DB Museum Koblenz – Altbau-E-Loks

Am Sonntag in Koblenz drehte sich alles um große und kleine Legenden der Eisenbahngeschichte – und das dritte Video zur Veranstaltung widmet sich nun den ehrwürdigen Altbau-E-Loks. Schon beim Anblick der Maschinen spürt man, dass hier Technik aus einer anderen Zeit auflebt. Jede Baureihe erzählt ein Stück Entwicklungsgeschichte der elektrischen Traktion, von den ersten Gehversuchen bis zu den kraftvollen Arbeitspferden der Nachkriegszeit.

Gut geschützt im Lokschuppen des DB Museums steht die E16 03, eine Lokomotive, die noch aus den Anfängen der elektrischen Schnellzugtraktion stammt. Sie wurde 1926 von Krauss in München gebaut und war jahrzehntelang im süddeutschen Raum im Einsatz – vor allem auf den elektrifizierten Hauptstrecken Bayerns. Mit ihrer markanten Bauform, den großen Treibrädern und den Stangenantrieben wirkte sie fast wie eine Dampflok ohne Schornstein.

Ursprünglich als „bayerische EP 3/6“ in Dienst gestellt, erreichte die Lok eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, was zur damaligen Zeit für Schnellzüge mehr als ausreichend war.

Ihre robuste Konstruktion sorgte dafür, dass sie bis in die 1970er-Jahre im Dienst blieb, bevor sie schließlich ausgemustert wurde. Heute ist die E16 03 ein wertvolles Stück Eisenbahngeschichte, das in Koblenz gut behütet den Besuchern präsentiert wird.

Und da ist auch die E44, die ab den dreißiger Jahren das Bild der elektrifizierten Nebenbahnen prägte.

Mit ihrem markanten, kantigen Aufbau wirkte sie fast streng, doch sie war robust, zuverlässig und jahrzehntelang im Einsatz.

Ganz anders die E60: eine schwere Rangier-E-Lok, die trotz ihrer gedrungenen Form eine enorme Zugkraft entfaltete – perfekt für Bahnhöfe, in denen es kräftig zur Sache ging.

Die E69, klein und fast schon zierlich, hatte dagegen etwas von einem Exoten. Ursprünglich für Lokalbahnen in Bayern beschafft, versprühte sie auch in Koblenz ihren besonderen Charme – manch einer musste zweimal hinsehen, um zu glauben, dass diese Lok tatsächlich im harten Bahnbetrieb gestanden hatte. Noch exotischer mutete die E71 an, mit ihren geteilten Vorbauten und der filigranen Bauweise. Sie war eine der ersten Serien-Elektroloks in Deutschland und machte deutlich, wie weit der Weg zur Standardlok noch war.

Ein echtes Schwergewicht unter den gezeigten Maschinen war die E94, die nicht umsonst den Spitznamen „Deutsches Krokodil“ trägt. Mit ihren langen Vorbauten und der gewaltigen Leistung war sie jahrzehntelang die Königin der Güterzüge. Wer sie über die Drehscheibe rollen sah, bekam ein Gefühl davon, welche Macht einst in den Gebirgsstrecken Süddeutschlands und Österreichs von ihr ausging.

Ein besonderer Blickfang war die E118 003-3, die im DB Museum Koblenz in blauer Farbgebung erhalten ist. Diese Lok wurde 1935 von AEG und Krupp gebaut und war für Schnellzüge auf elektrifizierten Hauptstrecken bestimmt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h zählte sie zu den schnellsten Lokomotiven ihrer Zeit.

Die elegante Stromlinienform und die markante blaue Lackierung machten sie in Koblenz zu einem Star unter den Altbau-E-Loks.

Doch es gab noch eine weitere Rote, die an diesem Tag für Aufsehen sorgte: die E19 12, eine Schnellzuglok der Deutschen Reichsbahn. Diese Lok wurde 1939 von Siemens und Henschel gebaut und war eine der vier Maschinen der Baureihe E19, die zu ihrer Zeit die schnellsten Elektrolokomotiven der Welt waren. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und einer Dauerleistung von 3.460 kW setzte sie neue Maßstäbe in der elektrischen Traktion.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die E19 12 von der Deutschen Bundesbahn übernommen und als 119 012-3 weitergeführt. Sie war vor allem im Raum Nürnberg und auf der Strecke über den Frankenwald im Einsatz. In den 1950er Jahren wurde ihre Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h reduziert, und sie erhielt eine grün-schwarze Lackierung. Im Museumsbetrieb wurde die E19 12 zunächst im blauen Farbkleid restauriert und später in den roten Ursprungszustand zurückversetzt. Bis 2014 war sie im Verkehrsmuseum Nürnberg ausgestellt, wurde 2011 aus dem Museum entfernt und steht seit 2021 im DB Museum Koblenz.

Das Video fängt all diese Charakterköpfe ein. Wer genauer hinsieht, entdeckt nicht nur Lokomotiven, sondern ein Stück lebendige Technikgeschichte.

Und es bleibt spannend: Nach diesem Einblick in die Welt der Altbau-E-Loks folgen weitere Clips vom „Tag der Schiene“ in Koblenz – jeder mit seinem ganz eigenen Kapitel Eisenbahnfaszination.

