Fallentina im Auge der Drohne DJI Avata

Ein leichter Wind zieht über das offene Feld, während sich der Blick langsam nach oben richtet. Hoch über den Köpfen der Zuschauer kreist eine ungewöhnliche Konstruktion am Himmel – eine der selbst gebauten Motormaschinen der Montagsflieger. In ihrem offenen Gestell hängt Fallentina, die bisher einzige Frau in dieser eingeschworenen Truppe. Ruhig, konzentriert, bereit für den Moment, der gleich alles andere in den Schatten stellen wird.

Der Motor brummt gleichmäßig, als Bernd, der Tüftler und einer der Piloten in der Gruppe, seine Maschine auf etwa 300 Meter Höhe bringt. Hier oben wirkt die Welt plötzlich klein und weit entfernt. Für einen kurzen Augenblick scheint die Zeit stillzustehen. Dann kommt das Zeichen. Fallentina zögert nicht. Mit einem entschlossenen Sprung verlässt sie die Maschine – hinein in die Wolken. Klar, kontrolliert, beinahe schwerelos. Für die Zuschauer am Boden wird sie für Sekundenbruchteile unsichtbar, verschluckt vom Weiß der vorbeiziehenden Wolken. Ein Moment der Spannung liegt in der Luft.

Dann taucht sie wieder auf. Der freie Fall geht nahtlos über in einen eleganten Schirmflug. Der Fallschirm öffnet sich kraftvoll über ihr, trägt sie ruhig und sicher durch die klare Luft. Und genau hier entfaltet sich ein weiteres Highlight dieses besonderen Moments:

Aus nächster Nähe wird Fallentina von einer wendigen Drohne begleitet – einer DJI Avata. Präzise gesteuert von André, dem dritten Mann im Team, folgt sie jeder Bewegung, schwebt neben ihr, zieht Kreise, fängt Perspektiven ein, die man sonst nie zu sehen bekommt.

Die Kamera liefert atemberaubende Aufnahmen: Fallentina vor der Kulisse aus Wolken und Himmel, das Spiel von Licht und Schatten auf dem Schirm, die Weite der Landschaft unter ihr. Es sind Bilder, die fast unwirklich wirken – ruhig, kraftvoll und voller Schönheit zugleich. Alles wirkt einstudiert – und doch voller Lebendigkeit. Genau hier zeigt sich, was die Montagsflieger ausmacht: Vertrauen, Erfahrung und ein Zusammenspiel, das über Jahre gewachsen ist. Unten wartet bereits Ralf. Mit geschultem Blick verfolgt er jede Bewegung am Himmel, kennt den richtigen Moment, die richtige Stelle. Als Fallentina sich dem Boden nähert, ist er bereit. Punktgenau führt er sie in die Landung – sicher, sauber, fast schon mühelos.

Applaus brandet auf. Was wie ein spektakulärer Einzelsprung wirkt, ist in Wahrheit Teamarbeit in ihrer schönsten Form. Bernd, der sie nach oben bringt. André, der Drohnenpilot, der den Moment für die Ewigkeit festhält. Ralf, der sie sicher zurückholt. Und mittendrin Fallentina, die mit Mut und Können den entscheidenden Schritt wagt.

Ein Sprung aus 300 Metern Höhe – und doch so viel mehr als das. Ein Moment zwischen Himmel und Erde, getragen von Vertrauen, Technik und Leidenschaft. Genau das macht die Montagsflieger aus.

Tiger Moth – 115 g

Wieder scheint die Sonne, wieder liegt dieser stille Zauber über den Wiesen – und wieder richtet sich der Blick nach oben. Auch diesmal beginnt alles am Boden, in den Händen von „Montagsflieger“ Bernd, der einen weiteren Klassiker der Luftfahrtgeschichte vorstellt: eine Tiger Moth, leicht, filigran, beinahe zerbrechlich wirkend. Es ist ein Modell aus dem Hause Pichler, ursprünglich gedacht für den einfachen Flug mit Gummimotor. Doch Bernd wäre nicht Bernd, würde er es dabei belassen. Mit ruhiger Sorgfalt hat er den Bausatz modifiziert, ihn mit moderner Elektronik versehen, eine RC-Anlage integriert – und dabei das Gewicht auf erstaunliche 115 Gramm Abfluggewicht gehalten. Technik und Feingefühl greifen ineinander, unsichtbar fast, wie bei einem Uhrwerk.

Im Video erklärt er die kleine Maschine mit der ihm eigenen Mischung aus Präzision und Gelassenheit. Jede Komponente hat ihren Platz, jede Entscheidung ihren Grund. Und doch bleibt zwischen den Worten Raum für etwas anderes: für die leise Faszination, die von solchen Modellen ausgeht.

Als die Tiger Moth schließlich startet, wirkt es weniger wie ein Abheben als ein vorsichtiges Lösen aus der Hand. Sie steigt sanft, ohne Hast, und findet schnell zu jener ruhigen, gleichmäßigen Bewegung, die ihren Charakter prägt. Kein hastiges Manövrieren, kein Drängen – vielmehr ein Gleiten, ein Tragenlassen von der Luft.

