Tiger Moth – 115 g

Wieder scheint die Sonne, wieder liegt dieser stille Zauber über den Wiesen – und wieder richtet sich der Blick nach oben. Auch diesmal beginnt alles am Boden, in den Händen von „Montagsflieger“ Bernd, der einen weiteren Klassiker der Luftfahrtgeschichte vorstellt: eine Tiger Moth, leicht, filigran, beinahe zerbrechlich wirkend. Es ist ein Modell aus dem Hause Pichler, ursprünglich gedacht für den einfachen Flug mit Gummimotor. Doch Bernd wäre nicht Bernd, würde er es dabei belassen. Mit ruhiger Sorgfalt hat er den Bausatz modifiziert, ihn mit moderner Elektronik versehen, eine RC-Anlage integriert – und dabei das Gewicht auf erstaunliche 115 Gramm Abfluggewicht gehalten. Technik und Feingefühl greifen ineinander, unsichtbar fast, wie bei einem Uhrwerk.

Im Video erklärt er die kleine Maschine mit der ihm eigenen Mischung aus Präzision und Gelassenheit. Jede Komponente hat ihren Platz, jede Entscheidung ihren Grund. Und doch bleibt zwischen den Worten Raum für etwas anderes: für die leise Faszination, die von solchen Modellen ausgeht.

Als die Tiger Moth schließlich startet, wirkt es weniger wie ein Abheben als ein vorsichtiges Lösen aus der Hand. Sie steigt sanft, ohne Hast, und findet schnell zu jener ruhigen, gleichmäßigen Bewegung, die ihren Charakter prägt. Kein hastiges Manövrieren, kein Drängen – vielmehr ein Gleiten, ein Tragenlassen von der Luft.

Das Original, die de Havilland Tiger Moth, wurde in den 1930er-Jahren in Großbritannien entwickelt und diente über Jahrzehnte hinweg als eines der wichtigsten Schulflugzeuge der Royal Air Force und vieler anderer Luftstreitkräfte. Robust, gutmütig und leicht zu fliegen, brachte sie Generationen von Piloten die Grundlagen des Fliegens bei. Ihre offene Doppeldeckerbauweise, die niedrige Geschwindigkeit und die direkte Rückmeldung machten sie zu einem idealen Lehrmeister – ein Flugzeug, das Fehler verzieh und Vertrauen schuf.

Genau diese Eigenschaften scheinen auch im Modell fortzuleben. Die kleine Tiger Moth zieht ihre Bahnen über Hennef-Lichtenberg, ruhig und kontrolliert, als würde sie noch immer Schüler an Bord tragen, die ihre ersten Flugstunden absolvieren. Sie kippt sanft in die Kurve, richtet sich wieder auf, folgt einer unsichtbaren Linie am Himmel.

Bernd begleitet sie mit feinen Steuerbewegungen, kaum wahrnehmbar. Es ist kein Spektakel, das hier geboten wird, sondern eine stille Demonstration von Können – und von Verständnis für das, was ein Flugzeug ausmacht.

Als die Tiger Moth schließlich wieder landet, leicht wie ein fallendes Blatt, bleibt ein Eindruck zurück, der sich nicht in Zahlen fassen lässt. 115 Gramm Technik, getragen von Geschichte.

Ein weiterer Montagsflieger-Flug, der zeigt, dass Größe keine Frage des Maßstabs ist, sondern der Hingabe.

Fokker D.VII – 224 g

Am Himmel über Hennef-Lichtenberg liegt an diesem Aprilnachmittag eine fast unwirkliche Ruhe. Kein Wölkchen stört das satte Blau, das sich wie eine endlose Leinwand über die Landschaft spannt. Und irgendwo dort oben – so klein, dass das Auge ihn immer wieder verliert – zieht ein Flugzeug seine feinen Bahnen: eine Fokker D.VII im Miniaturformat.

„Montagsflieger“ Bernd steht am Boden, ruhig, konzentriert, und doch mit jener leisen Begeisterung, die jeden Modellflug begleitet. In einem YouTube-Video stellt er das nur 224 Gramm leichte RC-Modell vor, erläutert sachlich die technischen Daten – Spannweite, Antrieb, Steuerung – und lässt dabei stets durchblicken, dass es hier um mehr geht als Zahlen. Es ist die Faszination für ein Stück Luftfahrtgeschichte, das im verkleinerten Maßstab wieder lebendig wird.

