25 Jahre Microsoft Train Simulator

Eine Reise in die digitale Eisenbahngeschichte – In diesen Tagen feiert der Microsoft Train Simulator (MSTS) seinen 25. Geburtstag. Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit Microsoft im Jahr 2001 eine Eisenbahnsimulation veröffentlichte, die für viele zur Leidenschaft, für manche sogar zum Lebensgefühl wurde. Heute ist es ruhig geworden um den MSTS. Unter modernen Windows-Standards wie Windows 11 ist er nur noch über Umwege lauffähig – und doch lebt er weiter. Denn der Microsoft Train Simulator war nie nur ein Produkt. Er war vor allem eine Plattform für Kreativität und Gemeinschaft.


Eine lebendige Freeware-Szene

Untrennbar mit dem MSTS verbunden ist eine Gruppe von begeisterten Entwicklern, die in unzähligen Stunden kostenlose Add-ons erschufen. Lokomotiven, Wagen, Strecken, Signale und Aufgaben entstanden nicht im Auftrag eines Studios, sondern aus reiner Begeisterung für die Eisenbahn. Namen wie BeeKay aus Murnau, Blackman aus Berlin, Wespe aus Mülheim an der Ruhr oder GeDi aus Brühl, stehen stellvertretend für diese Szene. Später kamen viele weitere hinzu. Man konstruierte, programmierte, diskutierte in Foren, tauschte Erfahrungen aus, traf sich persönlich – und ließ so eine der aktivsten Freeware-Communities der frühen Simulationsjahre entstehen.

Das Ergebnis: Eine beeindruckende Sammlung an Inhalten, die bis heute im Internet zu finden ist und den MSTS auch 25 Jahre später noch erlebbar macht.


Eine virtuelle Fahrt am Rhein

Zum Jubiläum unternehmen wir eine ganz besondere Fahrt mit Addons der o.g. Gruppe: Mit der DB E32 27 und mehreren Hechtwagen geht es von Andernach über die linke Rheintalstrecke nach Remagen. Die eingesetzten Fahrzeuge sind selbst ein Symbol für die Zusammenarbeit der damaligen Gruppe. Jedes Detail erzählt von Teamarbeit, Fachwissen und dem Anspruch, historische Eisenbahn so realistisch wie möglich in die virtuelle Welt zu übertragen.


DB E32 27
3D-Konstruktion: GeDi
Führerstand: Blackman
Sound: Wespe

Hechtwagen
Konstruktion: Mad Mike


Ein stilles Jubiläum – und ein bleibendes Erbe

Auch wenn der Microsoft Train Simulator heute technisch überholt wirkt und im Schatten moderner Simulationen steht, bleibt sein Einfluss unvergessen. Für viele war er der Einstieg in die Welt der Eisenbahnsimulation – und für manche sogar der Beginn einer späteren beruflichen Laufbahn in 3D-Design, Programmierung oder Technik.

25 Jahre MSTS sind vor allem eines: eine Erinnerung an eine Zeit, in der Enthusiasmus, Gemeinschaft und Kreativität wichtiger waren als Hochglanzgrafik oder Verkaufszahlen. Und solange diese Add-ons noch gefahren werden, ist der Microsoft Train Simulator nicht verschwunden – sondern lebt weiter, Schiene für Schiene, Kilometer für Kilometer.

… und die Reise geht weiter

Auch nach 25 Jahren gilt: Der Microsoft Train Simulator rollt noch lange weiter. Dank engagierter Community, gepflegter Inhalte und moderner Nachfolger wie OpenRails bleibt die virtuelle Eisenbahn lebendig – gestern, heute und morgen. Wer einmal eingestiegen ist, steigt so schnell nicht wieder aus. Wer tiefer eintauchen möchte, findet Foren, Hintergrundwissen und eine große Auswahl an kostenlosen Freeware-Downloads rund um MSTS und OpenRails auf diesen Websites:

  • the-train.de – Forum, Downloads und Community rund um den MSTS und OpenRails
    👉 https://the-train.de/
  • TSSF.eu – Technik, Strecken, Fahrzeuge und Freeware für MSTS/OpenRails
    👉 https://tssf.eu/

Die DB E32 27 inklusive Führerstand und Sound steht hier zum Jubiläum wieder als kostenloses Freeware-Addon für MSTS und OpenRails zum Download bereit.

