EP5 21534 – Ein Juwel der elektrischen Altbauära

Auf den Schienen der Vergangenheit rollt sie wie ein Gedicht aus Stahl und Kupfer: die EP5 21534. Schon ihr markanter Kastenbau, geprägt von kantigen Linien und robusten Flächen, erzählt Geschichten von einer Zeit, in der elektrische Lokomotiven noch Handwerkskunst und Ingenieursgeist in jedem Bolzen trugen. Für MSTS erwacht sie zum Leben – mit jedem Klick auf den Fahrhebel, bei jedem Licht, das durch die Fenster ihres Führerstands bricht.

E 52 34 (Bochum-Dahlhausen)

Das Original dieser legendären Lokomotive ist heute im DB Museum Nürnberg als historisches Ausstellungsstück zu sehen und lässt dort die Ära der frühen elektrischen Traktion in Deutschland lebendig werden.

Die EP5 wurde 1925 gebaut, als schwere Personenzüge auf den elektrifizierten Strecken Bayerns neue Kraft benötigten. Sie entstand aus dem Bedürfnis der Bayerischen Eisenbahn, auch auf steilen, kurvigen Bergstrecken Züge sicher und kraftvoll zu bewegen – eine Maschine, die Leistung und Eleganz vereinte. Ursprünglich von der Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichsbahn in Auftrag gegeben, erhielt sie bald Kultstatus und den liebevollen Spitznamen „Jumbo“. Die 21534 legte zwischen ihrem Dienstantritt 1925 und dem Ruhestand 1968 rund 1,7 Millionen Kilometer zurück – ein stolzes Lebenswerk auf Schienen.1)

Technische Daten des Originals:

  • Baujahr: 1925
  • Achsformel: 2′B B2′
  • Länge über Puffer: 17.210 mm
  • Dienstgewicht: ca. 140 t
  • Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
  • Leistung: ca. 2.200 kW (2.991 PS)
  • Bremsen: Druckluftbremse
  • Zugsicherung: Sifa (Totmann)

Für den MSTS-Fahrer wird die EP5 21534 zu einer Reise durch Zeit und Raum: Das sanfte Brummen der Motoren, das rhythmische Rollen über Schienen, das gedämpfte Knistern der Stromabnehmer auf der Oberleitung – all das verbindet Simulation und Historie in einem digitalen Abenteuer.

Diese Maschine ist mehr als nur eine Lokomotive. Sie ist ein fließendes Stück Geschichte, das auf den Gleisen von gestern auch die Züge von morgen zieht. Wer sie einmal in MSTS steuert, spürt den Pulsschlag der elektrischen Bahnen der ersten großen Epoche der elektrischen Traktion – mechanisch, elektrisch und poetisch zugleich.

Der Nachbau in 3D für MSTS wird hier für nicht-kommerzielle Zwecke zum kostenlosen Download als Relaunch in der Version 1.1 angeboten. Er enthält einen eigenen Führerstand von Manfred Kobstaedt (alias Trackman) und Sounddateien von Werner Spieker (alias Wespe). Für den kompletten Sound sollte die Acela des MSTS installiert sein. In dieser überarbeiteten Version 1.1 sind im Vergleich zur Version 1.0, die vor mehr als zwanzig Jahren veröffentlicht wurde, die ENG‑ und SMS‑Dateien für Steuerung und Sound der Lokomotive deutlich verbessert worden, was Fahrgefühl und Sound weiter verfeinern.

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1) https://de.wikipedia.org/wiki/DR-Baureihe_E_52

Auf den Spuren von Geschichte und Frieden

Es ist kalt in Deutschland. Wenn der Winter den Rhein umhüllt und der Himmel schwer und grau über der Landschaft liegt, beginnt eine besondere Fahrt. Wir begleiten einen Sonderzug, eine Preußische P8 mit „Hechten“, die sich von Andernach aufmachen, die linke Rheinstrecke entlang Richtung Norden.

Leise knirscht der Schnee unter den Rädern, graues Licht spiegelt sich in der Oberfläche des Rheins. Die kahlen Bäume am Ufer ziehen vorbei, der Fluss fließt still und dunkel.

Alles wirkt gedämpft – die Farben, die Geräusche, die Zeit selbst scheint langsamer zu werden. Hinter Sinzig löst sich der Zug aus der gewohnten Linie, sucht das unbekannte Terrain am Fluss und trägt den Reisenden in eine Landschaft voller Ruhe, Geschichte und vergänglicher Schönheit bis zur Brücke von Remagen.

Die Brücke von Remagen spielte im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle: Im März 1945 gelang es den Alliierten, die intakte Brücke einzunehmen und damit eine wichtige Rheinüberquerung zu sichern – ein strategischer Moment, der den Kriegsverlauf in dieser Region maßgeblich beeinflusste. Nur wenige Tage später stürzte die Brücke infolge von Sprengungen und Kriegsschäden ein, und viele Soldaten verloren dabei ihr Leben. Heute steht nur noch der linksrheinische Brückenkopf, der als Friedensmuseum an die Ereignisse erinnert und Besucher einlädt, über Krieg, Frieden und Geschichte nachzudenken, was heute mehr als nötig ist.