Die kleine Fokker startet aus der Hand, fast mühelos, als würde sie sich an die Eleganz ihres großen Vorbilds erinnern. Rasch gewinnt sie an Höhe, wird zu einem dunklen Punkt im Licht, verschmilzt beinahe mit dem Himmel. Man muss genau hinsehen, um sie nicht zu verlieren – ein Spiel zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden, das den Flug umso poetischer macht.

Das Original, die Fokker D.VII, galt gegen Ende des Ersten Weltkriegs als eines der fortschrittlichsten Jagdflugzeuge seiner Zeit. Entwickelt 1918 vom niederländischen Konstrukteur Anthony Fokker, überzeugte sie durch ihre außergewöhnliche Stabilität und ihre gutmütigen Flugeigenschaften.

Piloten schätzten besonders ihre Fähigkeit, auch bei niedrigen Geschwindigkeiten kontrollierbar zu bleiben – ein entscheidender Vorteil im Luftkampf. Angetrieben von leistungsstarken Reihenmotoren und bewaffnet mit synchronisierten Maschinengewehren, war sie ein ernstzunehmender Gegner am Himmel über Europa.

So berührt es auf eigentümliche Weise, wenn dieses einstige Kampfflugzeug heute als filigranes Modell durch friedliche Lüfte gleitet. Kein Dröhnen, kein Rauch, keine Bedrohung – nur das leise Summen eines Elektromotors und das sanfte Ziehen enger Kurven.

Bernd lässt die Maschine steigen, sinken, wenden. Jede Bewegung wirkt bewusst gesetzt, fast erzählerisch. Es ist, als würde er die Geschichte des Originals nachzeichnen – nicht in dramatischen Szenen, sondern in stillen, eleganten Linien am Himmel.

Und während die kleine Fokker schließlich wieder zur Landung ansetzt, wird deutlich, was diesen Moment so besonders macht: Es ist die Verbindung von Technik und Erinnerung, von Präzision und Poesie. Ein Montagsflieger-Flug, leicht wie 224 Gramm – und doch getragen von über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte.

Auch bei den Montagsfliegern im Hangar ist die Fokker D.VII, Baukasten von Super Flying Models mit einer Spannweite von 1.200 mm.

Montagsflieger unterwegs mit dem Sonderzug

Der Winter hatte das Land fest im Griff. Kalt war es, usselig, und der Himmel hing seit Wochen wie ein grauer Deckel über allem. Dichtblick, dieses matte, hoffnungslose Grau, das selbst den Optimisten mürbe macht. Nichts für Modellflieger. Gar nichts. Also blieben die Montagsflieger am Boden – aber nicht stehen.

Stattdessen machten sie es sich gemütlich. Muckelig, fast schon feierlich. Denn wenn der Himmel nichts hergab, dann eben die Schiene. Mit ihrem Sonderzug rollten sie los, gezogen von einer ehrwürdigen Altbau-Ellok, dahinter die vertrauten Umbauwagen, die schon bessere und schlechtere Zeiten gesehen hatten.

Von Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald, hinein ins romantische Tal, entlang der Karwendelbahn, wo der Winter zwar streng, aber auch still und schön ist. Die Fenster beschlagen, draußen Schnee und Fels, drinnen Wärme, Gespräche und dieses besondere Gefühl, unterwegs zu sein, auch wenn draußen alles ruht.

Der Sonderzug der Montagsflieger besteht aus genau jenen Wagen, die Eisenbahnfreunde kennen und lieben: Umbauwagen der Bauarten AB4yg, B4yg und BD4yg. Wer Fan des MSTS/OpenRails ist und diese Reise selbst erleben möchte, kann sich diese Waggons hier kostenlos herunterladen – für nicht-kommerzielle Zwecke – und seinen eigenen Zug zusammenstellen. Vielleicht ist es dann auch Winter, vielleicht grau am Himmel. Aber sicher ist: Die Reise lohnt sich.

MSTS / OpenRails Addon – Freeware

Konstruktion GeDi, im ZIP-File drei Waggons AB4yg,B4yg, BD4yg. Mit Taste 5 am PC nimmt man im Waggon Platz und kann sich mit Hilfe der Pfeiltasten umsehen und nach draußen schauen.

Die Waggons tragen das Zuglaufschild

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