INTERMODELLBAU 2026 – Berlin – Basel – Mailand

Teil 5 – Eine Reise, die es nie gab – und doch stattfindet

Wer vom Modell des Anhalter Bahnhofs von Gebhard Reitz kommt, trägt noch dieses Gefühl in sich: Stille. Monument. Erinnerung. Und dann, nur wenige Schritte weiter – beginnt plötzlich Bewegung. Denn hier steht er wieder: der Anhalter Bahnhof. Aber diesmal ist er kein Denkmal. Er ist ein Ausgangspunkt.


Zwei Bahnhöfe, zwei Welten

Bei Reitz war der Bahnhof ein in sich ruhendes Kunstwerk – fast wie eingefroren in der Zeit. Ein Ort, an dem Geschichte stehen geblieben ist. Hier dagegen ist er eingebettet in ein größeres Ganzes. Teil einer Strecke. Teil einer Idee. Teil einer Reise. Denn auf der Anlage BBM 1936s – Berlin–Basel 1936 ist der Anhalter Bahnhof nicht das Ziel, sondern der Anfang von etwas, das sich über viele Meter, Ebenen und Gedanken hinweg entfaltet.



Ein Konzept wie ein Film

Das Projekt, begonnen im Jahr 2015, ist kein klassischer Anlagenbau. Es ist eher ein Drehbuch aus Gleisen. Die Idee: eine imaginäre Reise in den 1930er Jahren – vom Berliner Anhalter Bahnhof über Basel bis nach Mailand. Nicht streng historisch, nicht dogmatisch korrekt – sondern bewusst als Verdichtung einer Epoche gedacht. Eine Welt, die so hätte existieren können. Und vielleicht genau deshalb so glaubwürdig wirkt.


Die Anlage als Raum

13,7 Meter lang, 5,5 Meter breit – eine Galerie, die zur Bühne wird. Mehrere Ebenen, ineinander verschachtelt. Züge verschwinden, tauchen wieder auf, wechseln die Perspektive. Es ist kein Blick von außen – man steht mittendrin. Und doch zeigt die INTERMODELLBAU nur einen Ausschnitt dieser Welt. Nicht die gesamte Anlage ist nach Dortmund gekommen, sondern ein Teil davon – konzentriert, verdichtet, fast wie ein herausgelöster Moment. Im Mittelpunkt dieses Ausschnitts: das Südportal des Anhalter Bahnhofs.

Wie ein Bühnenbild steht sie da – monumental, detailliert, präzise. Und gleichzeitig offen genug, um den Blick dahinter zuzulassen: auf Gleise, auf Bewegung, auf das, was diese Anlage eigentlich erzählen will.

Der Anhalter Bahnhof selbst erscheint dabei als detailreiches Modell, eingebunden in Gleisfelder, Betriebsabläufe und architektonische Strukturen. Nicht isoliert, sondern lebendig – so, wie er einst war: ein Ort, an dem Züge im Minutentakt ankamen und abfuhren.


Zwischen Präzision und Poesie

Was diese Anlage besonders macht, ist nicht nur ihre Größe oder Technik.

Es ist die Konsequenz, mit der hier gedacht wurde:

  • Fahrzeuge aus der Epoche
  • Architektur der 1930er Jahre
  • Betriebsabläufe, die eine Geschichte erzählen

Und gleichzeitig: modernste Bauweisen, feinste Details, experimentelle Techniken – vom Gleisbau bis zum 3D-Druck, der selbst komplexe Strukturen des Bahnhofs sichtbar macht.


Bewegung als Erinnerung

Während man bei Reitz innehält, wird man hier weitergezogen. Ein Zug fährt ab. Ein anderer rollt ein. Licht verändert sich. Und plötzlich entsteht etwas, das über das Modell hinausgeht: ein Gefühl von Zeit. Nicht als Datum. Sondern als Bewegung.

Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen beiden Anlagen: Die eine sagt: So war es. Die andere fragt: Was wäre gewesen, wenn … Und beide zusammen erzählen mehr, als es jede für sich könnte.