Das Original, die de Havilland Tiger Moth, wurde in den 1930er-Jahren in Großbritannien entwickelt und diente über Jahrzehnte hinweg als eines der wichtigsten Schulflugzeuge der Royal Air Force und vieler anderer Luftstreitkräfte. Robust, gutmütig und leicht zu fliegen, brachte sie Generationen von Piloten die Grundlagen des Fliegens bei. Ihre offene Doppeldeckerbauweise, die niedrige Geschwindigkeit und die direkte Rückmeldung machten sie zu einem idealen Lehrmeister – ein Flugzeug, das Fehler verzieh und Vertrauen schuf.

Genau diese Eigenschaften scheinen auch im Modell fortzuleben. Die kleine Tiger Moth zieht ihre Bahnen über Hennef-Lichtenberg, ruhig und kontrolliert, als würde sie noch immer Schüler an Bord tragen, die ihre ersten Flugstunden absolvieren. Sie kippt sanft in die Kurve, richtet sich wieder auf, folgt einer unsichtbaren Linie am Himmel.

Bernd begleitet sie mit feinen Steuerbewegungen, kaum wahrnehmbar. Es ist kein Spektakel, das hier geboten wird, sondern eine stille Demonstration von Können – und von Verständnis für das, was ein Flugzeug ausmacht.

Als die Tiger Moth schließlich wieder landet, leicht wie ein fallendes Blatt, bleibt ein Eindruck zurück, der sich nicht in Zahlen fassen lässt. 115 Gramm Technik, getragen von Geschichte.

Ein weiterer Montagsflieger-Flug, der zeigt, dass Größe keine Frage des Maßstabs ist, sondern der Hingabe.

Fokker D.VII – 224 g

Am Himmel über Hennef-Lichtenberg liegt an diesem Aprilnachmittag eine fast unwirkliche Ruhe. Kein Wölkchen stört das satte Blau, das sich wie eine endlose Leinwand über die Landschaft spannt. Und irgendwo dort oben – so klein, dass das Auge ihn immer wieder verliert – zieht ein Flugzeug seine feinen Bahnen: eine Fokker D.VII im Miniaturformat.

„Montagsflieger“ Bernd steht am Boden, ruhig, konzentriert, und doch mit jener leisen Begeisterung, die jeden Modellflug begleitet. In einem YouTube-Video stellt er das nur 224 Gramm leichte RC-Modell vor, erläutert sachlich die technischen Daten – Spannweite, Antrieb, Steuerung – und lässt dabei stets durchblicken, dass es hier um mehr geht als Zahlen. Es ist die Faszination für ein Stück Luftfahrtgeschichte, das im verkleinerten Maßstab wieder lebendig wird.

Die kleine Fokker startet aus der Hand, fast mühelos, als würde sie sich an die Eleganz ihres großen Vorbilds erinnern. Rasch gewinnt sie an Höhe, wird zu einem dunklen Punkt im Licht, verschmilzt beinahe mit dem Himmel. Man muss genau hinsehen, um sie nicht zu verlieren – ein Spiel zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden, das den Flug umso poetischer macht.

Das Original, die Fokker D.VII, galt gegen Ende des Ersten Weltkriegs als eines der fortschrittlichsten Jagdflugzeuge seiner Zeit. Entwickelt 1918 vom niederländischen Konstrukteur Anthony Fokker, überzeugte sie durch ihre außergewöhnliche Stabilität und ihre gutmütigen Flugeigenschaften.

Piloten schätzten besonders ihre Fähigkeit, auch bei niedrigen Geschwindigkeiten kontrollierbar zu bleiben – ein entscheidender Vorteil im Luftkampf. Angetrieben von leistungsstarken Reihenmotoren und bewaffnet mit synchronisierten Maschinengewehren, war sie ein ernstzunehmender Gegner am Himmel über Europa.

So berührt es auf eigentümliche Weise, wenn dieses einstige Kampfflugzeug heute als filigranes Modell durch friedliche Lüfte gleitet. Kein Dröhnen, kein Rauch, keine Bedrohung – nur das leise Summen eines Elektromotors und das sanfte Ziehen enger Kurven.

Bernd lässt die Maschine steigen, sinken, wenden. Jede Bewegung wirkt bewusst gesetzt, fast erzählerisch. Es ist, als würde er die Geschichte des Originals nachzeichnen – nicht in dramatischen Szenen, sondern in stillen, eleganten Linien am Himmel.

Und während die kleine Fokker schließlich wieder zur Landung ansetzt, wird deutlich, was diesen Moment so besonders macht: Es ist die Verbindung von Technik und Erinnerung, von Präzision und Poesie. Ein Montagsflieger-Flug, leicht wie 224 Gramm – und doch getragen von über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte.

Auch bei den Montagsfliegern im Hangar ist die Fokker D.VII, Baukasten von Super Flying Models mit einer Spannweite von 1.200 mm.