Licht in Nirgendwo – Umbau Kfz-Werkstatt

Als die Dämmerung sich über Nirgendwo legte, erwachte die neue Lkw-Werkstatt. Licht floss aus ihr heraus, als hätte man ein Gefäß geöffnet: kaltes, klares Weiß aus der Halle, warmes, fast bernsteinfarbenes Leuchten aus den beiden Räumen des Anbaus. Die Deckenleuchten spannten ein stilles Firmament aus Technik über den Raum, und zwischen Schatten und Stahl bekam alles eine neue Ordnung, eine neue Würde.

In der Mitte der Halle lag nun die Grube, sauber gefasst, abdeckbar, bereit. Wenn die Platten zur Seite geschoben waren, öffnete sich ein tiefer Atemzug der Werkstatt. Lampen in der Grube ließen den Arbeitsbereich strahlen, als wäre dort unten ein eigenes kleines Universum entstanden, in dem Schrauben, Ölspuren und Metallkanten ihre Geschichten erzählten. Hier wurde nicht hastig gearbeitet, sondern mit Bedacht, als wüsste jeder Handgriff, dass er Teil von etwas Größerem war.

So stand sie nun da, diese LKW-Werkstatt aus dem 3D-Druck-Baukasten: ein rundum gelungener Umbau für alle aus Irgendwo, die ihren Weg verloren , gesucht und in Nirgendwo gefunden hatten. Die Lkw-Werkstatt – jetzt hatte sie ihren Platz im Nirgendwo gefunden, und genau dort begann sie Sinn zu machen. Noch fehlten Details, kleine Zeichen von Leben und Gebrauch, doch der Bauherr lächelte und versprach sie leise der Zukunft. Denn manches entsteht nicht auf einmal – manches wächst, Schicht für Schicht, genau wie diese Werkstatt, Licht für Licht, Gedanke für Gedanke.

#Nirgendwo trifft auf #Irgendwo, wenn eine #LKWWerkstatt aus dem #3DDruck–#Baukasten ihr Zuhause findet. Zwischen #LichtUndStahl entsteht eine #WerkstattGeschichte, getragen vom Geist des #Sternfahrer, gewoben aus #PoetischemErzählen und dem leisen Versprechen weiteren #Entstehens.

Ein Dach für den Schuppen in Irgendwo

Am kleinen Lokschuppen der Schmalspurbahn, dort wo Irgendwo nach Holzleim, Öl und leiser Erwartung duftet, hat sich wieder etwas getan.

Die Fenster, Türen, das Fachwerk des Schuppens und seines schmalen Anbaus sind frisch mit der Airbrush lackiert – feine Farbschichten, die sich wie ein Hauch auf das Material legen.

Nun sitzen sie passgenau in ihren Rahmen, die Fensterscheiben noch makellos klar, so rein, als würden sie die Welt von Irgendwo zum ersten Mal betrachten. Ein Moment unberührter Neubeginn, der nie lange anhält, denn Staub, Fingerabdrücke und die Patina der Zeit werden früher oder später ihren Anspruch erheben.

Vor dem Lokschuppen steht ein kleiner Lkw-Anhänger. Darauf ruht das erste Dachteil – gewaltig und schwer, sicher verzurrt, als lausche es selbst auf den Moment, an dem es endlich aufs Gebäude gehoben wird. Bald wird es seinen Platz über dem Schuppen einnehmen, den ersten Schatten werfen und den Bau ein Stück mehr wie ein echtes Zuhause wirken lassen.

Währenddessen rattert im 3D-Drucker das zweite, noch fehlende Dachteil seinem Entstehen entgegen. Schicht für Schicht wächst es heran, ein stiller Prozess, der dennoch voller Erwartung steckt.Und so steht Irgendwo wieder an diesem vertrauten Punkt zwischen Entwurf und Vollendung: ein Gebäude, das atmet, ein Dach, das wartet, und eine Werkstatt, die nie ganz zur Ruhe kommt.

Die neuen Fahrkartenautomaten bei der Bahn

Aus der Reihe Gespräche unter Freunden

„Du Motte, ich bin jetzt im Praktikum.“ „Ach Rabe, wo denn?“ fragt Motte. „Beim Lokalradio Irgendwo. Ich habe auch schon einen ersten Termin gehabt und ein Interview geführt.“ „Interessant. Und mit wem?“

„Mit einem der neuen go.Rheinland1) Fahrkartenautomaten im Kölner Hauptbahnhof. Dafür werden dort und an weiteren Bahnhöfen sogar kostenlose Schulungungen angeboten. Man muss sich nur verbindlich anmelden.“ „Ach, ein Interview mit einem Automaten? Erzähl!“ „Ich habe alles aufgenommen, mein Beitrag für das Lokalradio Irgendwo ist fertig:“

In der großen Halle des Kölner Hauptbahnhofs steht er rechtzeitig vor Weihnachten da, glänzend wie ein frisch poliertes Raumschiff und leise summend vor technischer Selbstzufriedenheit: der neue go.Rheinland-Fahrkartenautomat. Anlass genug, einmal nachzufragen, wie es ihm im täglichen Tarifchaos so ergeht. Ich drücke auf den Bildschirm, er piepst freundlich – und schon beginnt unser ungewöhnliches Gespräch.

