör, so war das 1951. Da ging noch alles etwas anders, analog zu.
Und ist das nicht toll, dass es Menschen gibt, die das mit viel Engagement bewahren? Wir können es hören, fühlen, sehen, schmecken, riechen wie es damals wohl war, mehr als uns Dein Smartphone bieten kann.“
„Es ist schon etwas Besonderes, wenn man neben einer solchen Maschine steht und auf der Haut spürt, wie sie arbeitet, wie der Boden vibriert.“ „Andere müssen dafür ins Museum fahren Rabe. Wir gehen einfach zu den Montagsfliegern.“
Aus dem Archiv
Motte und Rabe – die bauen eine Tante Ju, eine Ju 52
Motte und Rabe – die bauen eine Tante Ju, eine Ju 52 – ein Gespräch unter Freunden #46
„Du Rabe.“ „Ja?“ „Die bauen eine Ju.“ „Wer Motte?“ „Die Montagsflieger. Die bauen eine Tante Ju.“
„So eine alte Kiste? Aber schön anzusehen und zu hören, die Ju 52. Mein Onkel Wilhelm erzählt immer davon und kommt dann ganz ins Schwärmen.“


„Ja Rabe, das glaube ich. Ich habe mir das Modell schon ansehen dürfen. Die Tante Ju ist noch nicht ganz fertig. Fliegen könnte sie schon, haben die mir gesagt. Es fehlen nur noch ein paar kleinere Schleifarbeiten, etwas Farbe, eine Kennung und das Logo der Montagsflieger, der aufsteigende Vogel.“ „Das wird ja wohl kein Problem sein.“
„Die Tante Ju ist komplett aus Depron gebaut und hat eine Spannweite von etwa anderthalb Meter.“ „Das ist recht groß. Und die soll fliegen?“ „Ja, mit Brushless, 3S Lipo, Höhenruder, Seitenruder und Querrudern.“ „Und was soll jetzt daran besonders sein Motte?“
„Die hoffen, dass die Tante Ju, so wie das Original recht langsam zu fliegen ist.“ „Das hoffen die? Und was macht sie so hoffnungsvoll?“ „Die setzen darauf, dass das Modell nicht so schwer ist.“ „Schwer? Das spricht aber nicht für ein langsam zu fliegendes Flugmodell. Wie schwer ist die Tante Ju denn?“
„Rabe, ich habe das Modell mal heben dürfen. Nicht gerade schwer, eher leicht für die Größe. Wenn Du es genau wissen willst, mit allem Drum und Dran, mit Brushless, Regler, Servos, Empfänger, 3S Lipo 1000 mAh wiegt die Tante Ju mit 1,5 Meter Spannweite nur 595 Gramm, haben die gesagt Rabe.“ „Das ist ja ein Leichtgewicht. Da ist der Jet, den sie kürzlich gebaut haben, die McDonnell Douglas F-15 Eagle mit 620 Gramm schwerer. Ich bin gespannt.“
„Ich auch Rabe. Die wollen in diesen Tagen den Erstflug machen und wenn alles klappt, kommt auch etwas, aber wirklich nur etwas Farbe dran.
