Zeitenwende – Hinter dem Mond

Otto erinnert sich genau an den Moment in seinem Traum, als er die Umlaufbahn des Mondes erreicht. Mit einem Grinsen entschließt er sich, mal hinter den Mond zu schauen und ihn zu umrunden.

Er lenkt sein fliegendes Fahrrad geschickt durch den Weltraum und nähert sich der dunklen, unbekannten Seite des Mondes. Dabei durchfliegt er den Nebel des Bösen, der Gier, der Macht, der Drohungen, der hohlen Worte, der Phrasen und nicht erfüllten Versprechen. Der Nebel ist dicht und unheimlich; Otto bleibt unbeirrt. Während er durch den Nebel gleitet, hört er das Gebrülle von „Zeitenwende“, „Verteidigungstüchtigkeit“, „Kriegstüchtigkeit“ und „Geil“. Es ist ohrenbetäubend. Aber Otto weiß, dass es nur Lärm ist. Er tritt fest in die Pedale, bis der Lärm leiser und leiser wird und schließlich hinter dem Mond endgültig verstummt.

Als Otto die Rückseite des Mondes erreicht, sieht er Erstaunliches: einen Ort der Ruhe und des Friedens. Ein sanftes, diffuses Licht erfüllt den Raum.

„Hier ist sie tatsächlich, die Zeitenwende: Frieden auf Erden“, flüstert er ehrfürchtig und denkt an den berühmten Bibelvers aus Lukas 2, 14. Die Worte scheinen sich in die Stille der Mondlandschaft einzufügen, als ob sie schon immer dorthin gehört hätten und Otto schreit: „Jeder kann ein bisschen Frieden in die Welt bringen, wenn er nur mutig genug ist, hinter den Mond zu schauen.“

Den Frieden gewinnen: Die Gewalt verlernen von Heribert Prantl (Autor), Heyne Verlag, 17. April 2024, ISBN 978-3453218703

„Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten
Alle reden vom Krieg, vom Frieden reden zu wenige: Die weißen Tauben sind müde. Heribert Prantl begründet, warum wir eine neue Friedensbewegung, eine neue Entspannungspolitik und keinen dritten Weltkrieg brauchen – es wäre der letzte. Und er denkt darüber nach, wie die Zähmung der Gewalt, wie Entfeindung gelingen kann, wie wir Frieden lernen.
Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine Kultur des Friedens – in dem Bewusstsein, dass der Weg zum Frieden kein Sommerspaziergang ist, sondern ein Höllenritt sein kann.“ (Text Klappendeckel)

Heribert Prantl, Jahrgang 1953, Dr. jur., gelernter Richter und Staatsanwalt, ist Autor und Kolumnist der Süddeutschen Zeitung, war Mitglied der Chefredaktion und 25 Jahre lang Leiter der innenpolitischen Redaktion und der Meinungsredaktion. Er wurde unter anderem mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Kurt-Tucholsky-Preis, dem Erich-Fromm-Preis, dem Theodor-Wolff-Preis und dem Brüder-Grimm-Preis ausgezeichnet. Heribert Prantl ist Honorarprofessor an der juristischen Fakultät der Universität Bielefeld.

Montagsflieger-Fan aus Düsseldorf

Heute hat uns vollkommen überraschend, aber gerne gesehen ein Montagsflieger-Fan aus Düsseldorf besucht. Die Videos unserer Flugabenteuer haben ihn angelockt. Er ist selbst leidenschaftlicher Modellflieger und war früher Mitglied im Modellflugverein in Büderich, Düsseldorf. Ist die Welt nicht klein? Auch unser Montagsflieger Udo war in jungen Jahren dort Vereinsmitglied.

Udo besitzt noch immer ein Modellflugzeug mit dem Logo des Vereins in Büderich, den Luftsportfreunden TURA-Büderich e.V. (http://mfc-buederich.de/). Heute zeigte er uns stolz seinen Oldtimerglider Kurwi 68, ein interessantes Stück Modellfluggeschichte.

Wir freuen uns immer wieder, solche Verbindungen zu entdecken und gemeinsam die Begeisterung für den Modellflug zu teilen.

Die Frage „Wer ist das?“ hat sich inzwischen geklärt: Oldtimer Segler Kurwi 68 – nunmehr 50 Jahre alt – ca. 4.000 mm Spannweite

Die Aufnahmen wurden im Juni 2019 gemacht.