Die Preußische P 8 – DR BR 38 1182 ist ein Must-Have-Addon für jeden Fan klassischer Bahn-Simulationen MSTS / OpenRails.

Kostenlos, detailreich und mit liebevollen Extras wie Führerstand und Sound ausgestattet – ideal für realistische Dampf-Fahrten in MSTS oder OpenRails.

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Das vergessene Netz der Rhein-Sieg-Eisenbahn

Das vergessene Netz der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) – Eine Reise durch Zeit und Stahl

Stell dir vor: Ein stilles Tal im Rheinland, wo die Sonne durch das dichte Laub der Bäume bricht und goldene Lichtstreifen auf rostige Schienen wirft. Die Gleise liegen da, überwachsen, wie aus einem Traum der Vergangenheit. Doch diese stillen Linien erzählen Geschichten – von Menschen, Maschinen und Orten, die durch die Rhein‑Sieg‑Eisenbahn (RSE) miteinander verbunden waren.

Es beginnt im Jahr 1862. Eine schmale Bahn, gezogen von Pferden, schlängelt sich durch das Bröltal zwischen Hennef (Sieg) und Schönenberg. Niemand ahnt damals, dass dies der erste Schritt einer Schmalspurbahn ist, die bald Menschen, Waren und Ideen durch die Täler transportieren wird. Ein Jahr später übernehmen Dampflokomotiven das Ruder, und der Klang von dampfenden Kesseln mischt sich mit dem Gesang der Vögel. Die Bahn erreicht Ruppichteroth und schließlich Waldbröl, bringt Stein aus den Brüchen, Post, Handel – und die Menschen näher zusammen.

In den 1870er und 1880er Jahren wächst das Netz. Es verbindet Asbach im Westerwald, erschließt das Hanftal und erreicht sogar Beuel am Rhein. Die Strecke Hennef–Asbach, bekannt als Hanftalbahn, wird zum Symbol für Industrie und Mobilität. Menschen steigen ein und aus, Züge rütteln über Brücken, die Landschaft pulsiert mit jeder Fahrt. Die Bahn ist längst mehr als Stahl und Holz – sie ist Lebensader, Begegnungsort, Herzstück der Region.

Mit der Gründung der Rhein‑Sieg‑Eisenbahn Aktiengesellschaft 1921 erreicht das Netz seinen Höhepunkt. Über 87 Kilometer erstrecken sich die Schienen, ein lebendiges Geflecht aus Gleisen, Weichen, Brücken und Bahnhöfen. Doch die Straße kündigt schon ihren Anspruch an: Omnibusse konkurrieren, Flexibilität lockt, der Wandel naht.

Die 1950er Jahre bringen das erste große Schweigen. Personenverkehr wird reduziert, einzelne Linien stillgelegt. Wer einst täglich mit dem Zug nach Hennef oder Waldbröl fuhr, weicht nun dem Bus oder Auto. 1967 verstummen auch die letzten Güterzüge. Die Schienen sind da, doch ihre Stimmen verhallen in der Stille der Natur. Gleise verschwinden unter Gras, Bahnhöfe werden zu Ruinen.

Und dennoch: Das Video „Das vergessene Netz der Rhein‑Sieg‑Eisenbahn“ lässt diese Welt wieder erwachen. Kamerafahrten über Brücken, entlang alter Gleise, zeigen uns die Vergangenheit, die sich ins Heute schleicht. Wir hören die Geräusche nicht mehr – doch wir spüren sie: das Rattern der Räder, das Zischen der Dampfloks, das Lachen der Pendler.

Jede Trasse hat ihre eigene Geschichte:

  • Hennef–Schönenberg: der Anfang, wo Pferdestärken und Dampf Lokomotiven die ersten Schritte der Region begleiteten.
  • Hennef–Waldbröl: das Herzstück des industriellen Transports, Güter und Menschen auf engstem Raum vereint.
  • Hennef–Asbach (Hanftalbahn): die Verbindung ins Westerwald, heute still, einst pulsierendes Leben.
  • Heisterbacher Talbahn: ein kleiner Zweig, der von 750 mm Spurweite und industriellen Transporten zeugt.

Diese Strecken, einst lebendig, sind heute Relikte – doch sie flüstern uns von der Vergangenheit zu. Bahnhofsgebäude, Brückenreste, alte Schwellen – alles Zeugen eines Lebens, das einmal pulsierte. Lokomotiven, Triebwagen, aufbewahrt in Museen wie dem RSE‑Museum Asbach1), lassen die Geschichte greifbar werden.

Doch die RSE lebt weiter – in moderner Form, als Infrastrukturunternehmen, das noch immer Strecken betreut und historische Werte bewahrt. Die Bahn ist nicht verschwunden, sie hat sich verwandelt: aus pulsierendem Verkehr wurde Erinnerung, aus Stahl wurde Geschichte, aus Bewegung wurde Poesie.

Am Ende dieser Zeitreise wird klar: Die Rhein‑Sieg‑Eisenbahn war nicht nur ein Netzwerk aus Schienen. Sie war das Geflecht, das Menschen verband, Träume trug und Landschaften prägte. Die Gleise mögen überwachsen sein, die Züge mögen verstummen – doch wer hinsieht, der hört sie noch:

Die Geschichte, die niemals ganz verschwindet.

1) https://museum-asbach.de/