BBM1930s Projekt – eine Reise durch die 1930er Jahre

Intermodellbau 2026 – Berlin Anhalter Bahnof

Teil 4 – Der verlorene Bahnhof – und seine Wiederkehr im Modell

Es gibt auf der INTERMODELLBAU Momente, da wird es plötzlich still. Nicht, weil weniger Menschen da wären – im Gegenteil. Sondern weil sie stehen bleiben. So ist es bei dem Modell des Anhalter Bahnhof, geschaffen von Goldschmiedemeister Gebhard Reitz. Kein blinkendes Spektakel. Kein hektisches Drehen, kein lautes Geräusch. Und doch zieht dieses Modell die Menschen an – fast ehrfürchtig.


Ein Bauwerk, das mehr war als ein Bahnhof

Der Anhalter Bahnhof war einst einer der bedeutendsten Orte Berlins – ein Tor zur Welt, ein Ausgangspunkt nach Süden, nach Wien, nach Rom. Seine gewaltige Halle, seine monumentale Fassade, das geschäftige Treiben von Reisenden – all das ist verschwunden. Zerstört, abgerissen, reduziert auf ein einziges Fragment aus Stein. Und doch lebt er weiter. Nicht nur in Archiven oder digitalen Rekonstruktionen, sondern in Miniatur – gebaut mit Händen, Geduld und einem fast unbeirrbaren Willen zur Erinnerung.


Ein Leben in einem Modell

Über 20 Jahre hat Gebhard Reitz an seinem Modell gearbeitet. Zwanzig Jahre – das ist keine Bauzeit mehr. Das ist eine Lebensphase. Man sieht es dem Modell an: Hier wurde nicht einfach etwas nachgebaut. Hier wurde etwas zurückgeholt. Die Proportionen stimmen, die Architektur atmet die Größe des Originals. Gleisfelder ziehen sich wie Linien einer verlorenen Zeit, Gebäude stehen in stiller Präzision. Und irgendwo dazwischen meint man fast, Bewegung zu sehen – obwohl nichts fährt.


Zwischen Geschichte und Gegenwart

Wer vor diesem Modell steht, sieht nicht nur einen Bahnhof. Er sieht Schichten von Zeit:

  • die Eleganz des 19. Jahrhunderts
  • das pulsierende Leben der 1920er
  • die Brüche der Geschichte
  • und schließlich die Leere danach

Der echte Bahnhof wurde nach dem Krieg schwer beschädigt und später abgetragen. Das Modell dagegen bleibt. Es widersetzt sich dem Vergessen.


Die besondere Kraft der Stille

Während an anderen Stellen der Messe Motoren surren und Lichter blinken, passiert hier etwas anderes: Die Menschen treten näher. Sie beugen sich leicht nach vorne. Sie sprechen leiser. Vielleicht, weil sie spüren, dass es hier nicht nur um Technik geht. Sondern um Erinnerung. Und vielleicht auch, weil dieses Modell etwas zeigt, das in unserer schnellen Zeit selten geworden ist: Geduld. Hingabe. Tiefe.


Ein letzter Gedanke

Man kann über eine Messe gehen, schauen, fotografieren, weitergehen. Oder man bleibt stehen – vor einem Modell wie diesem.

Modellbau kann mehr sein als ein Hobby: eine Form, Geschichte festzuhalten.

Nicht laut. Nicht aufdringlich. Sondern in aller Stille.

Intermodellbau 2026 – Faszinierende Kirmesmodelle

Teil 3 – Blinkende Lichter, drehende Welten – die Faszination der Kirmesmodelle

Mitten im Trubel der Hallen, zwischen Eisenbahnen, Flugshows und Hightech-Modellen, gibt es einen Bereich, der sofort auffällt – nicht durch Größe, sondern durch Wirkung: Kirmesmodelle. Schon von weitem zieht ein Flackern die Blicke an. Lichterketten blinken, Gondeln schwingen, ein Riesenrad dreht ruhig seine Runden. Dazu erklingen typische Jahrmarktsounds – und plötzlich steht man nicht mehr in einer Messehalle, sondern irgendwo zwischen Crêpes-Stand und Autoscooter. Dass solche Szenen auf der INTERMODELLBAU 2026 ihren Platz haben, ist kein Zufall: Die Messe lebt von der ganzen Bandbreite des Modellbaus – von klassischen Anlagen bis zu spektakulären Schauwelten, die Emotionen wecken und Geschichten erzählen.