Ausflug zum Mond

Heute ist der 21. Juni 2024, Sommeranfang, zunehmender Mond, erstes Viertel. Die Tage werden wieder kürzer, das wechselhafte Wetter macht sich weiterhin breit. Otto erwacht aus einem tiefen Schlaf. Er reibt sich die Augen und erinnert sich an den lebhaften Traum, den er gehabt hat.

In diesem Traum war er mit seinem fliegenden Fahrrad aus seiner Tüftlerwerkstatt auf dem Planeten Erde zu einer kurzen Reise zum Mond aufgebrochen. Der Start war perfekt verlaufen.

Otto war mühelos durch die Atmosphäre geflogen und hatte sich bald im leeren, schwarzen Weltraum wiedergefunden. Die Sterne funkelten um ihn herum, und die Erde wurde immer kleiner hinter ihm. Doch Otto war aufgeregt und voller Vorfreude, den Mond zu erreichen.

Nach einer kurzen, aber intensiven Reise war er dem Trabanten der Erde sehr nah gekommen. Otto sah die graue, zerklüftete Oberfläche des Mondes unter sich und konnte die Spuren früherer Missionen erkennen. Er fühlte sich wie ein echter Pionier. Und dann erlebte er etwas Magisches. In der Ferne begann die Erde am Mondhorizont aufzutauchen.

Langsam und majestätisch erhob sich der blaue Planet, während Otto fasziniert zusah. Das Phänomen, bekannt als Earth Rise, raubte ihm den Atem. Die Schönheit und Fragilität der Erde, umgeben von der tiefen Schwärze des Weltraums, war ein Anblick, den er nie vergessen würde.

Otto setzt sich im Bett auf und lächelt. Auch wenn es nur ein Traum gewesen war, hat er das Gefühl, dass es eine Vision seiner zukünftigen Abenteuer sein könnte. Er springt aus dem Bett, bereit, den neuen Tag zu beginnen und seine Träume in die Realität umzusetzen.

Otto – Der große Tag rückt näher

Der große Tag rückte näher, an dem Otto seine fliegende Erfindung starten und weit in andere Welten reisen will. Mit der Energie eines Verrückten und seiner Detailverliebtheit macht er sich daran, das Cockpit seines fliegenden Fahrrads auszubauen.

Der Cockpiteinstieg ist mit weichem Leder gepolstert, sodass Otto sich wie ein König fühlt, wenn er in den etwas spartanischen Pilotensitz sinkt. „Nicht der Komfort ist wichtig, sondern die Funktionalität“, sagt er sich selbst, während er das Leder glättet und die letzten Polsternägel einschlägt. Der Lenker ist nun nicht mehr nur ein simpler Fahrradlenker. Durch Ziehen, Drücken und Drehen kann Otto die Ruder, das Höhen- und das Seitenruder steuern. „Ein wahrer Pilot braucht eine präzise Steuerung“, murmelt er und testet jede Bewegung, bis sie perfekt ist. Der Lenker ist wie ein Multifunktionswerkzeug, das Otto mit einem breiten Grinsen „Das Steuerwunder“ nennt.

Für die Reise durch das dunkle All hat Otto das Fahrrad mit Positionslampen an den Flügeln ausgestattet. „Nicht, dass ich auf der Milchstraße ein Alien überfahre“, witzelt er und schraubt die letzte Birne fest. Nach vorne strahlt ein kräftiger Scheinwerfer, der hell genug ist, um in die Tiefe des Raums zu dringen.

Alles ist getestet und funktioniert einwandfrei. Otto fühlt sich bereit für das Abenteuer seines Lebens. Doch wie das Schicksal es will, taucht just in diesem Moment seine Nachbarin Gertrud auf. Mit ihren stechenden Adleraugen hat sie Ottos verrückte Basteleien stets im Blick.

„Otto, was treiben Sie da schon wieder?“, fragt sie skeptisch, während sie ihre Brille zurechtrückt. „Gertrud, ich bereite mich auf eine intergalaktische Reise vor“, antwortet Otto mit einem Lächeln. „Intergalaktisch? Sie sollten lieber mal Ihren Rasen mähen.“ Otto lacht. „Keine Sorge, Getrud. Wenn ich vom Saturn zurückkomme, wird der Rasen wie von Zauberhand gemäht sein.“