Längere Wege für Irgendwo

In diesen Tagen liegt über Irgendwo ein Hauch von Aufbruch. Zwischen Werkbank und Gleisplan reift ein Gedanke, noch leise, aber voller Richtung: Eine Erweiterung des Bahnbetriebs scheint möglich.

Die Strecke könnte wachsen. Auf 300 Prozent, im Maßstab 1:87 (H0), auf eine Länge von 3600 Millimetern. Ein weiter Weg, gemessen in Modellbahnmaßen – genug Raum für längere Fahrten, für Atempausen zwischen den Haltepunkten, für das Gefühl, unterwegs zu sein. Der Betrieb auf der Regelspur ebenso wie auf der Schmalspurbahn würde neue Wege bekommen, neue Abläufe, neue Geschichten.

Bevor jedoch Holz gesägt und Gleise verlegt werden, entsteht Irgendwo ein zweites Mal – virtuell. Mit der Planungs- und Simulationssoftware 3D-Modellbahn Studio1) verschaffen wir uns einen ersten Eindruck. Auf einer Ebene von 3600 × 500 Millimetern wachsen Linien, Bögen und Weichen. Gleise legen sich vorsichtig aneinander, als wollten sie prüfen, ob sie hier bleiben dürfen. Besonders die Schmalspurbahn bekommt in dieser Simulation Leben eingehaucht. Ein automatisierter Pendelbetrieb ist eingerichtet:

Eine Dampflok der Baureihe 99 Mallet zieht drei Personenwagen gemächlich hin und her. Sie folgt der Strecke entlang der Wand, immer wieder, ruhig und zuverlässig. So entsteht ein Gefühl für den Rhythmus der Bahn, für die Länge des Weges und für das Zusammenspiel von Raum und Bewegung.

Der voll automatisierte Pendelbetrieb der Dampflok ist in der Software über zwei Bremskontakte realisiert, die sich jeweils am Ende der eingleisigen Strecke als Umkehrpunkte befinden und mit Signalschaltern verbunden sind. Erreicht die Lok einen dieser Kontakte, werden definierte Ereignisse ausgelöst: das Umschalten der Fahrtrichtung, Zeitverzögerungen, das Setzen von Freier Fahrt sowie der Halt am Streckenende. So entsteht der automatisierte, betriebssichere Pendelverkehr im Hintergrund der Anlage, während auf den Normalgleisen mauell gesteuerter Betrieb ablaufen könnte.

Noch ist alles Planung. Aber wer genau hinschaut, sieht schon Züge fahren. Und weiß: In Irgendwo beginnt der Tag mit einer Idee – und einer Lok, die einfach losfährt.

1) https://www.3d-modellbahn.de/

3D-Modellbahn Studio

Einblicke in Plaung und Gestaltung der eigenen virtuellen Modellbahnwelt „Irgendwo“ mit dem PC und der Software „3D-Modellbahn Studio“ 1) werden hier immer wieder mal gegeben.

Heute schauen wir auf eine 3600 x 500 mm große Grundplatte, auf der sich Gleise in den Spurweiten H0 und H0e (Roco) breit machen.

Sehen wir uns zunächst den Wismarer Schienenbus, auch „Schweineschnäuzchen“ genannt, auf seiner Fahrt vom Bahnhof Budenheim an den rechten Rand seiner kleinen Welt an.

1) https://www.3d-modellbahn.de

Eine V 200 – Erinnerung, Wunsch und Wiederbegegnung

Eine V 200 – sie ist mehr als nur eine Lokomotive. Sie ist Erinnerung. Erinnerung an die eigenen Kindheitsjahre, an das Staunen vor Schaufenstern der Spielwarenläden, an das leise Brummen der Hoffnung, das jedes Mal einsetzte, wenn der Blick auf die große, rote Diesellok fiel. Für die Märklin-Modellbahnanlage im Kinderzimmer war sie der lang ersehnte Wunsch, fast schon ein Mythos. Anfang der 1960er-Jahre, zu Weihnachten, wurde dieser Wunsch schließlich erfüllt: Eine V 200 zog ein – selbstverständlich analog, so wie es damals ganz normal war. Sie drehte ihre Runden im Kinderzimmer, zog ein paar Wagen durch enge Radien und war Mittelpunkt jeder Spielsession. Eine V 200 im Kinderzimmer – das war kein Luxus, sondern gelebter Modellbahnalltag jener Zeit.

Viele Jahrzehnte später, zum Jahresbeginn, kam es zur Wiederbegegnung: Auf einer Modellbahnbörse wurde sie neu erworben – diesmal als Gleichstrom-Modell von Roco, erneut ganz bewusst analog. Bestimmt für den Einsatz auf dem Modellbahndiorama „Irgendwo“, wo sie ohne digitale Zwänge, ganz klassisch, ihre Runden zieht. Reduziert auf das Wesentliche, so wie früher – Fahrregler, Strom, Bewegung.

Und selbstverständlich gehört eine V 200 auch nach „Nirgendwo“. Dort zeigt sie sich im Hightech-Kleid: als ESU V 200 008, Artikel-Nr. 31336. Digital, mit kraftvollem, authentischem ESU-Sound, fein abgestimmter Motorregelung und beeindruckender Laufruhe. Gefederte Puffer, metallisches Fahrwerk, filigrane Anbauteile und die vorbildgerechte Beleuchtung lassen sie fast wie ein geschrumpftes Original wirken. Diese V 200 steht sinnbildlich für das, was moderne Modellbahn heute leisten kann:

Technik auf höchstem Niveau und zugleich das vertraute Gefühl jener Lok, die einst im Kinderzimmer ihre ersten Runden drehte.

In „Nirgendwo“ verbindet sich so die Erinnerung an die analoge Vergangenheit mit der digitalen Gegenwart – verkörpert durch eine V 200, wie sie zeitgemäßer kaum sein könnte.

So spannt die V 200 einen Bogen über Generationen hinweg – von der analogen Kindheitserinnerung bis zur hochdetaillierten Modellbahn der Gegenwart.