Rabe – die haben das Handtuch geworfen – Gespräch unter Freunden
Ein Gespräch unter Freunden #10
„Du, Rabe. Ich habe meinen Vater belauscht, als der gestern telefonierte. Die zwei haben doch das Handtuch geworfen, hat der am Telefon gesagt.“
„Interessiert sich Dein Vater jetzt für Boxsport, mein Kleiner? Das wird meiner Mutter und ihrer Freundin Brigitte nicht gefallen, Motte!“ „Wie kommst Du denn darauf Rabe?“
„Sag mal Rabe, was meint mein Vater damit, wenn er sagt: Die zwei haben das Handtuch geworfen?“
„Motte, das ist eine Redewendung aus dem Boxsport. Dein Vater meint damit, dass die ausgestiegen sind, freiwillig aufgegeben, resigniert, kalte Füße bekommen haben.“ „Ja aber warum denn Rabe?“ Weil man das Handtuch wirft, wenn man nicht für den Spaß anderer seinen Kopf bis zum Umfallen hinhalten will. Eben wie im Boxring.“
„Aber das ist doch vernünftig Rabe, oder?“ „Das stimmt Kleiner, Du lernst schnell für Dein Alter, schneller als mancher Erwachsene.“ „Dann bin ich bald so schlau wie Du Rabe?“ „Das ist zu befürchten Motte.“
Rabe, ob das mit dem Wetter noch etwas wird? Gummibärchen – wo und wie sie gemacht werden.
Ein Gespräch unter Freunden #9
„Du Rabe. Ob das mit dem Wetter noch etwas wird?“ Ich weiß nicht Motte. Es soll ja in den nächsten Tagen noch schlechter werden.“ „Das ist fürchterlich.“ „Da müssen wir durch, sagt doch Dein Vater, der Schlaumeier immer.“
„Aber Rabe, wir sollten nicht immer nur unter dem Schirm Deiner Mutter uns die Zeit vertreiben. Das ist langweilig.“ „Da gebe ich Dir Recht Motte. Viele Möglichkeiten haben wir tatsächlich nicht, unter dem Schirm neue Abenteuer zu erleben.“
„Und meine Ausbildung zum Testpiloten bei den Montagsfliegern wird unter dem Schirm auch nicht stattfinden, Rabe.“
„Du, Rabe? Ich habe noch einmal im Hof bei Monis Höfbäckerei durch das kleinste Fenster gespinkst. Die macht jetzt auch Mohnstreusel und Käsekuchen. An dem Mohnstreusel habe ich mir eine kleine Ecke abgebrochen, als ein Teller am offenen Fenster abgestellt war.
Ich musste mich etwas strecken, aber ich sage Dir eins: lecker, lecker, lecker! Ein Stückchen Käsekuchen stand weiter weg, da kam ich leider nicht dran. Den guten Duft habe ich noch in der Nase.
Der Mann von der Moni baut jetzt auch einen Jet. Der von dem anderen, der da in dem Holzschuppen liegt, der gefällt ihm wohl.“ „Und von welchem Jet ist jetzt die Rede Motte, wenn ich fragen darf?“ „Eine F-18 habe ich gehört. Ob ich die auch testen soll, wenn die mich bei den Montagsfliegern zum Testpiloten ausbilden?“
„Das wird wahrscheinlich noch eine Zeit dauern Motte. Hast Du eigentlich noch ein paar Gummibärchen?“ „Nein Rabe!“ „Dann müssen wir heute hungern. Kein Kuchen, keine Gummibärchen, nur Regen und Wind, kein Modellflug mit den Montagsfliegern.“
„Rabe, mein Vater hat mir erzählt, wie man Gummibärchen auch selber machen kann. Was hälst Du davon?“ „Das hört sich gut an. Meine Mutter ist heute den ganzen Nachmittag bei ihrer Freundin Brigitte. Die will ihr mal ein Foto von Deinem Vater zeigen. Da haben die dann sicherlich viel zu bequatschen und wir haben unsere Ruhe.“
„Gummibärchen könnten wir also heute bei Dir machen?“ „Klar, wir müssen hinterher nur alle Spuren verwischen.“ „Wischen kannst Du ja Rabe, wenn ich daran denke, wie geschickt Du Dein Handy bedienst.“
„Komm Motte, wir gehen zu mir und versuchen das mit den Gummibärchen. Hast Du auch so einen Hunger?“
Motte, gestern war Valentinstag – der Tag der Verliebten
Ein Gespräch unter Freunden #8
„Du Motte, gestern war der Tag der Verliebten.“ „Ja Rabe, mein Vater hat gestern auch davon gefaselt. Ich habe nichts verstanden.“ „Valentinstag nennen das die Erwachsenen.“ „Ach, deshalb war mein Vater gestern so lieb zu mir?“ „Motte, ich verrate Dir mal ein Geheimnis. Gestern hat meine Mutter stundenlang mit ihrer Freundin Brigitte telefoniert.“ „Ach, die vom Friseur? Mein Vater erzählt schon mal von der, wenn er sich die Haare hat schneiden lassen. Der findet die nett.“
„Blödsinn, Du hast keine Ahnung Motte. Dein Vater meint die Zeitschrift „BRIGITTE“. Das ist nicht die Brigitte, die Freundin meiner Mutter.“ „Ja und?“ „Meine Mutter hat der Brigitte von Deinem Vater erzählt. Der wäre ein so gut aussehender Mann, er wäre sehr freundlich, so gebildet und wie der immer duftet. Ein richtiger Gentleman. Dein Vater! Wie der mit seinem Jungen umgehen würde, einfach toll, hat meine Mutter gesagt. Hast Du noch Fragen Motte?“
„Und die Brigitte, was hat die gesagt?“ „Das konnte ich nicht hören. Aber beide haben hin und wieder albern gekichert. Ich glaube meine Mutter mag Deinen Vater. Das soll mir recht sein, Dein Vater und ich verstehen uns ja ohnehin gut, wie Du weißt.“ „Ja Rabe, mein Vater raucht ja auch so wie Du Peter Stuyvesant.“
„Und bei Dir Motte?“ „Ich? Ich habe Post von meinem Freund bekommen.“ „Wie Dein Freund? Ich denke, der bin ich?“ „Bist Du ja Rabe, aber der Hilmar auch.“ „Der hat sich gefreut, dass ich Dir von ihm erzählt habe und dann hat er mir gestern geschrieben. Ich hab den Brief dabei, hör mal:
Vielen Dank für Deine nette Geschichte! Jetzt sind die Möwe Clara und ROUVEN gemeinsam unter Freunden, das gefällt denen sicherlich.
Ich bin schon ganz aufgeregt: die Akkus hängen am Ladegerät, und gleich geht’s mit dem Rad zur Wiese. Ich war mein neues HIPERBIPE noch gar nicht so oft geflogen, und dann kam diese trostlose Starkwindzeit. Heute scheint die Sonne, und es ist zwar kalt, aber nur schwach windig. Endlich! Darauf ein Gummibärchen! Viele Grüße Hilmar.“ 1)
„Motte, unserem Freund Hilmar würde ich gerne mal über die Schultern schauen.“
„Kein Problem. Komm Rabe, wir gucken mal in seine Werstatt, vielleicht findest Du ja dort seine Gummibärchen. Ich habe schon überall bei ihm gesucht, aber nichts gefunden.
Der Hilmar hat für seine Gummibärchen bestimmt ein Geheimfach!“ „Motte, das finden wir!“
1) Der Brief von Hilmar Lange liegt den Montagsfliegern vor.