Der Zug fährt weiter – und die Community hält ihn in Bewegung.

5 Downloads

Längere Wege für Irgendwo

In diesen Tagen liegt über Irgendwo ein Hauch von Aufbruch. Zwischen Werkbank und Gleisplan reift ein Gedanke, noch leise, aber voller Richtung: Eine Erweiterung des Bahnbetriebs scheint möglich.

Die Strecke könnte wachsen. Auf 300 Prozent, im Maßstab 1:87 (H0), auf eine Länge von 3600 Millimetern. Ein weiter Weg, gemessen in Modellbahnmaßen – genug Raum für längere Fahrten, für Atempausen zwischen den Haltepunkten, für das Gefühl, unterwegs zu sein. Der Betrieb auf der Regelspur ebenso wie auf der Schmalspurbahn würde neue Wege bekommen, neue Abläufe, neue Geschichten.

Bevor jedoch Holz gesägt und Gleise verlegt werden, entsteht Irgendwo ein zweites Mal – virtuell. Mit der Planungs- und Simulationssoftware 3D-Modellbahn Studio1) verschaffen wir uns einen ersten Eindruck. Auf einer Ebene von 3600 × 500 Millimetern wachsen Linien, Bögen und Weichen. Gleise legen sich vorsichtig aneinander, als wollten sie prüfen, ob sie hier bleiben dürfen. Besonders die Schmalspurbahn bekommt in dieser Simulation Leben eingehaucht. Ein automatisierter Pendelbetrieb ist eingerichtet:

Eine Dampflok der Baureihe 99 Mallet zieht drei Personenwagen gemächlich hin und her. Sie folgt der Strecke entlang der Wand, immer wieder, ruhig und zuverlässig. So entsteht ein Gefühl für den Rhythmus der Bahn, für die Länge des Weges und für das Zusammenspiel von Raum und Bewegung.

Der voll automatisierte Pendelbetrieb der Dampflok ist in der Software über zwei Bremskontakte realisiert, die sich jeweils am Ende der eingleisigen Strecke als Umkehrpunkte befinden und mit Signalschaltern verbunden sind. Erreicht die Lok einen dieser Kontakte, werden definierte Ereignisse ausgelöst: das Umschalten der Fahrtrichtung, Zeitverzögerungen, das Setzen von Freier Fahrt sowie der Halt am Streckenende. So entsteht der automatisierte, betriebssichere Pendelverkehr im Hintergrund der Anlage, während auf den Normalgleisen mauell gesteuerter Betrieb ablaufen könnte.

Noch ist alles Planung. Aber wer genau hinschaut, sieht schon Züge fahren. Und weiß: In Irgendwo beginnt der Tag mit einer Idee – und einer Lok, die einfach losfährt.

1) https://www.3d-modellbahn.de/

3D-Modellbahn Studio

Einblicke in Plaung und Gestaltung der eigenen virtuellen Modellbahnwelt „Irgendwo“ mit dem PC und der Software „3D-Modellbahn Studio“ 1) werden hier immer wieder mal gegeben.

Heute schauen wir auf eine 3600 x 500 mm große Grundplatte, auf der sich Gleise in den Spurweiten H0 und H0e (Roco) breit machen.

Sehen wir uns zunächst den Wismarer Schienenbus, auch „Schweineschnäuzchen“ genannt, auf seiner Fahrt vom Bahnhof Budenheim an den rechten Rand seiner kleinen Welt an.

1) https://www.3d-modellbahn.de