Jahrmarkt im Maßstab – aber mit echtem Leben

Kirmesmodelle sind mehr als nur Miniaturen. Sie sind komplette Erlebniswelten im Kleinformat.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert Ralphs Showmodels. Hier wird nicht einfach ein Fahrgeschäft nachgebaut – hier entsteht ein ganzes Ensemble:

  • Fahrgeschäfte mit Licht- und Soundeffekten
  • originalgetreue Fassaden und Dekorationen
  • Transportfahrzeuge, Wohnwagen und Schausteller-Details

Alles ist darauf ausgelegt, beweglich und vorführbar zu sein – ganz wie im echten Schaustellerbetrieb. Das Ergebnis: Modelle, die nicht nur aussehen wie ihre großen Vorbilder, sondern sich auch so anfühlen. Wenn sich ein Breakdancer mit 16 Gondeln dreht oder das Riesenrad CASSANDRA langsam anläuft, entsteht genau dieser Moment, den man vom echten Rummel kennt.

Und mehr noch: Als Besucher kann man sich fast dabei ertappen, im Kopf mitzulaufen – im Takt der Musik von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft über den Jahrmarkt zu schlendern. Es fehlt eigentlich nur noch eines, um die Illusion perfekt zu machen: der typische Geruch von Backfisch, gerösteten Mandeln und frischer Zuckerwatte.


Technik trifft Nostalgie – und ein bisschen Wahnsinn

Besonders beeindruckend sind die Dimensionen, die selbst im Modell erreicht werden. So gibt es beispielsweise ein transportables Modellriesenrad im Maßstab 1:32 mit über zwei Metern Höhe und dutzenden Gondeln – inklusive kompletter Logistik für Auf- und Abbau.

Was hier betrieben wird, ist Modellbau an der Grenze zur Inszenierung:

  • Elektronik für Lichtprogramme
  • Motoren für realistische Bewegungsabläufe
  • Soundsysteme für die typische Kirmes-Atmosphäre

Und natürlich: unzählige Stunden Handarbeit.


Warum gerade Kirmesmodelle die Besucher magisch anziehen

Während viele Modelle bewundert werden, werden Kirmesmodelle erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass jeder eine eigene Erinnerung mitbringt: den ersten Autoscooter, die Fahrt im Riesenrad, der Kuss in der Raupe, das Gedränge auf dem Jahrmarkt. Diese Modelle sprechen nicht nur den Verstand an, sondern direkt das Gefühl.

Genau deshalb gehören sie zu den Bereichen, in denen sich die Besucher besonders lange aufhalten – oft mit einem Lächeln, manchmal einfach nur staunend. Und ganz nebenbei zeigen sie, was Modellbau ausmacht: Nicht nur Präzision und Technik, sondern Atmosphäre.


Ein Seitenhieb – mit Zuckerwatte-Geschmack

Es ist schon ein merkwürdiger Kontrast: Da stehen Menschen minutenlang vor einem Mini-Riesenrad, beobachten jede Bewegung, jedes Licht – und kommen miteinander ins Gespräch. Fremde erklären sich gegenseitig Details, lachen, erinnern sich. Und draußen? Da wird der echte Jahrmarkt oft nur noch durchgescrollt: Eventkalender auf dem Smartphone, schnell ein Foto, weiter zum nächsten Programmpunkt. Hier drin dagegen nimmt man sich Zeit. Für ein Modell. Für ein Gespräch. Für einen Moment. Vielleicht ist das die eigentliche Stärke dieser kleinen Kirmeswelten: Sie zeigen, wie viel mehr ein Erlebnis wird, wenn es nicht nur konsumiert, sondern geteilt wird.

Website Ralphs Showmodels