Sie sieht schon gut aus, unsere neue Tante, die Tante Ju oder?“
„Unbedingt Motte und erst einmal das Original. Toll. Komm wir schauen uns die berühmte D-AQUI an. Der NDR hat eine tolle Reportage über diesen Oldtimer produziert und gesendet. Hier schau.“
Motte und Rabe – Berühmt und begehrt vor 60 Jahren
Motte und Rabe – Berühmt und begehrt vor 60 Jahren – Ein Gespräch unter Freunden #64
„Du Rabe.“ „Ja Motte?“
„Frohes Neues Jahr Rabe.“ „Wünsche ich Dir auch Motte.“ „Das Jahr fängt ja schon wieder gut an, bei uns fast 20 Grad, Wind, Regen und in Amerika ziehen die Blizzards übers Land.“
„Da ist nichts zu machen. Da müssen wir wohl durch.“

„Waren die denn gestern fliegen.“ „Wer?“ „Na, unsere Freunde, die Montagsflieger. “ „Ja, ich habe fast alle gesehen. Die sind länger geblieben als sie ursprünglich wollten. Es wurde zunehmend windstill und es war schön zu fliegen.“ „Und der Regen?“ „Keiner.“
„Dann hatten die ja wieder viel Spaß beim tradionellen Neujahrsfliegen.“ „Den hatten die. Und gut versorgt wurden sie auch. Ich durfte mir sogar von den bunten, leckeren Käsehäppchen und den Mettwürstchen nehmen.“ „Da habe ich wohl etwas verpasst Motte.“
„Ja, das hast Du. Was hast Du denn am Neujahrstag getrieben Rabe?“ „Mein Onkel Wilhelm hat mir aus seiner Kindheit erzählt, was er bei schlechtem Wetter immer so gespielt hat. Wir sind auf den Dachboden gegangen und haben ein paar verstaubte Kartons geholt und ins Wohnzimmer geschleppt. Tische und Stühle mussten beiseite geschoben werden.“ „Und dann?“
„Dann kam meine Mutter rein und bekam einen Anfall, denn sie hatte ihre Freundin Brigitte zum Neujahrskaffee eingeladen.“ „Mein Onkel Wilhelm meinte, sie könnten sich doch in die Küche setzen oder auf die Terrasse, wir haben fast 20 Grad.“ „Meine Mutter hat nur noch die Türe zugeknallt und gesagt: Prosit Neujahr Wilhelm!“
„Und die Kartons Rabe?“ „Die haben wir dann aufgeklappt und alles herausgeholt.“ „Was war denn drin?“ „Meisterwerke in Miniatur!“ „Modellflugzeuge?“ „Nein, die komplette Eisenbahn, Märklin, Wechselstrom mit einigen Loks, Wagen, Schienen, Weichen, Signalen und allem drum und dran. Die haben wir dann den ganzen Nachmittag im Wohnzimmer auf dem Boden aufgebaut, ich und mein Onkel Wilhelm.“ „Und Deine Mutter Rabe?“
„Weiß ich nicht, die hab ich nicht mehr gesehen. An der Haustüre hängt jetzt ein Schild: Vorsicht beim Überschreiten der Gleise. Die Schienen sollen im Wohnzimmer noch ein paar Tage liegen bleiben. Immerhin sind Schulferien. Wir reden nicht vom Wetter. Morgen gehe ich mit meinem Onkel Wilhelm in das Modelleisenbahngeschäft. Wir brauchen noch zwei Prellböcke für unser Bahnbetriebswerk direkt unter dem Sideboard. Nächste Woche verlegen wir noch eine eingleisige Nebenbahnstrecke zum Landbahnhof neben dem Schuhschrank im Flur. Den Gasthof mit dem Biergarten will mein Onkel Wilhelm auch dort aufstellen, direkt neben dem Kasten Bier, der da immer steht. Er meint, dass er dann dort auch seine Skatfreunde anständig begrüßen kann.“
„Rabe, ich glaube das werden schwere Tage für Deine Mutter.“
„Mein Onkel Wilhelm und ich verstehen uns. Wir haben jetzt ein eigenes Planungsbüro und Gleispläne an der Garderobe. Märklin Kataloge aus vielen Jahren haben wir auch schon durchgearbeitet und uns einen Film von Märklin angesehen.
Märklin – Berühmt und begehrt, 60 Jahre alt. Hier schau.“
„Rabe, wie die sprechen: Manfred, der Fachmann weiß das natürlich längst und es sieht gerade so aus, als ob auch das Fräulein Schwester höchst angetan wäre.“ „Na Motte, hättest Du nicht Lust?“