„Schön, dass Sie vorbeischauen“, sagt der Automat ohne Umschweife. „Wobei – eigentlich habe ich keine Wahl. Ich bin ja festgeschraubt.“ Er klingt dabei überraschend gelassen, fast humorvoll. Ich frage, wie er sich als modernstes Objekt des Bahnsteigs fühlt. Der Automat surrt kurz und sagt dann mit hörbarem Stolz: „Ich habe WLAN. Kartenleser. Kontaktlos. Mehrsprachigkeit. Ich akzeptiere sogar Bargeld, wenn es nicht aussieht wie ein Souvenir aus der Waschmaschine. Also ja: Ich bin ziemlich gut ausgestattet.“

Er klingt zufrieden – und doch schwingt etwas Melancholie mit. „Wissen Sie,“ sagt er, „viele Menschen haben Angst vor mir. Sie schauen mich an, als wäre ich irgendeine außerirdische Rechenmaschine. Dabei will ich doch nur Tickets verkaufen.“ Ich hake nach: „Was überfordert die Menschen denn am meisten?“ „Oh“, antwortet er und die LED-Leiste leuchtet warm auf, „die Erwartungshaltung! Die Leute denken: Taste drücken, Ticket raus – fertig. Aber während sie ungeduldig auf meinem Bildschirm klopfen, muss ich Tarifzonen berechnen, Verbünde sortieren, und entscheiden, ob jemand wirklich nach Bonn möchte oder versehentlich ‚Bonn West‘ meint.“

Ich frage, welche Begegnungen ihm besonders im Gedächtnis geblieben sind. Er seufzt einmal über seine Lautsprecher. „Da ist dieser Mann mit dem Marmeladenglas voller Münzen. Jeden Morgen. Er kippt das ganze Glas in meinen Einwurfschlitz und schaut mich an, als erwarte er ein Wunder. Ich gebe mein Bestes, aber manchmal habe ich einfach kein Rückgeld mehr. Und dann beschimpft er mich. Dabei kann ich doch nichts dafür!“

Ich erkundige mich nach den kostenlosen Schulungen, die go.Rheinland für Fahrgäste anbietet. Der Automat klingt plötzlich regelrecht enthusiastisch. „Endlich! Endlich lernen die Leute, dass die Lupe nicht bedeutet: ‚Zeig mir die schnellste Verbindung nach Hogwarts.‘ Und dass ‚Start‘ nicht heißt, dass ich abhebe. Wissen Sie, jeder geschulte Mensch ist ein Mensch weniger, der mit Handschuhen auf meinen Touchscreen einschlägt.“ „Und wenn trotzdem etwas schiefgeht?“, frage ich. „Dann piepse ich freundlich“, sagt er. „Das verwirrt die meisten so sehr, dass sie einfach von vorne anfangen. Ich nenne das meinen diplomatischen Modus.“

Zum Abschluss frage ich ihn, was er sich für seine Zukunft im Rheinland wünscht. Der Automat summt kurz und antwortet dann erstaunlich sanft: „Weniger zerkratzte Displays. Weniger Menschen, die verzweifelt versuchen, einen völlig zerknitterten 50-Euro-Schein in mich hineinzustopfen. Und bitte – bitte – niemand soll mich mehr nach ICE-Tickets fragen. Ich bin ein Nahverkehrsautomat! Wenn ich Fernverkehr verkaufen könnte, hätte man mir wenigstens einen Kaffeeauswurf spendiert.“

Er paust kurz, dann sagt er leise: „Ich bin kein Monster. Ich bin ein Dienstleister. Ich will helfen. Aber wenn man mich schlägt, schreit oder beschuldigt – ja, dann stürze ich eben mal ab. Auch ein Automat hat Gefühle … na ja, Systemprozesse.“ Als ich gehe, piepst er zum Abschied. Vielleicht ein Dankeschön. Vielleicht eine Fehlermeldung. Vielleicht beides. Wer am Kölner Hauptbahnhof eine Fahrkarte nach Bonn löst, sollte jedenfalls wissen: Hinter dem Ticket steckt ein kleiner, metallischer Philosoph mit WLAN und Würde.

Und während ich den Bahnsteig verlasse, denke ich wehmütig an die alten Zeiten, bevor Automaten alles regierten, als die Kölner Heinzelmännchen noch heimlich für Ordnung und Sauberkeit sorgten: „Wie war es doch vordem…“ –damals,

als Fahrkarten noch von Menschen verkauft wurden und ein Lächeln mehr zählte als ein Touchscreen-Piepen.“

1) https://wir.gorheinland.com/medienportal/alle-inhalte/einzelansicht/kostenlose-schulungen-fuer-neue-fahrkartenautomaten/