Alle Videos Tag der Schiene 2025 im DB Museum Koblenz

DB Museum Koblenz – Köf 322 641-2 & E-Lok 110

Dieser zweite Beitrag vom Tag der Schiene im DB Museum Koblenz am 20., 21. September 2025 erzählt von einer kleinen Rangiergeschichte – und zeigt, wie viel Eisenbahnhistorie manchmal in einer einzigen Szene steckt.

Zuerst setzt sich „Roberta“, die unscheinbare Köf 322 641-2 in Bewegung. Sie wurde 1954 bei Gmeinder in Mosbach gebaut, ausgeliefert als Köf 6186 und später als 322 641-2 geführt. Jahrzehntelang arbeitete sie vor allem in Tübingen, stellte Züge zusammen, rangierte Wagen und brachte große Loks in Position. 1987 wurde sie ausgemustert, überlebte aber bei verschiedenen Einsatzstellen und gelangte schließlich ins DB Museum.

Im Film fährt sie von der Drehscheibe auf ein Abstellgleis, wo eine weit größere Maschine wartet: die E-Lok 110 152-6.

Diese Lok wurde 1956 als E 10 152 von Krauss-Maffei (mechanischer Teil) und Siemens-Schuckert (elektrischer Teil) gebaut. Über Jahrzehnte war sie im hochwertigen Reisezugdienst unverzichtbar, stationiert unter anderem in Offenburg, Heidelberg und Köln. 2009 wurde sie z-gestellt, seit 2014 ist sie als Museumslok in Koblenz erhalten – betreut vom Verein Baureihe E10 e.V.

Die Szene im Video hat Symbolkraft: Die kleine Köf kuppelt an die mächtige Schnellzuglok und zieht sie mit erstaunlicher Kraft zurück auf die Drehscheibe.

Zentimeter für Zentimeter rücken beide ins Zentrum, begleitet vom Klicken der Kameras und staunenden Blicken der Besucher.

Der „kleine Helfer“ bringt den „großen Star“ noch einmal ganz groß heraus – Eisenbahngeschichte zum Anfassen.

Und es lohnt sich, dranzubleiben: In nächster Zeit folgen weitere Videos aus Koblenz, die andere Lokomotiven, die Spur-1-Anlage und viele besondere Momente des Wochenendes festhalten. Ein digitaler Nachschlag für alle, die die Atmosphäre des Fests noch einmal erleben möchten.

Alle Videos Tag der Schiene 2025 im DB Museum Koblenz

DB Museum Koblenz – Tag der Schiene 2025

Am Wochenende, 20. und 21. September 2025, herrschte im DB Museum Koblenz Hochbetrieb. Zum „Tag der Schiene“ mit den Einheitslok- und Spur-1-Tagen strömten Hunderte Besucherinnen und Besucher ins Gelände. Zwischen Lokschuppen und Drehscheibe machte sich eine Mischung aus Technikbegeisterung und Nostalgie breit.

Besondere Aufmerksamkeit zogen die Paradefahrzeuge auf sich: der elegante VT 11.5, Sinnbild der TEE-Zeit, die kraftvolle E103, lange Zugpferd der InterCity-Ära, sowie die Einheitslokomotiven E10, E40, E41 und die schwere E50. Auch ehrwürdige Altbau-E-Loks waren zu sehen. Immer wieder rollten die Maschinen auf die Drehscheibe und wurden fotogen in Szene gesetzt.

„So nah bin ich der 103 seit meiner Kindheit nicht mehr gekommen“, sagte ein Besucher und schüttelte den Kopf, während er sein Handy für ein Foto zückte.

Drinnen, umgeben von Dampf- und E-Loks sowie Signalen und Stellwerktechnik aus vergangenen Zeiten, lockte die 45 Meter lange Spur-1-Anlage. Modellzüge rollten durch detailreich gestaltete Landschaften, auf langen Strecken und in Bahnhöfe hinein. Viele Besucher blieben lange davor stehen. „Die Liebe zum Detail ist einfach unglaublich“, meinte eine junge Frau, die mit ihrem Sohn die Miniaturzüge beobachtete.

Für eine Verschnaufpause bot sich das Museums-Bistro im originalen InterCity-Speisewagen an. Bei Kaffee und Kuchen fühlte sich mancher Gast fast wie auf einer echten Reise. Zwischen Holzvertäfelung und weißen Tischdecken fühlte man sich für einen Augenblick wie auf großer Fahrt. Ein Mann nahm die Hand seiner Frau, lächelte ihr zu und meinte: „Wenn’s gleich ruckelt, steigen wir in Koblenz aus.“

Wer danach noch Energie hatte, testete den Fahrsimulator LOCSIM, fuhr auf dem Führerstand einer E40 mit oder stieg in die Mitfahreisenbahn ein. Besonders die Kinder hatten große Freude, als sie auf schmaler Spur über das Gelände gezogen wurden.

Ein besonderes Highlight gibt es nun online: Im hier ersten YouTube-Video zur Veranstaltung steht die Einheitslok E10 348 im Mittelpunkt, eindrucksvoll auf der Drehscheibe präsentiert. In nächster Zeit folgen weitere Videos, die andere Loks, die Spur-1-Anlage und besondere Momente des Wochenendes zeigen.

Es lohnt sich also, dranzubleiben – für alle, die noch einmal in die Atmosphäre des Festes eintauchen möchten.

Der Tag der Schiene im DB Museum Koblenz verband Technikgeschichte mit Erlebnischarakter – und zeigte einmal mehr, dass die Faszination Eisenbahn Generationen zusammenbringt.

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